Sieg des Kreuzes November 2015

Siehe, Er kommt! von Hans R. Waldvogel

Offenbarung 16,12-16 ist eine interessante Schriftstelle; denn sie spricht von dem Kommen des Teufels und von dem Kommen Jesu, und beide kommen zur gleichen Zeit. Ich weiß, dass es viele Auslegungen der Offenbarung gibt. Vor längerer Zeit wurde gesagt, dass diese drei Frösche drei bestimmte Staatsmänner sind. Nun, das ist vorbei, und wir wissen, dass es nicht stimmte.

Eins ist jedoch klar: Diese Schriftstelle zeigt, dass wir uns nicht nur für das Kommen Jesu interessie-ren sollten, sondern dass wir auch für die Ereignisse aufwachen müssen, die auf Erden geschehen. Wir sehen hier, wie sehr sich Jesus mit diesem großen Ereignis befasst. Er kommt wie ein Bräutigam für seine Braut und sagt: "Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet!" Wir sollen in unseren Tagen nicht nur beten, sondern auch wachen!

Dem Kommen Jesu geht aber etwas voraus, und davon wird hier gesprochen: "Siehe, ich komme wie ein Dieb!" Wir wissen, wenn ein Dieb kommt, dann meldet er sich nicht an. Er macht keinen Lärm. Er klingelt nicht an der Haustür. Keiner soll ihn hören. Und Jesus sagt, dass er auf diese Weise für die Seinen kommt. Er kommt zu einer Zeit,in der wir ihn nicht im geringsten erwarten. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns dafür interessieren. Er kommt, wenn die ganze Welt auf dem Kopf steht und wenn diese Dämonen ihre Macht über die Menschheit  ergießen.

Die Schlacht zu Harmagedon wird gewöhnlich als Atomkrieg hingestellt. Aber das ist nicht  der Fall! Die Schlacht zu Harmagedon erleben wir in unseren Versammlungen, in unseren Familien, in unserem Leben. Die Entscheidung, die in die dem Kampf errungen wird, zeigt, ob Jesus Herzen vorfindet, die für seine Herrschaft, die sich über unsere Zeit hinaus erstreckt, zubereitet  sind. Das ist der große Kampf, in dem wir stehen und den Satan gegen die Menschheit  führt.

Die herrliche Berufung des allmächtigen Gottes ist  nun, sich auf  dieser Erde  Söhne zu schaffen, die ohne Tadel inmitten unserer verdorbenen und verkehrten  Generation leben. Sie sollen als Lichter in dieser Welt leuchten, das heißt, Jesus gleich sein. Wenn wir sagen, dass wir in ihm bleiben, sollen wir auch leben, wie er  gelebt hat. Das ist es,  was der Teufel  hasst! Er denkt nicht  an die Atheisten,  an die Verführer und Übeltäter. Die hat er schon! Das sind seine Legionen, die seinen Befehl ausführen. Aber der Teufel hat es auf dich  abgesehen - auf die Söhne und Töchter Gottes. Er will deinen Leib haben; denn es ist unser Leib, der den Teufel vernichtet. Gott kommt in unseren Leib und verwandelt ihn in das Bild seines verherrlichten Leibes. Unser Leib schafft das neue Jerusalem.

Aus diesem Grunde hat er uns mit dem Heiligen Geist getauft. Er gibt uns nicht die Geistestaufe, um uns "groß" zu machen, sondern um uns heilig zu machen, wie er heilig ist, um uns rein ist machen, wie er rein ist. Welch herrlicher, köstlicher Ruf! Warum flüchten wir uns nicht in die Arme Jesu und lassen diese Reinheit und Heiligkeit unser Teil wer den? Er sagt uns, dass wir der Heiligung nachjagen und uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen sollen, damit wir durch die Furcht Gottes in der Heiligkeit vollkommen werden. Die Menschen, die das tun, werden mit Jesus herrschen. Sie sind bereit, wenn er kommt.

