Sieg des Kreuzes Oktober 2015

Die Kunst des Betens
Hans R. Waldvogel

Gott ist genug
Daniel Del Vecchhio

Wie ein Kind
Thomas Lardon

Lob und Dank für Gottes Güte 
J. R. Gschwend

Vier Schritte im Kampf gegen Sünde
Sinclair Ferguson

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
Oktober 2015            Jahrgang 30/10

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Die Kunst des Betens. Hans R. Waldvogel

Die klarste Aussage im Blick auf das Gebet gibt uns Jesus in der Verheißung: "Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, dass ihr's empfangen werdet, so wird's euch werden" (Markus 11.24). Jesus sagt nicht, dass wir etwas anderes empfangen, wenn wir für etwas Bestimmtes beten. Er sagt, dass wir genau das bekommen, wofür wir beten. Wie unvollkommen unsere Erfahrung momentan auch noch sein mag, diese Verheißung sollte uns anspornen, uns in der Kunst des Betens zu vervollkommnen.

Zu Gott beten - wie öffnet das die Fenster des Himmels! Wie öffnet es mir die Tür zur Kammer des Königs! Wie führt es mich zur Gemeinschaft mit dem allmächtigen Gott! Ich bete zu meinem Vater, der darauf wartet, sich mir zu offenbaren und es mir öffentlich zu vergelten.

Oft ist unser Beten nichts anderes als eine gewohnheitsmäßige Verrichtung - das Plappern eines Kindleins. Wir sollten aber an die Aufgabe des Betens so herantreten, als ob es um Leben oder Tod ginge - und darum geht es auch! Das Gebet ist in Wahrheit die höchste Aufgabe eines Menschen und bringt den größten Lohn. Jedes Gotteskind sollte im Laufe des Tages seine bestimmte Gebetszeit haben. Das Gebet ist die geistlichste Tätigkeit, die wir verrichten können.

Der natürliche Mensch kann nicht beten. Es bedarf des Segens der Wiedergeburt und der Kraft des Heiligen Geistes, der unserer Schwachheit aufhilft und uns befähigt, so zu beten, wie wir sollen. Wie könnte sich sonst ein Mensch, der in Sünden geboren ist. dem reinen' heiligen Gott nahen, wenn ihm nicht das Blut des Bundes und der Geist Gottes zur Verfügung stehen würden? Gott hält so viel vom Gebet, dass er nicht nur Menschen sucht, die ihn anbeten, sondern dass er sie auch dazu ausrüstet. Er wäscht sie mit Jesu Blut und dann gibt er ihnen den Heiligen Geist.

Was ist es nun, dass unsere Gebete an der Erhörung hindert Oft werden sie nicht erhört, weil sie nicht inbrünstig sind. Wie oft öffnen wir uns der Macht des Fleisches und lassen uns dadurch die Inbrunst und Salbung rauben! Wenn du erhörlich beten willst, solltest du dich auf das Beten vorbereiten. Aus diesem Grunde solltest du die beste Zeit des Tages dem Gebet, dem Alleinsein mit Gott, widmen. Wenn du dich aufmachst, um zu beten, wirst du merken, dass dein Fleisch und der Teufel gegen dich sind; du wirst aber auch merken; dass Gott bei dir ist.

Gebet ist Kampf. Die Bibel macht uns das sehr klar, wenn sie sagt: "Ziehet den Harnisch Gottes! Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel" (Epheser 6, 11-18). Im Alten Testament finden wir das Beispiel von Daniel, der drei Wochen lang gebetet hat. Er wusste nicht, dass sein Gebet schon von Anfang an erhört worden war. Die Erhörung konnte aber nicht durchkommen, weil unter dem Himmel ein Kampf ausgetragen wurde. War es da nicht gut, dass Daniel im Glauben durchgehalten hat? Er richtete sein Angesicht auf den Herrn  und suchte ihn im Sack und in der Asche. Was verhalf ihm zu dem Entschluss, durchzubeten? Die Verheißung Gottes! Und was hatte die Erhörung aufgehalten? Der Zorn des Feindes! Die Macht des Feindes in das Reich Gottes eingedrungen, weil das Volk Gottes gesündigt hatte: Der Teufel hatte sich verschanzt und wollt unter keinen Umständen das Feld räumen. Er wollte seine Stellung solange wie möglich behaupten, und nur durch das glaubensstarke. beharrliche Gebet Daniels wurde er schließlich in die Flucht geschlagen.

