Sieg des Kreuzes September 2015

Rettet die Umkommenden .................... 01
Hans R. Waldvogel

Wie können wir das Wirken Gottes
in unserem Leben erkennen? .............. 05
Jonathan Edwards

Neue Kreaturen ..................................... 06
Gerhard Oertel

Einheit  .................................................. 08
Joh. Chr. Blumhardt.

Das verlorene Schaf ............................ 09
Daniel Del Vecchio

Ein jeder kehre vor seiner Tür ............ 12
Bread of Life

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
September 2015       Jahrgang 30/09

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Rettet die Umkommenden. Hans R. Waldvogel

Ais ich noch ziemlich jung war, wurde ich von einem teuren Mann Gottes gefragt, ob ich nicht eine Jungenklasse in der Baptisten-Gemeinde unterrichten möchteIch übernahm diese Aufgabe mit Furcht und Zittern, Doch bald kam große Freude in mein Herz, während ich diesen Jungen den Weg des Heils darlegte. Indem ich mich diesem Dienst hingab und die Jungen Sonntag für Sonntag lehne, wurde ich selbst gelehrt; und Gott begann, mich für den Predigtdienst zuzubereiten, der schließlich mein Lebenswerk werden sollte.

Ich fühlte mich in den Stand eines Vaters versetzt. Mir war eine Gruppe gegeben worden, die so wild und lebendig wie, keine andere war. Es war eine Freude, die Verwandlungen, die Gott durch die Kraft seines Geistes in den Kindern wirkte, mitzuerleben. Einige Jahre später war es mein Vorrecht, in Verbindung mit meiner Tante in einem Vorort eine Sonntagsschule zu eröffnen. Der Herr begegnete uns in wunderbarer Weise und förderte das Werk, bis eine Gemeinde daraus entstanden ist.

Schon manche Sonntagsschule, die ich gesehen habe, war mehr ein dahinsiechendes Werk als ein blühender Garten Gottes. Aber ich habe erlebt, wie gesegnet dieser Dienst sein kann, wenn kostbare Seelen gerettet werden. Es ist viel leichter, Jungen und Mädchen zu einer Antwort auf das Evangelium und auf die Liebe Jesu zu bewegen als verhärtete Sünder. Mir wurde auch klar, dass es nötig ist, die Ermahnung des Paulus an Timotheus zu befolgen, wenn man ein fruchtbarer Sonntagsschularbeiter sein will. Er schreibt: "Leide mit als ein guter Streiter Christi. Kein Kriegsmann flicht sieht in Händel der Nahrung, auf dass er gefalle dem, der ihn angenommen hat" (2. Timotheus 2, 3-4). Wer in der Sonntagsschule arbeitet, ist ein Streiter Christi, und der Herr Jesus, der große Feldherr, kann keine Kämpfer gebrauchen, die ihm nicht bis in den Tod geweiht sind.

Kurz bevor ich die Sonntagsschule in der Pfingstgemeinde in Kenosha übernommen habe, gab mir der Herr einen Traum, der mich stark beeindruckt hat. Ich machte einen Spaziergang und kam dabei an einen Fluss, in dessen sprudelnden Fluten eine Schar von Kindern badete. Ihre glücklichen Angesichter und ihr fröhliches Lachen ist mir noch in lebendiger Erinnerung. Es war eine Freude, sie bei ihrem Planschen und Spielen zu beobachten.

Nach einer Welle ging ich stromabwärts und kam zu einem Wasserfall. Ich stand da und bewunderte das Wasser, das sich mit tosendem Geräusch über die Felsen ergoss, als plötzlich ein Schrei des Entsetzens durch die Luft drang. Ich sah eins der Kinder, das von der Strömung ergriffen worden war und dem Rand des Wasserfalls zutrieb und jeden Augenblick an den Felsen zerschellen könnte. Doch ich streckte meine Hand aus und konnte das Kind in Sicherheit bringen.

Kaum hatte ich das Kind ans Ufer gebracht, da hörte ich schon wieder einen Schrei. Ein anderes Kind trieb schreiend dem Wasserfall zu. Jetzt schien eins nach dem anderen dem sicheren Verderben entgegenzueilen, und ich hatte lange Zeit alle Hände voll zu tun, um die Kinder ans Ufer zu ziehen. Alle, bis auf eins, konnte ich retten. Dann erwachte ich aus meinem Traum.