Das ganze Neue Testament bezeugt diese große Wahrheit. Du kannst nicht fehlgehen; alles ist klar und offen dargelegt. Wenn du diese Wahrheit nicht findest, liegt es daran, dass du dich nicht ernstlich danach ausstreckst. Wenn du Jesus haben willst, willst du auch heilig sein; du willst rein sein, wie er rein ist. Jesus kommt wieder. Er interessiert sich sehr für die Menschen, die sich darauf vorbereiten. "Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet!" Warum sollen wir wachen? Warum sollen wir unser Kleid bewahren? Weil der Teufel heute alles daransetzt, um uns zu Fall zu bringen und unser Kleid zu besudeln.

Was ist das für ein Kleid? Es ist  Gottes Gerechtigkeit. Wer die Fülle  der Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit empfangen hat, wird nicht von der Sünde überwunden werden, sondern im Leben herrschen. Das Leben Jesu Christi überwindet die Macht  des Todes, der Krankheit, der Sünde und der Unreinheit. Was ist nun diese Fülle der Gnade? Es ist die göttliche Natur, die uns im Evangelium angeboten wird. Es ist der Sohn Gottes, den Gott von den Toten wiedergebracht hat, damit er in unserem Herzen und in  unserem Leib  leben kann. Er macht  uns vollkommen und geschickt,  seinen Willen zu tun.
 
Dieses Werk der Gnade hat am Kreuz begonnen. Jesus hat sein Blut vergossen, um uns das Kleid der Gerechtigkeit zu geben. Es bedurfte seines kostbaren Blutes, um  uns zu reinigen, um uns ein reines Herz und einen neuen Geist zu geben und uns seinen Heiligen  Geist zu verleihen. Wie rein, wie fleckenlos ist eine  Seele, die ihre Sünden Gott bekannt und die Erlösung empfangen hat! Es ist nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

Es ist  doch eigenartig, dass gerade mitten in  der Beschreibung der großen Schlacht zu Harmagedon, die durch diese drei Frösche, durch diese dämonischen Mächte, hervorgerufen wird, Jesus von seiner Gemeinde spricht, die sich rein und fleckenlos bewahrt. Er sagt von ihr, dass sie selig ist Er sagt nicht, dass die selig sind, die in Zungenreden oder viel von sich halten, oder sich über andere erheben; er sagt vielmehr: „Selig sind, die ihre Kleider bewahren!" Das ist der Ruf der aus dem Himmel zu mir und zu einem jeden von uns ganz persönlich kommt. Durch diesen Ruf bietet Gott uns und besonders unserer jungen Mannschaft eine wunderbare Möglichkeit an, die Möglichkeit, rein zu  sein und die Sünde zu überwinden.

Geliebte, jeder von uns wird vor die Entscheidung gestellt. Wir müssen die Wahl treffen – zwischen der Sünde und der Furcht Gottes, zwischen dem Heiligen Geist und dem Geist der sein Werk in den Kindern des Unglaubens hat, zwischen einem Kleid, das bewahrt bleibt, und einem Kleid das besudelt ist. Lasst uns aufhören, über das Kommen des Herrn zu reden, solange wir nicht willig sind, unser Herz zuzubereiten und unser Kleid weiß und fleckenlos zu bewahren. Diese unreinen, dämonischen Mächte, die der Teufel aus seinem Munde gespieen hat, erfüllen unsere Atmosphäre. Aber du und ich, wir haben das Vorrecht, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein! Der Heilige Geist herrscht in uns; er verwandelt uns durch die Erneuerung unseres Sinnes und macht uns zu Überwindern.

Jesus sagt: „selig ist, der wacht und hält seine Kleider!“ Das bedeutet, dass wir etwas zu tun haben Er hat uns ein schneeweißes Kleid gegeben; und wenn es nicht  schneeweiß geblieben ist, dann sagt er: „Tue Buße und tue die ersten Werke! Gedenke, wovon du gefallen bist! Kehre um zur Reinigung durch das Blut, und vergewissere dich, dass du rein und fleckenlos bist!" Jesu Blut hat noch  dieselbe Kraft!