Das kann auch bei uns der Fall sein. Der Teufel verschanzt sich. Wie oft geschieht das zum Beispiel beim Beten um Heilung! Manchmal erlangen wir die Heilung ganz leicht; aber dann gibt es wieder Zeiten, in denen wir durch Prüfungen gehen müssen. Oft betrifft das nicht nur den einzelnen, sondern die gesamte Gemeinde Gottes. Was geht da vor? Durch Ungehorsam und Sünde hat sich der Teufel Einlass verschafft. Um ihn wieder hinauszuwerfen, müssen wir gläubig beten, ernsthaft Buße tun und aufrichtig Gott suchen. Das ist der Grund, weshalb die Bibel so viel über das beharrliche Beten lehrt und weshalb Jesus sagt, "dass man allezeit beten und nicht nachlassen solle". Er wusste, dass die Versuchung zum Lau werden groß ist.

Gott will, dass wir unsere Lektion über das Beten in einem solchen Ausmaß lernen, dass wir große Siege erlangen. Er gibt die Gabe des Gebetes und möchte, dass sie unter seinen Kindern reichlich zu finden ist. Dann brauchen sie nur einen Satz zu sagen, und schon haben sie die Gewissheit, dass sie erhört worden sind. Gott will, dass sein Volk das Gebet des Glaubens betet. Auf diese Weise wird das Reich Gottes auf Erden offenbar. Dies geschieht nur durch seine Kinder, die sich nicht durch den Teufel zum Unglauben und Erliegen verleiten lassen.

Lasst uns noch einmal auf diese kostbare Verheißung schauen, die Gott denen gibt, die beten: "'Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun." Jesus sagt hier: „Ich gehe zum Vater, um eure Gebete erhören zu können. Ihr seid auf dieser Erde ein Volk von Priestern. Es ist eure Aufgabe, durch Beten etwas zu erlangen und durch Beten den Teufel zu überwinden. Meine Aufgabe als der große Hohepriester ist es, euch vor das Angesicht des Vaters zu stellen und euch die Gewissheit zu geben, dass eure Gebete erhört werden." Das ist das Wort Gottes, der Bund seiner Liebe! Lässt uns das nicht aufhorchen? Regt es uns nicht an, Gott zu suchen?

Manchmal haben wir Gott beschuldigt, unsere Gebete nicht erhört zu haben. Wir haben Gott statt uns getadelt. Es wäre viel besser gewesen, wenn wir die Schuld bei uns gesucht hätten. Jakobus zählt einiges auf, das uns in diesem Zusammenhang eine Hilfe sein kann: "Bekenne einer dem anderen seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet." Es gibt viele Dinge, die unserem Beten im Wege stehen können: Sünden, die wir vergessen haben, unvorsichtige Worte, die wir aussprachen, Gedanken, die unser Kleid besudelten. Vielleicht können wir uns dieser Dinge nicht mehr erinnern; aber Gott, der alles hört und sieht. hat sie nicht vergessen. Er hat alles notiert, und jetzt steht es gegen uns. Dadurch hat der Teufel etwas in der Hand und bringt uns ständig zu Fall. Deshalb ist es so wichtig, dass wir unter dem Blute Jesu und zu seinen Füßen bleiben, dass wir im Gebetskämmerlein verweilen und durchbeten.