Die Vision war mir sofort klar. Gott hatte mich zu dem Dienst berufen, die Umkommenden zu retten; denn sowohl die Seelen der Kinder als auch die der Erwachsenen eilen dem Verderben entgegen. Weil gerade die jungen Herzen offen und empfänglich für Gott sind, sollte es die Aufgabe derer sein, die Jesus Christus kennen, ihre ihnen von Gott gegebene Kraft einzusetzen, um diese Seelen zu Jesus zu führen, bevor sie von dem Ungeheuer der Weltlichkeit und Sünde weggerafft werden und bevor der Teufel ihr Leben in sein Einfluss-bereich zieht.

So hatte mir der Herr gezeigt, dass es meine Aufgabe ist, kostbares Leben zu retten, bevor sie von der Sünde und all dem Bösen, das heute in der Welt herrscht, dahingerafft werden. Es ist meine feste Überzeugung, dass der Kinderarbeit großes Interesse entgegengebracht werden sollte und dass sie wie jeder andere Dienst im Reich Gottes treuer Fürbitte bedarf Das Retten eines Kindes hat in Gottes Augen größeren Wert als das eines alten Menschen, der die besten Jahre seines Lebens von den Raupen fressen ließ.

Gott hat uns damals in der kleinen Gemeinde eine mächtige Ausgießung seines Geistes gegeben. Nach kurzer Zeit reichte der Raum nicht mehr aus, um alle aufnehmen zu können. Das haben wir überall erlebt, wo wir durch die Leitung des Herrn mit Kinderarbeit angefangen haben. Aber das schönste war die Tatsache, dass sich Jesus unter den Kindern genauso kraftvoll offenbart hat wie in den gesegnetsten Pfingstversammlungen, die wir neben der Sonntagsschul-arbeit hatten.

Zur Ehre Gottes möchten wir berichten, dass mindestens zwölf dieser ehemaligen Sonntagsschüler jetzt im aktiven Dienst des Evangeliums stehen - einige in Amerika und einige im Ausland. In diesem Fall hat das Wort Jesu: "Ihrer ist das Himmelreich" eine doppelte Bedeutung - sie sind nicht nur selbst in das Reich Gottes gelangt, sondern auch Arbeiter in diesem Reich geworden.

Manchmal mussten wir den Klassenunterricht ausfallen lassen, weil die Herrlichkeit und Kraft Gottes wie ein mächtiger Wind durch die Stätte wehte. Die Kinder wurden davon ergriffen und machten eine lebendige Heilserfahrung. Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, schon recht früh zur Kinderstunde zu gehen. Wenn ich dann ein oder zwei Stunden vor Beginn hinkam, was es nicht selten, dass ich einige der Lehrer antraf, die für die Rettung der Kinder beteten. "Gebet verwandelt die Dinge!" Und wir haben immer wieder erlebt, dass Gott in der Sonntagsschule mehr ausrichten konnte als in einem anderen Zweig der Gemeinde.

Als ich eines Morgens aufwachte, flüsterte der Geist Gottes in mein Ohr: "Tula Ivalls." Das war der Name eines verwahrlosten griechischen Kindes, das einige Wochen vorher in unsere Sonntagsschule gelangt war. Ich fragte mich, was wohl der Herr durch das Nennen dieses Namens zu sagen hätte. Als ich eine Stunde vor Beginn der Sonntagsschule ankam, saß Tula bereits in einer der letzten Reihen. Ich weiß nicht, weshalb sie so früh gekommen war; aber Gott erinnerte mich sogleich daran, dass er mir ihren Namen genannt hatte. Ich sprach sie an und fand ein Herz vor, das bereit war, den Herrn Jesus anzunehmen Noch bevor die Sonntagsschule begonnen hatte, war an diesem Morgen Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße getan hat. Kurz danach hat sie mit ihren Eltern die Stadt verlassen, und ich habe nichts mehr von ihr gehört. Aber ich erwarte fest, sie im Himmel zu treffen.