Der Grund, weshalb wir nicht völliger mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, liegt darin, dass wir ihn betrübt haben. Unsere fleischlichen Gedanken und unsere unvorsichtigen Worte haben ihn vertrieben. Gott sucht Menschen, denen bewusst ist, dass sie sich inmitten eines furchtbaren Kampfes befinden. Viele  der großen Kämpfe des Universums werden über unseren Gemeinden und über unseren Familien ausgefochten. Die Entscheidung muss fallen, die Entscheidung, ob eine Seele, deine Seele, Jesus haben will oder nicht! Möchtest du sein wie Jesus? Oder hast du noch ein anderes Sehnen und Verlangen in deinem Herzen? Der Ruf Gottes, der an dich ergeht, ist heute wichtiger als je zuvor. Geliebte, er kommt wie ein Dieb in der Nacht. Manchmal hörst du seinen Fußtritt, manchmal hörst du sein Flüstern. Er sagt: "Komm zu mir, meine Schwester, meine Liebe, meine Taube, meine Reine!" Geliebte, Jesus kommt uns entgegen und bietet uns an, für  sein Kommen bereit zu sein.

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Erheb dein Haupt, du müder Pilger,
der Tag ist nah, da Jesus erscheint.
Die Schatten  flieh'n, und dein Geliebter
dein Sehnen stillt und sich mit dir vereint.

Lang war die Nacht, heiß war das Kämpfen,
schwer war die Last, und groß war die Not.
Doch nun  wir schau'n Zeichen der Zukunft;
das Herz ergibt uns vor Freude in Gott.

Köstliches  Heil! Sel'ge Verheißung
 füllt unser Herz mit göttlicher Macht.
Ewiger Tag, Heil deinem Kommen!
Herrlichkeit leuchtet in irdischer Nacht!

Jesus, mein Herr, Du kommst bald wieder!
Bald Du in Pracht den Deinen erscheinst;
bald in der Luft Du uns begegnest;
bald Du auf ewig uns mit  Dir vereinst.

M.J. Camp
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Was fehlt mir noch?  Daniel Del Vecchio

Die höchste Aufgabe der Gemeinde Jesu auf Erden ist, die Heiligkeit und Liebe Gottes  auszustrahlen, damit Menschen zu ihm hingezogen werden. Es ist ihre wichtigste Aufgabe, die Botschaft der Erlösung mitzuteilen, damit die Erwählten vor der ewigen Verdammnis bewahrt und für das himmlische Reich zubereitet werden. Als Glied dieser Gemeinde ist es deine vornehmste Aufgabe, Jesus Christus zu kennen und ihn denen zu bekennen, die noch ferne von ihm sind. Die Absichten  des Kommens Jesu auf die Erde war, die gefallene Menschheit  zu erlösen und es  einem gerechten Gott zu ermöglichen, seinen Geschöpfen zu vergeben und die Gemeinschaft wiederherzustellen. Diese Botschaft der Versöhnung soll nun die Gemeinde verkünden. Sie soll  bezeugen, dass Gott in Christo  war und die Welt mit  sich selber versöhnt hat und den Menschen ihre Sünden nicht zurechnet. Es ist traurig, aber wahr, dass  sich der Durchschnittschrist nicht als Werkzeug gebrauchen lässt, um eine Seele zu Jesus zu bringen. Und es ist noch trauriger,  dass die meisten Christen es noch nicht einmal  versuchen!

Wenn wir  Seelenretter werden wollen, müssen wir wissen, was der Errettung der Menschen im Wege steht. Jeder umbußfertige Sünder verschanzt sich hinter einer Lüge und verbirgt sich hinter  einer falschen Vorstellung. Deshalb möchte ich für die Nachfolger Jesu gewisse Grundwahrheiten aufzeigen, durch welche sie zu segensreichen Werkzeugen werden können. Sie werden die Lügen Satans vernichten und den Sünder dorthin bringen, wo Gott seiner  Seele begegnen kann. Das erfordert mehr als nur menschliche Weisheit und natürliche Kraft.

Auch der Ungläubige sehnt sich nach gewissen Segnungen, die im geistlichen Bereich liegen. Er sehnt sich nach Frieden; und doch weigert er sich, Frieden mit Gott zu machen. Er sehnt sich nach Glückseligkeit und beneidet die Gläubigen; aber was er sucht, ist Freude ohne Heiligung. Mancher sehnt sich nach Vergebung und möchte von der Qual eines bösen Gewissens befreit sein; aber er will Vergebung ohne  Buße. Im Grunde möchte er so bleiben, wie er ist, und auf seinem alten Wege weitergehen.