Gottes Wort sagt: "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft!" Unsere Lektion für wahres Beten ist, auf den Herrn zu harren, Gott Zeit zu geben. Du kannst kein segensreicher Fürsprecher oder Gebetskämpfer sein, wenn du dem Gebet nicht genügend Zeit einräumst. Wie viel Zeit brauchst du, bist du ruhig genug bist, um dich konzentrieren zu können? Die meisten Menschen versäumen, sich Zeit zu nehmen. Sie gelangen noch nicht einmal bis an die Pforten der Gebetsstätte. Ihr Sinn ist nicht aufnahmefähig genug, um die Stimme vom Himmel zu hören. Das ist nur dem möglich, der viel Zeit dem Gebet widmet.

Die Bibel lehrt uns, ohne Unterlass zu beten. Das ist das Ziel! "Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern: dass ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, um Gottes Schönheit zu schauen." Mögen andere die Schönheit der Erde betrachten und die Sehenswürdigkeiten der Weit bestaunen - meine Augen müssen allezeit mit dem Licht seines Antlitzes erfüllt sein. Das ist das Vorrecht derer. die durchbeten und die wirklich an die Stätte der Gemeinschaft mit Gott gelangt sind. Dann ist es nicht mehr nötig, dass wir uns mit Fürbitten und Gebeten abmühen - die Erhörung kommt sofort!

Wie kommt es, dass es Menschen gibt, die sich damit begnügen, einfach nur zu beten, ohne jedoch eine Erhörung zu erfahren? Besonders im Blick auf die göttliche Heilung geschieht dies häufig. Sie lassen sich salben und für sich beten, aber sie erwarten nichts vom Herrn. Das ist Sünde! Die Bibel sagt: "Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen!" Wenn es kein Gebet des Glaubens ist, dann lass es lieber ganz sein! Wenn es aber ein Gebet des Glaubens ist, dann wird auch dem Kranken Hilfe zuteil. Der Herr wird ihn aufrichten, und seine Sünden werden ihm vergeben sein. Der Herr macht ganze Arbeit!

Mein Gott hat mich in diese Welt gestellt und mit einer Kraft ausgerüstet, die unaussprechlich ist. Er macht mich zu einem König und zu einem Priester. Manche meinen, dieser Segen ist für eine spätere Zeit bestimmt. Nein, Geliebte, er gehört uns - hier und jetzt! Wo wird eine Priesterschaft nötiger gebraucht als hier auf dieser Erde? Wo sind Gebete, die wie die Gebete Jesu ihre Erhörung im Himmel finden, nötiger als hier auf Erden - in unseren Gottesdiensten, in unseren Familien, in unserem persönlichen Leben? Lasst uns das sein, wozu wir berufen sind - Priester, die ein geistliches Opfer darbringen, das angenehm und Gott gefällig ist.

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Gott ist genug! Daniel Del Vechhio

Der Ausdruck "allmächtiger Gott" bedeutet nach dem Grundtext "der in allem Genügende". Dieser Name Gottes, El-Schaddai, der im Buch Hiob einunddreißig mal vorkommt, wird nach dem Auszug aus Ägypten durch den Namen Jehova ersetzt. Gott ist der, der uns stärkt, der uns stützt, der uns zufrieden stellt! Er ist uns in allem genug!

Es gibt viele Dinge in der Welt, von denen die Menschen meinen, nicht genügend zu haben. Manche denken, sie haben nicht genug Geld. Genug Geld, so meinen sie, könnte ihre Probleme lösen. Andere fühlen, dass sie nicht genug Macht oder Einfluss haben. Wieder andere empfinden, dass es ihnen an Bildung mangelt. Andere meinen, sich nicht genug entfalten zu können oder nicht genügend Freiheit zu haben.

Im allgemeinen wird angenommen, dass die Menschen wirklich zufriedener wären, wenn sie diese Dinge, die ihnen fehlen, besäßen. Doch diese Annahme ist falsch Es ist nicht der Mensch, der von diesen Dingen nicht genug hat, sondern es sind die Dinge, die dem Menschen nicht genug sind! Selbst wenn alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen würden, blieben wir doch unbefriedigt und leer. Das Herz des Menschen kann nur von einem befriedigt werden, von dem, der genug ist - Gott.