Ein kleiner Junge gehörte lange Zeit zur Sonntagsschule, bis ihn seine rückfällige Mutter nicht mehr hingehen ließ. Eines Tages hat ihn seine Mutter wegen seiner Ungezogenheit zurechtgewiesen. Da sagte er zu ihr: "Mama, das ist deine Schuld. Warum lässt du mich nicht mehr in die Sonntagsschule gehen?" Es war sehr schwer, in Ridgewood mit Sonntagsschularbeit zu beginnen. Zuerst war es eine Schwester und dann noch ein Bruder, die diesen Dienst versuchten. Lange Zeit schien es unmöglich zu sein, Kinder zusammen zu bekommen. Durch die treue Hingabe einiger Helfer kam dann das Werk zustande.

Es ist unser Bestreben, alle Schüler zu der Erkenntnis.Jesu als ihren Erlöser zu führen und sie ihre Bibel lieben und lesen zu lehren. Selbst die Kleinsten, die weder lesen noch schreiben können, erfreuen uns durch ihren Eifer. Sie lernen Schriftstellen und manchmal ganze Kapitel auswendig. Wir haben es schon erlebt, dass starke Männer weinten und ihr Herz Jesus übergaben, als sie hörten, wie die Kleinen die Geschichten von Jesus erzählen. "Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du dir eine Macht zugerichtet um deiner Feinde Willen" (Psalm 8, 3)

Hätten wir doch mehr gottgeweihte Sonntagschul-Mitarbeiter, die ihr Leben nicht selbst wert achten und diese Aufgabe nicht als ein Versteckspiel ansehen, sondern sich ihr von ganzem Herzen weihen, um die Umkommenden zu retten. Das Herz bricht uns, wenn wir die Scharen von Kindern sehen, die der Rattenfänger in die Hölle lockt. Während sie der Teufel an die Stätten der Vergnügung zieht, wo sie in die Sünde geführt und gelehrt werden, Böses zu tun, wartet Jesus auf sie mit ausgestreckten Armen, um sie in das Reich Gottes aufzunehmen. Wenn wir sie doch erreichen könnten! Und wenn doch die Eltern und Erzieher sie in die Arme, Jesus führen würden! Mögen alle teuren Mütter und Väter, die den Herrn Jesus lieben, doch das Werk unter den Kindern und Jugendlichen unterstützen, indem sie mit ihren Gebeten hinter den Lehrern und ihrer Arbeit stehen. Wenn möglich, handle nach diesem Wort: Schicke nicht deine Kinder zur Sonntagsschule, sondern bringe sie!

Für uns alle, die wir bewusst auf die Wiederkunft Jesu warten, ist es eine zwingende Notwendigkeit, sorgfältig das Fundament des Evangeliums in die Herzen derer zu legen, auf die das Ende dieser Welt kommt und die die ganze Wucht des Kampfes der kommenden Tage zu tragen haben.
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Wie können wir das Wirken Gottes in unserem Leben erkennen?
Jonathan Edwards

• Wenn uns Christus immer kostbares wird, so dass wir nichts anderes in der Welt so sehr schätzen und verehren wie Ihn, darin ist Gott in uns am Werk.

• Wenn unsere Abneigung gegen die Werke des Teufels wächst und wir uns von den sündigen Leidenschaften der Weit entfernen, dann Ist Gott in uns am Werk.

• Wenn wir der Bibel mehr und mehr vertrauen, sie ehren und viel Zeit mit ihr verbringen, dann ist Gott in uns am Werk.

• Wenn wir der Bibel mehr und mehr vertrauen, sie ehren und viel Zeit mit ihr verbringen, dann ist Gott in uns am Werk.

• Das wohl wichtigste Kennzeichen: Wenn wir Jesus und unseren Nächsten immer mehr lieben, wenn die Ehre Christi und das Wohl des Anderen unser Ziel ist, dann ist Gott in uns am Werk.

Satan kann und wird diese Früchte niemals hervorbringen, weil sie seinem Charakter völlig entgegen gesetzt sind. Diese einfachen sichtbaren Merkmale sind sichere Beweise dafür dass die Gnade Gottes in dem Gläubigen am Wirken ist - trotz all der Unvollkommenheit, die der Mensch dabei an den Tag legt.