Eins der größten Hindernisse, das dem Seelenretter begegnet, ist die Vorstellung des Ungläubigen, dass er gar nicht so schlecht ist, um verloren zugehen. Viele  reden von der Würde des Menschen. Sie  sagen: "Wir sind alle  Söhne Gottes, und selbst wenn wir einmal etwas Unrechtes tun, dann lässt sich ein Gott  der Liebe doch nicht mit einem Verdammungsurteil oder einer Hölle in Einklang bringen." Doch Jesus hat von der Hölle mehr als alle Schreiber der Bibel gesprochen. Selbst den Engeln, die gesündigt haben, hat Gott nicht vergeben, sondern sie mit Ketten gebunden und in  die Finsternis geworfen. "Wie sollen wir da entfliehen, wenn wir ein solch großes Heil verachten?"

Hier nun ist es, wo wir anfangen müssen. Das  Gesetz ist unser Zuchtmeister,  das uns zu Christus bringt. Solange ein Mensch nicht von seiner Sünde überführt ist, sucht er  auch kein Heilmittel. Solange er nicht weiß, dass  er einen gerechten und zornigen Gott beleidigt hat, sucht er keine Befreiung. Das Gesetz verhilft dem Menschen, den Zufluchtsort in der ewigen Gottesstadt zu finden.

Deshalb müssen wir den Ungläubigen zuerst darauf hinweisen, dass seine Wege nicht Gottes Wege und seine Gedanken nicht Gottes Gedanken sind. Er muss zu der Erkenntnis kommen, dass das Herz des Menschen trügerisch und verzweifelt böse ist. Selbst wenn sich ein Mensch nicht vor dem Sterben fürchtet, beweist  dies nicht, dass er zum Sterben bereit ist. Wenn ein Mensch nicht an das Gericht  Gottes glaubt, ändert  dies nichts  an der Tatsache, dass es ein Gericht gibt.

Was sagt nun Gott über die Menschheit im allgemeinen? In 1. Mose  6:5 heißt es: "Gott sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und dass alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar." Das ist nicht das Bild, wie sich der Mensch einschätzt. Er gibt das nicht zu. Aber es heißt nicht nur, dass die Bosheit groß war, sondern dass jeder Beweggrund ihres Herzens nichts  als böse war. Gott sieht den inwendigen Menschen, seinen Geist, sein Wesen, seine Gedanken; und das umfasst jede Neigung, jede Gemütsbewegung, jede  Leidenschaft, jedes  Verlangen, jede Stimmung und jede Tat. Dies alles strömt aus einer vergifteten Quelle. Die Quelle ist verdorben, und  deshalb kann das  Wasser nicht rein sein.

Nun möchte ich fragen: Gibt es  gar nichts  Gutes? Ist nicht ein geringer Funke von Göttlichem vorhanden? Ist nichts da, das den Menschen Gott angenehm macht? Nachdem Gott den Menschen geschaffen hatte, sah er, dass es gut war. Wie schnell hat sich das aber geändert! Vor der Sintflut sah Gott auf die Menschen, und sie  waren völlig verdorben. Selbst ihre guten und edlen Taten entsprangen unheiligen und selbstsüchtigen Motiven. Ihr Leben stand im Widerspruch zum Willen Gottes. Es kommt nicht darauf an, was uns gut oder böse dünkt; es ist der Ungehorsam dem Willen Gottes gegenüber, der den Menschen böse macht.

Das Dichten und Trachten  des menschlichen Herzens ist Herzens ist nicht nur böse, sondern es ist böse immerdar - jedes Jahr, jeden Tag, jeden Augenblick. Der Mensch zur Zeit Noahs hatte sich von Gott gewandt. Es gab keine Gottesfurcht mehr. Sie freiten und ließen sich freien; die Ehescheidungen waren himmelschreiend. Die Unmoral hatte die Oberhand gewonnen. Es gab großen Wohlstand; es wurde unermüdlich gebaut;doch das Verderben schritt unaufhaltsam vorwärts.

