Wiedergeburt - Geistestaufe

Im Zu­sam­men­le­ben des im­mer kom­ple­xer und viel­fäl­ti­ger wer­den­den Chris­ten­tums in Deutsch­land ist ein ge­gen­sei­ti­ges Verständ­nis der Po­si­ti­o­nen sehr wich­tig. Lei­der stellt man oft fest, dass die vermeint­li­chen, gro­ßen Un­ter­schie­de, die eine solch tren­nen­de Wir­kung ha­ben, oft­mals eher auf Missverständ­nis­sen und Ig­no­ranz bzgl. der an­de­ren Po­si­ti­on be­ru­hen. Hier wur­den von al­len Sei­ten auch Feh­ler ge­macht, die auf­zu­ar­bei­ten sind. Pfingst­ler wur­den und wer­den in Deutsch­land ver­teu­felt und Nicht-Pfingst­lern wur­de der Hei­li­ge Geist von Pfingst­lern und Cha­ris­ma­ti­kern ab­ge­spro­chen. Dies mag zwar mitt­ler­wei­le auf den höchs­ten Ebe­nen der Kon­fes­si­o­nen nicht mehr zu­tref­fen, aber auf der Ebe­ne der nor­ma­len Mit­glie­der fin­det lei­der im­mer noch, trotz Kas­se­ler Er­klä­rung 1996, eine tren­nen­de Ab­gren­zung statt.

 

Pfingst­ler und Pfingst­ler sind nicht alle über ei­nen Kamm zu sche­ren. Es gab und gibt in­ner­halb der Pfingst­be­we­gung ext­re­me Po­si­ti­o­nen, die für an­de­re Ge­mein­schaf­ten be­fremd­lich, aber auch oft ver­let­zend sind. In die­ser Ar­beit geht es da­her in ers­ter Li­nie um die Po­si­ti­on des Bun­des Frei­kirchli­cher Pfingst­ge­mein­den (BFP).

 

Im in­ter­kon­fes­si­o­nel­len Di­a­log tref­fen wir im­mer wie­der auf die Be­grif­fe Wie­der­ge­burt und Geis­tes­tau­fe. Sie stel­len re­gel­rech­te Knack- aber auch Tren­nungs­punk­te dar. Manch­mal fra­ge ich mich, ob die­se Viel­falt der An­sich­ten nicht eher eine gottge­woll­te ist. Je­sus hat sich of­fen­sicht­lich in viel­fäl­ti­ger Wei­se der Welt durch sei­ne mehr als bun­te Ge­mein­de ge­of­fen­bart. Könn­te es nicht sein, dass un­se­re un­ter­schied­li­chen In­ter­pre­ta­ti­o­nen ei­gent­lich Tei­le ei­nes gro­ßen Puz­zles sind, bei dem sich alle Tei­le zu ei­nem wun­der­schö­nen Gan­zen er­gän­zen?

 

Die Wie­der­ge­burt ist ein­deu­tig das zent­ra­le An­lie­gen des Neu­en Testa­ments. Gott kommt durch Je­sus Chris­tus und schafft et­was voll­kom­men Neu­es. 2. Ko­r. 5,17: “Da­her, wenn je­mand in Chris­tus ist, so ist er eine neue Schöp­fung; das Alte ist ver­gan­gen, sie­he, Neu­es ist ge­wor­den.”

 

Die­ses Werk wird im Neu­en Testa­ment ein­deu­tig dem Hei­li­gen Geist, als drit­ter Per­son der Drei­ei­nig­keit, zu­ge­ord­net. In sei­nem Ge­spräch mit Ni­ko­de­mus im Jo­han­nes Ev. 3:1-8, spricht Je­sus von der not­wen­di­gen Wie­der­ge­burt als Vo­raus­set­zung für den Ein­tritt ins Reich Got­tes.

 

Jo­han­nes 3,5: “Je­sus ant­wor­te­te: Wahr­lich, wahr­lich, ich sage dir: Wenn je­mand nicht aus Was­ser und Geist ge­bo­ren wird, kann er nicht in das Reich Got­tes hi­nein­ge­hen.” Vers 7 fügt dann noch ein em­pha­ti­sches “Ihr müsst” wie­der­ge­bo­ren wer­den hin­zu. Das Wir­ken des Hei­li­gen Geis­tes wird als et­was Ge­heim­nis­vol­les hin­ge­stellt, denn Je­sus sagt, dass sei­ne Wir­kung wie das We­hen des Win­des ist (Vers 8). Der ge­naue Ab­lauf ei­ner Wie­der­ge­burt, bzw. das ge­naue Wir­ken des Hei­li­gen Geis­tes, wird im Neu­en Testa­ment nicht sys­te­ma­tisch oder chro­no­lo­gisch ge­schil­dert, höchs­tens an­deutungs­wei­se. Dies hat wahr­schein­lich da­mit zu tun, dass Gott den ein­zel­nen Men­schen zur Wie­derge­burt bringt und nicht die Mas­sen. Da je­der Mensch wert­voll und ein­zig­ar­tig ist, kann man auch je­dem eine ganz per­sön­li­che Wie­der­ge­burt zu­geste­hen.


Wie­der­ge­burt und Was­ser­tau­fe sind nicht iden­tisch

Ein­deu­tig ab­gren­zen müs­sen wir uns von der Sicht ei­ner Tauf­wie­der­ge­burt, wie sie von vie­len evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen und ka­tho­li­schen The­o­lo­gen ge­lehrt wird. Hier wird ge­glaubt, dass die Wie­der­ge­burt und der Geis­temp­fang bei der Was­ser­tau­fe ei­nes Säug­lings oder Klein­kin­des im sak­ra­men­ta­len Sin­ne (d.h. die heils­ver­mit­teln­de Kraft liegt in dem Ri­tu­al be­grün­det und das Heil wird un­ab­hän­gig vom per­sön­li­chen Glau­ben des Täuf­lings zu­ge­stan­den) statt­fin­det. Be­grün­det wird die­se Pra­xis u.a. durch den er­wähn­ten Jo­han­nes­text, der ein Wie­der-ge­bo­ren-wer­den “aus Was­ser” als Hin­weis auf die Was­ser­tau­fe sieht. Fol­gen­de Grün­de spre­chen ge­gen eine sol­che Sicht:

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