Wir Christen werden uns so lange nach persönlicher Vollkommenheit sehnen, bis wir unserem Herrn von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.

Wahre Selbsterkenntnis wird uns vor Heuchelei bewahren, und in uns wahre göttliche Freude entfachen, wenn wir erleben, wie Gott am Werk ist.

Also sei nicht entmutigt wegen all der Dinge an dir, die nicht glänzen, sondern würdige vielmehr das, was Gott in dir zum Glänzen bringt. Gib Ihm die Ehre, denn alles Gute kommt allein aus Seiner Hand.

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Neue Kreaturen.  Gerhard Oertel

Für bibelgläubige Menschen ist es eine bekannte Wahrheit, dass unsere alte Natur mit Christus gestorben sein muss, wenn sich das neue Leben aus Gott entfalten soll. Nach Römer 6 bestätigen wir durch unser Bekenntnis in der Taufe unsere Entscheidung zu einer solchen Veränderung. Wie aber vollzieht sich diese Wandlung in der Praxis unseres Lebens?

Es wäre ein Trugschluss, die Verantwortung dafür allein Gott zuzuschreiben. Die Verantwortung zu vielen praktischen Konsequenzen liegt auf der Seite des Menschen, wie Umkehr und Buße, Glauben an Christus, Suchen, Bitte und Anklopfen, die Versöhnung, die Abkehr von der Sünde und von schlechten Gewohnheiten oder, wie wir hier lesen, das einmütige und regelmäßige Versammeln zum Gebet, das Warten auf die Verheißungen Gottes und ein beständiges Leben gemäß der biblischen Lehre in der Gemeinschaft der Gläubigen, im Gebet und im Gedenken des Opfers Christi an meiner Statt.

Von Gottes Seite her geschieht dann auf Grund unseres Glaubensgehorsams ein wunderbares Wirken an unserem Leben, das Menschen und Engel in Staunen und Anbetung versetzt. Vergebung, Heilsgewissheit, Friede und Gemeinschaft mit Gott, Neugeburt zu göttlichem ewigem Leben, Erkenntnis und Weisheit, Kraft zum Dienen und Überwinden und die Heiligung unseres Wesens durch die Frucht des Heiligen

Geistes sind einige Dinge, die Gott in uns wirkt. Durch das göttliche Wirken an uns wird unsere Gesinnung. unsere Gefühlswelt unser Wünschen und Planen derart geprägt, dass die Bibel rundweg von einem neuen Sinn, einem neuen Herzen und einem neuen Geist in uns spricht. Diese neue Kreatur ist nicht plötzlich in ihrer Vollendung da, sondern entsteht wachstumsgemäß, beginnend mit der Neugeburt (Johannes 3, 1-7)  und erreicht ihre Vollendung, wenn wir Christus gleich sein werden (1. Johannes 3, 2)

In unserem Text haben wir einen klaren Befehl Gottes: "Als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, dass sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters." Hier handelt es sich also nicht um eine Empfehlung eine Möglichkeit oder einen Segen, es geht hier vielmehr um die Bereitstellung unseres Lebens für das verwandelnde und schöpferische Wirken Gottes durch den Heiligen Geist.

Das, was Gott in unserer Zeit, dem Zeitalter der Gemeinde, wirkt, das wirkt er durch den Heiligen Geist. Darum kann die Wichtigkeit des Heiligen Geistes und Seiner Wirksamkeit gar nicht genug betont werden! Nach den Worten Jesu gelangt nur der ins Reich Gottes, der durch den Geist Gottes hineingeboren wird. Als Bürger dieses Reiches haben wir den Auftrag, Jesu Zeugen zu sein und Seelen zu retten, den wir nur in der Kraft des Heiligen Geistes ausführen können. Das Wort Gottes wird uns nur durch den Heiligen Geist auf-geschlossen, der den heiligen Menschen Gottes die Bibelbücher eingegeben hat (2. Petrus 1, 21).

Durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist gelangen wir auch zum rechten biblischen Gemeindeverständnis. Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, (1. Korinther 12, 12-13) und können fortan kein "privates" Christendasein mehr führen, durch ein Dienen und Reagieren in der Liebe sowie durch ein Leben im Glauben, in der Selbstzucht und in guten Werken werden wir als geistliche Menschen einander erbauen und Gott verherrlichen. was unser Leben als Erlöste prägt, ist das Ergebnis des Wirkens des Heiligen Geistes.