Die Menschen spotteten über die göttlichen Dinge; sie lachten über Noah  und seine Bemühungen, sie zu  retten. Nun sagt Jesus: "Wie es war in  den Tagen Noahs, so wird's auch sein in den Tagen  des Menschensohnes." Keiner sage: Gewiss, in den Tagen Noahs war die Welt böse; aber heute ist das alles anders! Tausend Jahre nach Noah sagte David: „Sie sind alle abgewichen und untüchtig;  da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer." Später ruft Paulus aus: „Alle haben gesündigt und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.“ Die ganze Bibel liefert ein Bild davon, dass der Mensch ohne Gott verloren ist.

Auch wir waren tot in Sünde und Übertretungen, ohne Hoffnung und ohne Gott in dieser Welt. Aber Gott hat alle unsere Sünden und Gebrechen auf Jesus  gelegt. Er ist es, der die Gottlosen gerecht macht. Wer das erlebt hat, kann nicht schweigen. Wer das erlebt hat, muss eine Menschheit, die dem Verderben entgegeneilt, warnen. Sind wir dazu bereit? Was hindert uns, ein Zeuge Jesu zu sein? Bei dem reichen Jüngling war es seine  Liebe zum  Geld. Ist auch unser Hindernis der Reichtum? Ist es die Liebe zu den Dingen dieser Welt? Der reiche Jüngling sehnte sich aufrichtig nach Gott. Er hatte alle Gebote gehalten. Als aber seine Hingabe auf die Probe gestellt wurde, zeigte es sich, dass er Gott nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von allen Kräften liebte. Er hatte seine Lust nicht ungeteilt an  dem Herrn. Er erfreute  sich nicht  der ständigen Gegenwart Gottes.

Ich weiß nicht, was dich hindert, ein Zeuge Jesu zu sein. Vielleicht hegst du Bitterkeit in deinem Herzen. Vielleicht ist es die Liebe zu dir, die Liebe zur Welt, zu ihrer Macht und zu ihrem Einfluss. Was hindert dich, in die Ruhe Gottes einzugehen? Frage den Herrn: „Was fehlt mir noch?" Er wird es dir zeigen.

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Die selbstverleugnende Nachfolge.

Lass uns eingehen durch  die Pforte, die uns das Blut Jesu geöffnet hat. Ach, ich fürchte, dass  die aufgeregten Gemüter in diesen Tagen nur allzu viel dies Eingehen vergessen! selbst bei allem Ruhm des Blutes Jesu. Das süße, teure Evangelium vom inneren Reich Gottes ist unbekannt und nicht erprobt, weil man nicht eingeht durch die Pforte, die darin besteht, dass man Jesu lebt und in seiner selbstverleugnenden Nachfolge beharrt. O, diese Angelegenheit ist so wichtig und liegt so innig nahe! Es ist nur ein Herzutreten und Eingehen unter der Führung unseres guten Hirten! Werden wir innig still und abgeschieden, um seine Hirtenstimme in uns zu hören! Werden wir einfältig und biegsam, um ihr in allem zu folgen! Kurz, werden wir unschuldige Lämmer, die nichts mehr wissen, als dass sie am liebsten sind, wo ihr Hirte weilt; ihm die Sorge überlassend, sie nach seinem Wortgefallen zu weiden. Ich finde nirgends andere Nahrung, es ist alles dürre und mager außerhalb des Seelengrundes in  dem Jesus ist.

Gerhard Tersteegen

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Wenn wir in Frieden beieinander wohnten,
Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten,
dann würden wir den letzten heil'gen Willen
des Herrn erfüllen.