Ein altes Sprichwort sagt: "Wenn dir Gott fehlt, fehlt dir alles – Gott ist genug!" Wir können ohne Reichtum, ohne Bildung, ohne soziale Sicherheit leben - aber nicht ohne Gott. Ohne ihn ist der Mensch tot. Getrennt von Gott. ist er von der Quelle aller geistlichen Güter abgeschnitten, Gort ist der Ursprung aller Dinge, der die Leere unseres Herzens ausfüllt.

Wir leben in einer Gesellschaft, die unersättlich ist. Unzufriedene Leute sind gefährliche Leute. Sie sind ständig auf der Suche, ständig voller Begierde, ständig wie hungrige Wölfe auf der Lauer nach Beute. Wir leben in einer Menschheit, deren Becher nur halb gefüllt ist. Tief im Inneren fühlt jeder seinen Mangel. Selbst Menschen, die nach außen hin fromm erscheinen, sind sich dessen bewusst.

Der reiche Jüngling kam mit der aufrichtigen Frage zu Jesus: "Was fehlt mir noch?" Vielleicht bewegt dich dieselbe Frage. Vielleicht bist du mit deinem gegenwärtigen Zustand nicht zufrieden. Dann lasst uns weitergehen und versuchen, eine Antwort auf dieses Sehnen und Verlangen zu finden. Zu sagen, dass Gott genug ist, zu sagen, dass er der für alles Genügende ist, dass er all unseren Mangel ausfüllt und uns reich und fruchtbar macht, wirft eine weitere Frage auf.

Wir wissen, wo die Quelle ist. Wir sehen ein, dass alle anderen Wege nur zur Enttäuschung führen. Wir haben erfahren, dass alle Versprechungen dieser Welt nur leere Träume und böse Vorspiegelungen sind. Wie aber können wir nun zur Quelle gelangen? Es geht uns da wie der Samariterin, der Jesus verheißen hatte, lebendiges Wasser zu geben. Sie sagte: "Der Brunnen ist tief, und du hast nichts, womit du schöpfen könntest."

Ist es dir nicht auch schon so gegangen? Der Brunnen ist tief. Das Wasser scheint so weit weg von dir zu sein. Du hast keine Möglichkeit, es deiner dürstenden Seele zu reichen. Der Brunnen ist tief, er ist bodenlos; aber es gibt etwas, womit wir schöpfen können!

In 2. Korinther 9,8 heißt es: “Gott aber kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen  Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken." Gott ist die Quelle, und Gnade ist seine Fülle. Gott kann machen, dass alle Gnade reichlich vorhanden ist. Gnade die Fülle. Gnade genug! Das Ergebnis des Annehmen der Fülle der Gnade ist volle Genüge in allen Dingen. Was aber ist Gnade? Wie kann ich die Gnade Gottes verstehen, so dass ich sie auf meine persönlichen Bedürfnisse anwenden kann? Gnade ist die reiche Fülle Gottes, die wir uns nicht verdienen oder erwerben können, sondern die durch den Glauben empfangen wird.

Lasst uns dazu einen Blick rückwärts werfen. Gott hat sich in Christo uns gegeben. Das Wort Gottes findet in dem fleischgewordenen Wort seinen Ausdruck. Gott gab sich als das vollkommene Leben, als das vollkommene Vorbild, als die Offenbarung des unsichtbaren Gottes in Christo Jesu. Gott gab sich als der Träger unserer Sünde, als Jesus am Kreuz die Schuld eines jeden Menschen auf sich genommen und für die Sündenschuld gebüßt hat.

Am Tage der Pfingsten gab sich Gott als Heiliger Geist, als der allein innewohnende Tröster, als der uns stets Gegenwärtige. Jesus war während seines irdischen Lebens ein Vorbild für alles, was wir bedürfen. Er wurde in allen Dingen versucht wie wir. Dann hat er unsere Sünden ans Kreuz getragen; sein Tod ist genug. Es war ein vollkommenes Werk, ein vollendetes Werk. Das Blut Jesu wird vom Vater anerkannt und hat Macht, uns von aller Sünde zu reinigen. Die Gabe des Heiligen Geistes verleiht dieser Wahrheit ihre Bedeutung und offenbart sie dem Herzen des Menschen. Er, der heilige Geist, ist genug; denn er ist bei uns bei jeder Gelegenheit und in allen Situationen; und er hat uns verheißen, immer bei uns zu bleiben.