Die Wirksamkeit Gottes durch den Heiligen Geist beginnt allerdings nicht erst zu Pfingsten In Jerusalem. Es hat bereits im Alten Testament viele Menschen gegeben die der Heilige Geist als Werkzeuge gebrauchte.  Zu Pfingsten begann Gott jedoch etwas grundlegend Neues. In seiner Wirksamkeit unter den  Menschen ging er einen sehr wichtigen Schritt vorwärts!

Eine Nachfolge für uns in neutestamentlicher Zeit, die sich lediglich auf Buße und Bekehrung, auf Gottesdienste und Opfer, auf Gebet und Lobpreis beschränkt, ist gewissermaßen im Alten Testament steckengeblieben. Das hatten sie alles schon vor Pfingsten! David ist von den schönen Gottesdiensten begeistert, und die Psalmen sind voll vom Lobpreis Gottes.

Die Propheten des Alten Testaments waren zum großen Teil Bußprediger. Immer wieder bekehrten sich Menschen von ihren sündigen Wegen zu dem lebendigen Gott, wie die Leute in Ninive nach der Predigt des Jona oder der König David nach der Predigt des Nathan. Auch gab es schon vor Pfingsten Menschen, die uns durch ihr Gebetsleben bis heute leuchtende Vorbilder sind, wie Abraham, Mose und Daniel. Johannes der Täufer wird vom Herrn Jesus der größte aller Propheten des Alten Testaments genannt. Er predigte wie wir, er rief zur Buße und Umkehr wie wir, und er löste durch seinen Dienst sogar eine Erweckung aus; denn "es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und die von Jerusalem und ließen sich alle von ihm taufen im Jordan und bekannten ihre Sünden" (Markus 1, 5).

Aber Johannes hatte noch etwas Entscheidendes zu sagen: Mein Dienst ist nichts gegen das, was kommen wird. Ich taufe euch mit Wasser und rufe euch zur Buße; aber nach mir kommt Einer, dessen ich nicht würdig bin, die Schuhriemen aufzulösen. Der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen! Wusste Johannes nichts anderes über den Messias zu sagen? Von seiner Gottheit und Allmacht? Von seinen Wundern und Von seinem Leiden und zu unserer Erlösung? Johannes ahnte zumindest etwas von den größeren und gewaltigeren Auswirkungen, die der Messias durch die Taufe in den Heiligen Geist gegenüber all den Wirkungen Gottes durch seine Knechte in den vergangenen  Epocben hervorrufen würde. Das ist das Neue, das zu Pfingsten seinen Anfang genommen hat  neue Kreaturen!

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Einheit. Joh.Chr.Blumhardt

Das Ist ja das Traurigste, wenn man Leute, die doch den Heiland lieb haben, sich darum untereinander wegwerfen sieht, weil sie nicht in allem einig sind, sollten sie doch Gott danken-, wenn auch nur die Spur eines Glaubens an Jesum da ist' Aber darum jemand wegwerfen, weil er noch nicht in diesem oder jenem Punkt mit uns eins ist, das ist das Schrecklichste, was der böse Feind unter uns hat erfinden können. Darum lasset uns wachen Lind nüchtern sein, auch in dem Punkt, dass wir auf alle Weise suchen, in der Liebe zu stehen, die einmal auch allein wird die Probe unseres Glaubens sein!

Was hätten wir erst an Christus, wenn sein Geist in uns wirken würde! Da würde es wenige Schwermütige geben; dann würde die Verzagtheit aufhören., in die wir so oft verfallen. dann wurde auch manches Murren und verdrossenes Wesen zum Ziel kommen. Es wäre der Geist der Wahrheit wirksam, da wüi-de man einiger sein, man würde den Sachen auf den Grund sehen Lind würde sich miteinander verständigen und würde am allerwenigstens aus vorübergehenden Missverständnissen Hass und Neid entstehen lassen. 

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Das verlorene Schaf. Daniel Del Veccho

Der Herr Jesus vergleicht den Sünder mit einem Schaf, das sich verirrt hat. Auch der Prophet vergleicht die Menschen mit Schafen, wenn er sagt:

"Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg,
aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn."