J.  A. Cramer
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Die Kraft des unendlichen Lebens. Harold C. Mason

Jemand sagte einmal, dass Jesus es niemals eilig hatte, weil er in ständiger Sicherheit lebte. Selbst der Tod war für ihn nicht das Ende seines Lebens oder die Vereitelung seines Planes. Bei den Menschen, die nicht durch den Glauben des Sohnes Gottes leben, ist das anders. Sie stehen ständig unter dem Druck der Ungewissheit. Sie leben mit dem Kalender und mit der Uhr. Der natürliche Mensch ist an die Erde gebunden. Fleischliches Begehren und irdische Leidenschaften fordern ihre Befriedigung. Wie vergänglich sind doch  diese irdischen Freuden! Rauschende Feste, sportliche Veranstaltungen und schöne Reisen - alles geht schnell zu Ende. Dem Leben im Leib wird ein falscher wert beigemessen, und wer nicht über das Grab hinaus denkt, wird von quälender Unruhe  getrieben.

Der Gläubige dagegen, der die Kraft der Auferstehung Christi geschmeckt hat, weiß, was es bedeutet, in Jesus zu ruhen. Das natürliche verlangen ist für ihn nicht eine Peitsche, die ihn zur Eile und zu unheilvollen Entscheidungen antreibt; denn das Grab ist nicht das Ende seines Lebens. Hebräer 7, 76 sagt: dass Jesus die Kraft eines unendlichen Lebens ist. Dieses Leben teilt er denen mit, die es sich durch den Glauben  schenken lassen.

Der Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier liegt darin, dass der Mensch weiß, dass  er sterben wird, während das Tier es nicht weiß. Der Mensch geht mit dem Schatten des Todes an seiner Seite durchs Leben. Er ist sich seines bevorstehenden Todes bewusst und weiß, dass er keine Kraft für ein unendliches Leben besitzt.

Weil nun dem Menschen die Kraft des ewigen Lebens fehlt, hat er auch nicht die uneingeschränkte Macht, für die Zukunft zu planen oder sich der Gegenwart wirklich zu erfreuen. Er wird von einer ständigen Unsicherheit und Ungewissheit geplagt. Trotz kühner Ansprüche zweifelt er an seiner Fähigkeit, sich seine Zukunft sicher und glücklich zu gestalten. Hatte er nun die Kraft eines unendlichen Lebens, dann könnte er den Erfordernissen des irdischen Lebens mit Gelassenheit begegnen.

Es ist nicht nötig, ein Vertreter der Entwicklungstheorie zu sein, um die Tatsache zu erkennen, dass das Leben auf verschiedenen Ebenen verläuft. Das Leben des Unkraut oder des Grases ist begrenzt. Es begrenzt sich sowohl auf die Spanne seines  Daseins als auch auf seine Intelligenz, auf die sich der Mensch so viel einbildet und die sein Leben angeblich reich und bedeutungs-voll macht. Das Unkraut hat nur wenig Lebenskraft, und am Ende des Jahres ist es dahin. Aber es hat seinen Zweckerfüllt, für den es bestimmt war.

 Der Mensch dagegen lebt länger, und das Leben bietet ihm eine ganz andere Entfaltungsmöglichkeit. Es ist schwieriger, dass er seine höhere Bestimmung erfüllt. Genau genommen, ist wenig Unterschied zwischen dem Leben des Menschen und dem Leben des Unkrauts, der Unterschied liegt in der Lebenskraft. Auch der Mensch hat einen begrenzten Lebenskreis. Wenn er nun  diesen Lebenskreis nicht durch die Kraft Gottes durchbrechen lässt, wodurch  sein Leben kraftvoll, das heißt unendlich, wird, muss er schließlich sterben, ohne die Aufgabe seines Lebens erfüllt zuhaben. Es genügt nicht, sich seiner Existenz bewusst zu sein, sondern er muss ununterbrochen für  seine hohe Aufgabe  leben.

Der Erlöste, der Mensch, in dem die Kraft der Auferstehung Christi wohnt, nimmt die richtige Stellung ein. Er sucht seine Freude nicht in einem unvernünftigen Jagen; denn er hat vielZeit, in der er das Beste, das das Leben bietet, genießen kann. Er lässt sich nicht von der davon eilenden Zeit beunruhigen; denn in ihm wohnt die Kraft des unendlichen Lebens. Er hat eine lange Ewigkeit vor sich, in der er viel erleben kann.