Wie können wir nun zufriedengestellt werden? Wie kann die Gnade Gottes den Hunger und Durst unseres Herzens stillen? Als wir uns zu Jesus bekehrt haben, wurde unser Herz für Gott geöffnet. Vor der Bekehrung steht der Mensch vor der unerschöpflichen Fülle der Gnade und hat nichts womit er schöpfen kann. Er steht da mit leeren Händen - und der Brunnen ist tief.

Wer nun an den Herrn Jesus glaubt und im Glauben zu ihm blickt, entdeckt in seinen Händen einen Becher. Nun wird das Seil der Buße und des Gebets in den Brunnen hinabgelassen. Er schöpft das Wasser und beginnt zu trinken. Durch die Geistestaufe erleben wir das Erfüllt werden mit dem Heiligen Geist, und unser Leib wird ein Tempel des Geistes Gottes. Wer nun ständig Gemeinschaft mit dem Vater hat. bleibt auch ständig mit dem Geist erfüllt und lebt ständig in der Fülle Gottes. Die Gemeinschaft bewahrt uns die Fülle.

Wer im Licht und inständiger Gemeinschaft mit Gott und seinen Kindern lebt, bleibt gereinigt. Dies verschafft uns das ununterbrochene Erfüllt sein mit Gott. wer das erlebt, ist nicht mehr leer. Die hungrige Seele wird gesättigt. Wer mit dem Geist erfüllt ist, ist mit Gott erfüllt. wer mit Gott erfüllt ist, hat die Fülle. Seine Gnade durchströmt uns, und sein Leben ist unser Leben.

Was ist das Leben und Wesen Gottes? Die Bibel sagt, dass Gott Liebe ist. Sie erklärt weiter, dass diese Liebe diese göttliche Liebe, durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist. Wenn das Wesen Gottes Liebe ist und diese Liebe durch den Heiligen Geist in mein Herz ausgegossen wird, komme ich zu dem Ergebnis: Wenn mir Liebe fehlt, fehlt mir Gott!

Was sind nun die besonderen Kennzeichen der Liebe? Paulus sagt, dass Liebe geduldig ist, dass Liebe freundlich ist, dass Liebe demütig ist, dass Liebe Glauben hat. Wenn mir nun Geduld, Freundlichkeit, Demut und Glauben fehlen, dann fehlt mir die Liebe, dann brauche ich Gott; denn Gott ist Liebe. Der Heilige Geist kann mir diese Eigenschaften Gottes vermitteln. Gottes Liebe füllt aus all meinen Mangel. El-Schaddai macht mich reich. Die Liebe macht uns fruchtbar. Die Liebe befreit uns von den Fesseln selbstsüchtigen Verlangens. Wenn ich mit dem Heiligen Geist erfüllt bin, bin ich mit Gott erfüllt. Sein Geist befähigt mich, Gott mit meinem Geist zu erfassen.

Wenn ich mit dem Heiligen Geist erfüllt bin, bin ich mit göttlichen,Gedanken erfüllt. Ich habe göttliche Interessen. Ich habe einen ewig währenden Reichtum. Ich habe eine geistliche Aufgabe. Liebe macht uns zufrieden. Liebe ist nicht eifersüchtig. Sie sucht sich nicht selbst. Sie ist das wahre Wesen Gottes, des in allem Genügenden. Er hat uns in sein Bild geschaffen, und wenn er in uns wohnt, haben wir die Fülle. Dann können wir mit David sprechen: "Mein Becher fließt über!"

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Gehorsam bedeutet,
dass du dich von deinem Problem
oder Kummer abwendest
und deine Augen
und deine Aufmerksamkeit
auf Jesus richtest.
Dann wird dein Lobpreis
Wirklichkeit.