Wenn wir unseren eigenen Weg gehen, rebellieren wir gegen Gott und das 'Ist Sünde. Die Rebellion des Menschen schafft seine Sündhaftlgkeit, und seine Sündhaftigkeit schafft seinen verlorenen Zustand. Das Schaf hatte sich verirrt, weil es eigensinnig war. Es hat bestimmt nicht an die schlimmen Folgen gedacht, die aus seinem Eigensinn entstehen könnten. Es wusste auch nichts um die Gefahr, in die es sich begab. Es ging nur einfach einen anderen Weg, einen Weg, den viele verlorene Schafe schon gegangen waren, die dann irgendwo in der Wildnis den Tod gefunden haben.

"Manchem gefällt ein Weg wohl, aber zuletzt bringt er ihn zum Tode!" Einst waren wir in der Finsternis, aber wir haben uns zu dem Hirten und Bischof unserer Seele bekehrt. Die Wahl liegt bei uns! Wir können uns bekehren, wir können aber auch in der Finsternis bleiben.

Der geistliche Zustand des Sünders

Der Hirte ging dem Schaf nach, das verloren war. Welch schreckliche Tragweite hat doch dieses Wort: verloren! Welch Schmerz, welche Hoffnungslosigkeit, welche Verzweiflung trifft die Eltern, wenn sie die Nachricht erhalten: "Ihr Sohn ist vermisst" - verloren!

Wie ernst ist doch das Wort: "Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen!" Die Erntezeit ist vorüber, und wir sind nicht errettet. Zu spät! Verloren! Der Apostel sagt: "Wir waren einst ohne Gott in dieser Welt - ohne lebendige Hoffnung!" Leider gibt es so viele Menschen, die sich ihres verlorenen Zustands gar nicht bewusst sind. Sie leben in einer Illusion, in einer falschen Hoffnung. Ihr Glaube ist nicht auf das Wort des lebendiges Gottes gegründet. Ihr Glaube ist nur eine Vermutung.

Es ist ein großer Unterschied, ob wir Optimismus oder eine Vermutung oder wahren Glauben haben. Der Optimismus ist von den Umständen abhängig - von einem heiteren Himmel, einem guten Gesundheitszustand und einem großen Bankkonto. Die Vermutung gründet sich auf Stolz und Selbstbewusst-sein. Aber der wahre Glaube ruht auf dem Wort des lebendigen Gottes. Es ist das einfältige Vertrauen zum Dem, der uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat. Wer lebendigen Glauben besitzt, stützt sich auf das Werk Gottes. Er erkennt seinen verlorenen, sündigen Zustand und klammert sich an das Kreuz. Er bekennt sein ungöttliches Wesen und schaut zu Dem, der die Gottlosen gerecht macht.

Die grenzenlose Gefahr des Sünders

Das verlorene Schaf ist in Gefahr. Es ist den Naturgewalten, den Wölfen, anderen wilden Tieren und den Raubvögeln wehrlos ausgesetzt. Sie fallen über ihr Opfer her und zerreißen es. Genau so sich der Sünder nicht vor dem Tode wehren; denn "der Lohn der Sünde ist der Tod."  "Wer auf sein Fleisch sät, wird von dem Fleisch das -Verderben ernten." Das ist das unumstößliche Gesetz des Universums. Unerbitterlich gelangt der Sünder in den offenen Schlund der Hölle. Der breite Weg, auf dem er wandelt, wird immer gefahrvoller. Er sieht
die unheilvollen Blitze des Gerichts, das seiner wartet. Er hört die mächtigen Warnungen Gottes; aber trotzdem widerstrebt er! Während er vorwärts geht, führt sein Weg immer tiefer hinab und endet im ewigen Verderben. Er hat sein Haus auf sinkenden Sand gebaut.

In welch grenzenloser Gefahr befindet sich die Seele, die verloren ist! Alle Reichtümer dieser Welt lassen sich nicht mit dem unermesslichen Verlust einer Seele vergleichen. Auf ewig aus der Gegenwart Gottes verbannt! Ohne Aussicht auf ein Ende der Qual, der Verdammnis, ausgesetzt, dem Schmerz und den Gewissensbissen über die Ablehnung des Gnadenangebotes Gottes preisgegeben! Ewiges Leid, weil du dein Geburtsrecht für die vergänglichen Freuden eingetauscht hast!