Der Gläubige setzt sein Leben nicht auf materiellen Gewinn. Er misst seinen Erfolg oder seine Fehlschläge auch nicht an den irdischen Gütern, die doch nur vergehen. Beim Erzielen der höchsten Werte seines Lebens ist er von dem Druck der Hast und Eile frei; denn er betrachtet alles mit den Augen der Ewigkeit. Er ist auf das Wohl seiner Mitmenschen genauso bedacht wie auf sein eigenes; denn vor ihm liegt ein langes Leben, und er hat es nicht nötig, jemand auszunutzen.

Ein solcher Mensch ist unüberwindlich. Er hat die Kraft eines endlosen Lebens. Nichts kann ihn vernichten oder aufreiben. Dafür ist er zu mächtig. Wenn man an die Energien denkt, die im Leben verbraucht werden, besonders im Leben der Menschen, die nur an  sich denken, dann ist die Bedeutung der Kraft  eines unendlichen Lebens viel, viel größer.

Wir müssen sehr stark sein, um ewig zu leben. Deshalb müssen wir von gespeist werden, die unermesslich sind. Wenn wir uns ständig der Quelle des ewigen Lebens öffnen, können wir nicht sterben. Wir haben eine Kraft, die uns durch alles hindurch trägt, eine Kraft, die größer als die Atomenergie ist. Wir betrachten alles mit den Augen der Ewigkeit. Da wir einen weiten Weg vor uns sehen, ist unser Denken ein ganz anderes als das unserer erdgebundenen Mitpilger. Wer an Jesus glaubt, ist einfach anders. Die Welt ist über ihn erstaunt und bestürzt, weil er sich von ihren billigen und vergänglichen Schätzen nicht kaufen lässt. Wenn ihn die Welt als einen Besiegten betrachtet, ist er in Wirklichkeit ein Überwinder; und wenn er für seine Mitmenschen tot ist, lebt er mehr denn je. Er ist ein lebendiges Zeugnis für einen Widerspruch.

Jesus nimmt die Sünder an! Das ist die Botschaft, wenn wir in diesen Tagen an die Ewigkeit denken. Jesus hat den Kreis des Todes durchbrochen und berührt die Seele mit ewigem Leben. Der Mensch, der in der Tretmühle der Gewissensbisse und in der Gleichförmigkeit seines Daseins dahinlebt, kann durch die Kraft des unendlichen Lebens Christi zur Ruhe in Gott gelangen.

Wer das Leben des Sohnes Gottes besitzt,erfährt, dass die Fieberhaftigkeit des natürlichen Lebens aufgehört hat. wenn wir so in der Gewissheit göttlicher Stärke und in dem Bewusstsein ewiger  Freude ruhen, sind wir von allen Zweifeln frei. Das ist die Kraft  des unendlichen Lebens, die allein in Jesus ist.

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Erweckung - Teil des göttlichen Planes. E. M. Bounds

Es wird gesagt, dass die Geschichte der Erweckung die Geschichte des christlichen Glaubens ist. Keiner kann Religionsgeschichte studieren, ohne von ihrem mächtigen Einfluss, den sie auf Bestimmung des Menschen ausübt, beeindruckt zu sein. Wenn wir Rückschau halten und das Fortschreiten des Reiches Gottes auf Erden betrachten, sehen wir Zeiten der Erweckung, die wie erquickende Ströme auf ein dürres und durstiges Erdreich kamen und die Wüste in einen blühenden Garten verwandelten. Sie brachten eine Zeit geistlichen Lebens und Wirkens, wenn die Gemeinde dem Einfluss der Gleichgültigkeit und Weltlichkeit anheim gefallen war und eines neuen Erwachens für ihre Aufgabe und Verantwortung bedurfte.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist die Tatsache von nicht geringer Bedeutung, dass die Kirche von einer Erweckung zur  anderen gegangen ist - sei es in der Urgemeinde, im Mittelalter oder in unseren Tagen. Es hat immer Männer gegeben, die mit der besonderen Kraft ausgerüstet waren, das Geheimnis eines tiefen Lebens mit Jesus zu sehen und zu verkünden. Die Frucht ihres Dienstes stand immer im Verhältnis zur geistlichen Aufnahmebereitschaft ihrer Generation.