C. Marshall

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Wie ein Kind …  Thomas Lardon

Es war ein schöner, friedvoller Anblick. Der kleine Sven, seit zweieinhalb Jahre der Sonnenschein der Familie, lag in seinem Kinderbett, den heiss geliebten Stoffbären im Arm, und hielt sein Mittagsschläfchen. "So unschuldig, findet ihr nicht? fragte die stolze Mutti die Umstehenden. Und jeder, der etwas erwidern wollte, musste sich durch einen Blick auf den kleinen Sven berichtigen lassen.

Einige Stunden später war es die Oma, die zuerst das Ungeheuerliche bemerkte: Jauchzend hatte sich der kleine Familienstolz darangemacht, einem hilflos am Boden liegenden Schmetterling Flügel und Beine auszureißen. Das Entsetzen war groß. So etwas hatte man von dem unschuldigen Kind nicht erwartet.

Es war nicht die Unschuld, woran Jesus dachte, als er uns die Kinder als Vorbild hinstellte: „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." Seit der Mensch sich bewusst für die Sünde entschieden hat, ist Unschuld ein Fremdwort für ihn geworden - selbst schon für ein Kind, das noch keine Ahnung von den Verstrickungen und Schlammlöchern der Sünde haben kann. Das Auflehnen gegen Gott, das Hinausgehen aus dem Gemeinschaftsbereich des Schöpfers, ist das eigentliche Vergehen, die Ursünde. Und jeder Mensch, der wieder in Verbindung mit dem treten will, der es uns eigentlich leichter machen wollte, ist auf den Weg nach Golgatha angewiesen.

Hier, auf dem Schuttabladeplatz dieser Welt, wo der Sohn Gottes die Schuldrechnung mit seinem Blut beglichen hat, ist das Kreuz aufgerichtet, das Zeichen der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen, die erkannt haben, wie aussichtslos ein Leben ohne den allein Leben bringenden ist. Nein. die Unschuld, diese falsche Ausrede der Schuldigen, war es nicht, die Jesus an den Kinder so faszinierte und die er uns als unbedingtes Muss vor die Augen stellte war die Fähigkeit, vertrauen, glauben zu können.

Der erwachsene Mensch, der in der Weit scheinbar auf seine aus guten und schlechten Erlebnissen gewonnene Erfahrung angewiesen ist, so1l auf einmal loslassen, sich hingeben, die Hand reichen - ohne Bedingungen und Verträge. Ist das nicht eine Zumutung, wider alle menschliche Vernunft? Gott sei Dank ist es gegen unsere so arg beschränkte und misstrauische Vernunft; aber eine Zumutung ist es nicht! Es ist ein Schritt des freudigen Ja-Sagens, ein Schritt, den nur Kinder tun können, die die Güte ihres Vaters kennen. Und beweist uns unser himmlischer Vater nicht jeden Tag neu, wie unerreichbar die Grenzen seiner Güte sind, gerade in den ausweglosen Situationen?

Sieh nicht mehr auf die eigenen Fähigkeiten verlassen, weil man seine Grenzen ganz klar kennt; keine Ansprüche mehr stellen, sondern dankbar hinnehmen, was Gott für uns bereitet hat; sich keine unnötigen Sorgen mehr machen, sondern wissen; dass eine nie endende Liebe uns trägt: das ist der kindliche Geist, der das Erbe des Gottesreiches in sich birgt. Das ist die Gesinnung, die nicht nur die Pforte zur Ewigkeit ist, sondern auch die Basis für ein wertvolles und gottgewolltes Leben, Wir machen uns nicht lächerlich, wenn wir den ans Ruder lassen, der die Meere des Lebens kennt. Wir laufen nicht Gefahr, ausgelacht zu werden, nur weil wir uns der hilfreichen Ordnung Gottes anvertrauen. "Lehre mich glauben, Herr … " ist das Gebet des Christen, der die himmlischen Spielregeln richtig verstanden hat.