Aber der Gläubige ist gegen den Tod gewappnet. Er kann mit dein Apostel ausrufen: "Tod, wo ist dein Stachel'? Hölle, wo ist dein Sieg?" Unser Feind ist schrecklich, er ist gefährlich, er ist voller List. Er hat viele zu Fall gebracht. Aber uns wurden die Augen geöffnet. Unsere Gefängniszelle ist aufgeschlossen. Wir wurden aus dein Reich der Finsternis in das Reich des Lichts, der Freiheit und der Kraft versetzt.

Der Wert eines Schafes

Der Hirte hatte neun-und-neunzig andere Schafe, die in Sicherheit waren. Gewiss hätte er eines entbehren können! Aber der Hirte kennt seine Schafe. Sie gehören ihm, und er liebt sie. Jedes Schaf ist ihm wertvoll. Jesus sagt: "Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie." Jedes Schaf ist von dem Hirten abhängig. Der Hirte empfindet eine Verantwortung gegen sein Eigentum. Jesus sagt: "Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe."

Seine ganze Aufmerksamkeit wendet er dem verlorenen Schaf zu. Er hört sein Blöken und setzt alles auf Spiel, um es zu finden. Das ist die unwandelbare Kunde der Erlösung. Gott neigt sich herab. Gott sucht. Der Entschluss für unsere Erlösung ist dem Herzen Gottes entsprungen. Es ist nicht der Mensch, der nach Gott sucht; es ist der Hirte mit seinem Herzen voller Mitleid, der gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Hätte doch die Gemeinde Jesu einen rechten Blick für die Verlorenen! Dann könnte sie nichts vom Erfüllen ihrer Aufgabe zurückhalten. Ein Mietling kümmert sich nicht um die Schafe. Möge Gott uns helfen, dass seine Liebe in uns brennt! Und möge er uns bewahren, den Geist eines Mitlings zu haben, dem die Schafe gleichgültig sind!

Die Sicherheit des Schafes

Als der Hirte sein Schaf gefunden hatte, legte er es auf seine Schultern. Es findet Ruhe am Herzen Gottes. Wenn der Herr mein Hirte ist, dann mangelt mir nichts. Auch im Tal der Todesschatten ist er bei mir. Jesus ist auch die Tür zu den Schafen. Wenn mir Jemand Schaden zufügen will, muss er an ihm vorbei. lesus hat die Welt, den Tod, die Hölle und das Grab überwunden. Unsere Feinde sind besiegt!

Der Hirte kehrt mit großer Freude zurück und ruft seine Nachbarn zusammen Lind spricht zu ihnen: "Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! Ich sage euch: "Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut!" Wahre Buße umfasst eine Veränderung unserer Gesinnung, unserer Richtung, unserer Absicht und unsere Bestimmung.

Ist dir noch etwas wichtiger als die Gewissheit, dass dein Name im Lebensbuch des Lammes geschrieben ist? Willst du nicht zur Herde zurückkehren, wo im Hause des Glaubens grüne Auen und frische Wasser deiner warten'? Komm heim - heute!
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"Ein jeder kehre vor seiner Tür!"  Bread of Life

Wenn wir von unseren Mitmenschen Vollkommenheit erwarten und dabei nicht die hervortretende Unvollkommenheit in unserem eigenen erkennen, ist dies ein sicheres Zeichen von Unmündigkeit. Wir möchten so gern das Stäubchen aus dem Auge des Bruders entfernt sehen, während in unserem Auge immer noch ein Balken ist. Ein "Kehre vor deiner eigenen Tür, und du wirst keine Zeit haben, zur Tür deines Nachbarn zu schauen!"

Oft fordern Eltern mehr von ihren Kindern, als sie selbst zu tun bereit sind, manche Sonntagsschullehrer haben keine praktische Vorstellung von dem, was sie lehren, und sogenannte ältere Christen stellen oft zu große Erwartungen an die neugeborenen Kindlein in Christo. Tatsache ist, dass dieselben Kinder, Schüler und Neubekehrten gar nicht so viel Lehre oder Tadel bräuchten, wenn sie in ihren Eltern, Lehrern oder den "alten" Gläubigen ein lebendiges Vorbild hätten.