Weil Gott von Anfang an überwiegend durch Erweckung gewirkt hat, können wir nicht leugnen, dass Erweckungen ein Teil seines göttlichen Planes sind. Das Reich unseres Herrn hat sich in einem großen Maße durch besondere Zeiten gnädiger Heimsuchungen ausgebreitet, die mit dem Werk der Bekehrungen verbunden waren. Daraus können wir schließen, dass das Mittel durch das Gott zu allen Zeiten gewirkt hat, auch in  unserer Zeit angewandt werden kann, um gleiche Ergebnisse erzielen.

Die stille Bekehrung eines Sünders nach dem andern unter der Verkündigung  des Evangeliums wird von dem Prediger und von den Gemeindegliedern stets mit dem Gefühl der Freude und des Dankes empfunden. Darüber hinaus  muss es aber auch von Zeit Zeit Offenbarungen der Kraft Gottes geben, durch die sich gleichzeitig Tausende bekehren, um dadurch der Welt eine sichtbare und beeindruckende Kundgebung zu verleihen. Sie soll sehen, dass Gott denselben Jesus, den sie ablehnt und kreuzigt, zu einem Herrn und Christus gemacht hat und dass er das königliche Zepter des Universums in seiner Hand hält und herrscht, bis alle seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden.

Aus diesem Grund ist es ganz natürlich, dass wir von Zeit zu Zeit eine Wiederholung von dem erwarten, was am Pfingsttag geschehen ist. Dies bildet den endgültigen  und krönenden Beweis der Herrschaft unseres Herrn. Wo dies  geschieht, wird die schlummernde Seele des sorglosen Weltkindes wach-gerüttelt, und das Ohr des Unbekehrten horcht auf. In bemerkenswerter Weise zerbrechen jene glanzvollen Träume irdischer Herrlichkeit und Größe, Träume des Wohlstands, der Macht und des Glücks, welche die rebellische und von Gott gelöste Menge so zärtlich pflegen. Ein solches Ausgießen des Heiligen  Geistes bildet einen überzeugenden Beweis für die Vollkommenheit des Opfers Jesu für unsere Sänden und einen Vorgeschmack der Gewissheit, dass Jesus zum zweiten Mal ohne Sünde zu unserem Heil erscheint, um die Welt mit Gerechtigkeit zu richten.

Eine solche Erweckung sollten wir erwarten, die vom rechten Gebrauch der zur Verfügung stehenden Mittel ausgeht. in unseren Tagen, in denen das Materielle auf Kosten des Geistlichen erhöht wird und der sittliche Maßstab auf der untersten Ebene angelangt ist, bedarf es nicht nur einer geringen Betonung dieser Tatsache. Dass Erweckung nicht ein Wunder ist, hat schon Charles G. Finney kraftvoll gelehrt. Die Apostel bezeichneten die Wunder einfach als Mittel, durch die sie die Aufmerksamkeit auf ihre Verkündigung erlangten und durch die die göttliche Vollmacht bestätigt wurde.

Aber das Wunder war nicht die Erweckung. Das Wunder war eine Sache, und die Erweckung, die dann folgte, war eine andere Sache. Die Erweckungen in den Tagen der Apostel waren wohl mit Wundern verbunden; aber sie selbst waren kein Wunder. Alle Erweckungen sind von Gott abhängig. Wie bei jeder anderen Aufgabe, so erbittet und erwartet auch hier Gott die Mithilfe der Menschen. Das völlige Ergebnis kommt durch das Zusammenwirken Gottes mit dem Menschen zustande. Ein bekannter Ausspruch lautet: Gott allein kann die Welt retten; aber er kann sie nicht allein retten! Gott und Mensch vereinen sich in dem Dienst der Seelenrettung, wobei die höchste Aufgabe des Menschen das  Gebet ist.

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Möcht’ unser Leben doch ein Lobpreis sein
zu Deines heil'gen Namens Ruhm und Ehre,
bis wir voll Jubel einmal stimmen ein
vor Deinem Thron in aller Engel Chöre.

Käte Walter
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Sieg des Kreuzes – Ausgabe November 2015
Sieg des Kreuzes November 2015.pdf
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