Die Ersten werden die Letzten sein - das ist Gottes Reihenfolge. So ist es auch mit den Kindern. Sie werden den Erwachsenen als Vorbild hingestellt - eine Lektion, die heilsam ist, weil sie den Stolz des Stärkeren bricht und auf die göttlichen Dimensionen hinweist. Wirft nicht der Prophet Jesaja nur ein anderes Licht auf dasselbe.Wort, wenn er sagt: „Ich sehe aber an den Elenden, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort"? Den Unvermögenden, den Enttäuschten, den verlorenen Söhnen - ihnen allen steht das Vaterherz offen, wenn sie nichts bringen als ihr Vertrauen, ihren Glauben an einen Gott, der Veränderungen schafft - Menschen, die "Vater" sagen können wie ein Kind . . .

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Habe deine Lust an dem Herrn.  Psalm 37, 4
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Lob und Dank für Gottes Güte. J. R. Gschwend

Im Blick auf das, was Gott in der Vergangenheit getan hat und noch täglich tut, ist mein Herz mit Lob und Dank und Preis erfüllt.

Ich danke Gott, dass er vor 80 Jahren es einer kranken, bettlägerigen Frau aufs Herz gelegt hat, für die Errettung ihrer unbekehrten Nachbarn, besonders für die große Familie Gschwend, zu beten. Ich danke Gott, dass ich als der Jüngste unserer Familie der erste sein durfte, der in das Reich Gottes geboren wurde, nachdem diese Beterin schon längst gestorben war.

Ich danke Gott, dass er es zuließ, dass mein Vater, einer der größten Geschäftsinhaber unserer kleinen Stadt, alles verlieren musste. Ich danke Ihm heute, dass ich in großer Armut aufgewachsen bin, um frühe den unaussprechlichen Reichtum in Christo zu finden und ihn andern mitteilen zu können.

Ich danke Gott heute mehr denn je, dass Er es zuließ, dass ich 1916 in Deutschland der Spionage beschuldigt und ins Gefängnis gesteckt wurde. Ich danke Gott für jene Hungers- und Leidenszeit, in der er anfing, laut und deutlich zu mir zu reden. Er hat mich meiner Sünden bis in die Kindheit überführt und mir Jesus offenbart. Ich danke Gott. dass Er mir damals das klare Zeugnis gegeben hat. dass mich das Blut Jesu Christi von aller Sünde reinigt und mein Name im Buche des Lebens steht. Als ein neuer Mensch, der in das Reich Gottes geboren war, durfte ich aus dem Gefängnis gehen. Der stets zunehmende Frieden Gottes und die Freude des Heiligen Geistes waren in meinem Herzen.

Ich danke Gott, dass es ihm gefiel, mich bald nach der Bekehrung mit dem Heiligen Geist zu taufen und mit der Kraft aus der Höhe anzutun. Ich danke Gott, dass Sein Geist und Sein Wort mich nun bald sechzig Jahre immer recht geleitet haben, wenn es oft auch gegen meinen Verstand und das Verständnis der Menschen ging.

Ich danke Gott, dass Er mir Gnade gab, in der Armee zwei Jahre lang für ihn zu zeugen, und dass Er mich dann ganz in den Dienst der Seelenrettung gerufen hat. Er sandte mich nach Basutoland (jetzt Lesotho), um dort zwanzig Jahre lang über die Berge zu reiten und das Evangelium zu verkündigen. Der vierjährige berittene Militärdienst hat mich dazu vorbereitet, so dass ich die Strapazen leicht ertragen konnte. Ich danke Gott, dass ich durch Seine wunderbare Führung auf einer solchen Bergreise meine Ehegemahlin finden durfte, die dort als erste weiße Frau Gott diente.

Ich danke Gott, dass Er mich gleich nach meiner Ankunft in Basutoland einen wichtigen Glaubensschritt machen ließ. Zuerst wusste ich nicht, ob ich es tun soll oder nicht. Doch dann gab mir der Herr Sein Wort, wo es heißt: "Sei getrost und unverzagt und mache es!" (1. Chronik 28, 20-21). Das war vor 54 Jahren. Gott ist mit uns gewesen und hat uns durch die Leviten (die treuen Geber) mit allem versorgt, das wir zum Bau Seines Reiches und zur Rettung kostbarer Seelen benötigten.