Ein etwas eigenartiger Mann, der jahraus jahrein mit seinen  schweren, eisenbeschlagenen Stiefeln durch das Haus Gottes trampelt, zeigt mit seinem
Finger auf zwei lebhafte Jungens, die nicht sanft genug durch das Heiligtum gehen, und ergießt einen Schwall von Beschuldigungen über sie,  wobei sein Stimme schrille Stimme viel störender für de heiligen Ort ist, als das Laufen der Kinder.

Diese selbsterwählten Richter haben vielleicht im Moment Erfolg, indem sie die jungen Menschen zum Schweigen bringen; aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich ihr Erfolg auch darauf erstreckt, die jungen Leute anzuspornen, das Haus Gottes zu lieben. --- Dies sind gewiss Extremfälle, aber dennoch steckt mehr von dieser Gesinnung in uns, als wir zugeben möchten.

Jene, die schon lange "auf dem Wege" sind, neigen dazu, sich über die jungen Leute zu beklagen und ihren rückfälligen Zustand zu bejammern. In ihrem Eifer, die jungen Menschen anzuregen, regen sie sich auf "Wenn sie für Gott brennen würden, dann hätten sie wenigstens ab und zu ein Zeugnis! " Aber wie steht es mit diesen Kritikern? Von einem Jahr zum andern sagen sie in der Versammlung kein Wörtlein für Jesus.

"Wir brauchen Arbeiter im Weinberg. Wo sind die.jungen Leute, die dem Herrn dienen sollten? Wären sie nicht so sehr mit weltlichen Dingen beschäftigt, hätten sie bestimmt Zeit, für Jesus zu wirken." Das ist wahr, Gott braucht junge Streiter! Aber wie steht es mit den Helfern in den mittleren und fortgeschritteneren Jahren? Wenn sie nämlich zur Zeit und zur Unzeit mehr auf ihrem Posten wären, dann würden sie die Jugend inspirieren, ihren Platz im Reiche Gottes einzunehmen. Unsere Jugend braucht Vorbilder, keine Kritiker!

Was sagt die Bibel darüber, wenn ein Mensch von einem Fehler übereilt wird? "Helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, und siehe auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest" (Galater 6, 1). Unterläuft dir auch manchmal noch ein Fehler? Nur der Mensch, der innere Größe und Reife besitzt entschuldigt das Versagen anderer und erkennt, dass auch er fähig ist, zu Fall kommen zu können.

Es passiert auch manchmal, dass Gläubige, die durch leibliche Prüfungen gehen, in die Hände leidiger Tröster wie ein Hiob fallen. Sie bekommen dann den Rat: "Du musst glauben! Denke nicht so viel an deine Krankheit!" Wenn dann aber diesen unbarmherzigen "Kämpfern für den Glauben" auch einmal ein vielleicht nur geringes Leiden zustößt, liegen sie da und jammern und warten auf Mitleid.

Der mündige Überwinder, der durch mancherlei Schwierigkeiten gegangen ist und um Prüfungen und Versuchungen aus eigener Erfahrung weiß, wird auch stets mit dem schwachen und kranken Bruder Geduld Mitleid haben, und dem Gefallenen reicht er hilfreich seine Hand. Gewissenhafte, vorbildliche Eltern werden stets mit einer liebevollen, nachsichtigen und geduldigen Erziehung auf ihre Kinder einwirken. Der freundliche, verständige Sonntagsschullehrer wird die Schüler seiner Klasse durch die Übereinstimmung seines Lebens mit seiner Verkündigung für Jesus gewinnen.

"Überwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisset, dass wir desto mehr Urteil empfangen werden" (Jakobus 3, 1). Lasst uns strenger zu uns selbst als zu dem anderen sein!

Lasst uns nicht nur nach der Vollkommenheit streben, sondern lasst uns auch barmherzig gegen die sein, die in unseren Augen noch nicht vollkommen sind.

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Das Gewissen ist nur dann ein zuverlässiger Führer,
wenn das Wort Gottes sein Lehrer ist.
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