Wir danken Gott immer wieder für die vielen Priesterseelen, die Er uns geschenkt hat und von denen etliche schon über 50 Jahre für uns beten. Wir danken Gott für die vielen willigen und weisen Mitarbeiter, für die Drucker und besonders für die Säe-leute, die oft unter Lebensgefahr den Samen des Evangeliums ausstreuen. Einige wurden ermordet. und andere sind in Gefängnissen. Ganz besonders danken wir Gott für die vielen freiwilligen Übersetzer, die die Frohe Botschaft bis heute in über 200 Sprachen übersetzt haben. Wir danken Gott für die vielen Menschen, die in vielen Ländern immer noch gerettet werden und dass viele von ihnen das Evangelium zur Rettung weiterer kostbarer Seelen verkünden. Ich danke Gott für die Heilung meiner Frau, die an Knochenkrebs gelitten hat und von den Ärzten aufgegeben war. Sie ist in ihrem hohen Alter (80) noch rüstig und darf noch tätig sein. Sie dankt herzlich für die vielen Gebete, die für sie zum Thron der Gnade aufgestiegen sind.

Wir danken Gott für jede Züchtigung, die Er in Seiner Liebe über uns kommen ließ, für jedes Leid, für jeden Glaubenskampf, für jede Anfechtung und auch für jede Verleumdung, die der liebevolle Töpfer gebraucht hat, um uns in das Ebenbild Christi umzugestalten. Wir danken Gott, dass Er das angefangene Werk vollenden wird und dass wir Ihn, den Schönsten von Zehntausenden, sehen werden, wie Er ist.

Wir danken Gott, dass wir jeden Monat zwei Millionen Evangeliumsblätter und bis zu 100. 000 Herzbüchlein und andere Schriften in vielen Sprachen verbreiten dürfen. Wir danken euch, ihr Lieben, für eure Fürbitte, die viel vermag.

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Vier Schritte im Kampf gegen die Sünde. Sinclair Ferguson

1.) Erkenne die Sünde als das an, was sie wirklich ist!

Es hilft nichts, die Sünde kleinzureden, zu verharmlosen oder ganz zu verschweigen. Nenne Sünde beim Namen. Sexuelle Verfehlungen sind „sexuelle Verfehlungen“; sage nicht, „ich habe ein kleines Problem mit meinen Gedanken“. Sünde ist nichts Geringeres als die böse Lust des menschlichen Herzens, jedes sündige Wollen und Handeln ist Götzendienst.

2.) Lerne, deine Sünde mit Gottes Augen zu sehen.

   „wegen dieser Dinge bricht Gottes Zorn über die herein, die nicht bereit sind, 
   ihm zu gehorchen“ (Kolosser 3,6). Gott fordert uns dazu auf, jedes sündige
   Verlangen zu dem Kreuz Christi zu tragen; denn dort hat der zündlose  
   Gottessohn den Zorn Gottes für uns getragen.

3. Sie ein, dass die Sünde mit deinem Leben als Christ nicht vereinbar ist.

   Wenn du durch den Glauben an Jesus Christus wiedergeboten bist, dann hast 
   du „den alten Menschen mit seinen Verhaltensweisen“ ausgezogen und „den 
   neuen, von Gott geschaffenen Menschen“ angezogen (Kolosser 3, 9-10).
  „Das Alte ist vergangen, etwas Neues ist entstanden“ (2. Korinther 5, 17)

4. Töte die Sünde (vergl. Kolosses 3,5

    Du glaubst, das klingt zu einfach? Aber es gibt keinen anderen Weg! Kämpfe
    gegen die Sünde, lass es verhungern, indem du sie meidest und von dir   
    stößt. Auf eine andere Weise wirst du die Sünde niemals los!
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