Sieg des Kreuzes Juli 2015

Die Macht des Wortes Gottes. Oskar Lardon
Gebetsloses Beten.  E. M. Bounds
Glückseligkeit.. John Wesley

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
Julii 2015                          Jahrgang 30/07

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA

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Die Macht des Wortes Gottes.  Oskar Lardon

Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre" (Apg. 2:42). In unseren Tagen wird in vielen Kirchen und Gemeinden der Ruf zur Umkehr zu Gott und zu dem machtvollen Wort Gottes, wie es zur Zeit der Apostel in der Gemeinde Jesu offenbar wurde, deutlicher und dringender. Der leidige Trost, mit dem man sich lange abgefunden hatte, dass die Kräfte und Gaben der ersten Christenheit nicht mehr erlebt werden können, befriedigt viele nicht. In manchen Teilen unserer Welt gibt es heute gewaltige Erweckungen, die von außerordentlichen Zeichen und Wundern begleitet sind und in denen Scharen von Menschen, die in Finsternis und Gottesfeme lebten, errettet und umgewandelt werden, so dass sie nun nichts anderes mehr wünschen, als nach den Richtlinien des Wortes Gottes zu leben und "beständig zu bleiben in der Apostel Lehre".

Wo aber Gott und sein Wort keinen Glauben finden, wo man nicht willig ist, sich unter das Wort Gottes zu beugen und die Bedeutung des uns von Gott geschenkten Wortes anzuerkennen, da erlebt man auch nicht seine Kraft. Wo keine apostolische Beugung unter das Wort Gottes vorhanden ist, da geschehen auch keine apostolischen Zeichen und Wunder. Wo aber Menschen das Wort Gottes gelten lassen und sich im praktischen Leben dazu bekennen, da bekennt sich der Herr auch zu ihnen. Der Mangel an göttlicher Kraft zu einem Überwinderleben im Heiligen Geist ist groß. Uns kann nur geholfen  werden, wenn wir unsere Einstellung zum Wort Gottes prüfen und entsprechend ändern.

Der Kampf Satans gegen das Wort Gottes entbrannte schon am Uranfang der Menschheitsgeschichte. Er verdrehte und verdächtigte das Wort des lebendigen Gottes. Wenn aber Gott etwas gesagt hat, dann meint er das auch und wird genau danach handeln. Wer sich mit einem veränderten, halben oder verdrehten Wort Gottes zufriedengibt, der wird Gottes Plan nicht recht verstehen und die Kraft und das Leben Gottes auch nicht erfahren können.

Viele nehmen sich aus der Bibel nur das heraus, was ihnen passt. Sie haben ihre besonderen Ideen und wollen klüger als das Wort Gottes sein. Wer das Wort Gottes hört und liest, ohne dabei entschlossen zu sein, den Willen Gottes zu tun, der betrügt sich selbst, (Jakobus 1,22). Es gibt viele Hörer des Wortes Gottes, die durch eine Predigt ihre eigene Gerechtigkeit ausbessern lassen möchten, dann aber auf dem breiten Weg bleiben und dem Verderben entgegengehen. Diese Gewohnheit, das Wort Gottes zu hören, ohne es anzunehmen "nicht als Menschenwort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gotteswort", lagert wie ein Gifthauch auf unserem Leben. Gott sagt: "Mit den Lippen ehren sie mich "aber mit dem Herzen sind sie ferne von mir."

Aber selbst da, wo Gottes Wort durch Herz und Gewissen dringt, kann es seine Kraft nicht offenbaren, weil man ihm nicht Raum gibt. Wir kritisieren und diskutieren, wo wir gehorchen sollten, und lassen uns vom Teufel einreden, dass es nicht möglich ist, das zu tun, was das Wort Gottes von uns fordert. Es besteht auch in der christlichen Welt ein tief gehender Ungehorsam dem Worte Gottes gegenüber. Oberflächlichkeit und Sündenliebe lassen das Schwert des Geistes nicht tief genug in unser Leben eindringen. So entsteht dann jener furchtbare Zustand, dass man sich an der Bibel tot liest und an den Predigten tot hört. Wir haben uns daran gewöhnt, zu reden und zu hören" uns füttern zu lassen oder auch uns hören zu lassen, aber dabei bleibt alles beim alten: dieselben Gebundenheiten und Sünden, dieselben Klagen, dieselbe Unzu-friedenheit und derselbe Ungehorsam gegen den Geist Gottes!

Das Wort Gottes ist ein himmlisches Geschenk an uns. Durch Gottes Wort ist die Welt aus nichts geschaffen worden. Gott rief dem, das nicht war, dass es sei ‑ und es geschah also. Gottes Wort war dem Menschen, solange er es ehrte, Bewahrung vor Sünde und Tod. Seit der Mensch gefallen ist, ruft es ihn aus der Verirrung zurück, es weckt den Sündentoten auf und schenkt ihm das Leben und die Kraft des auferstandenen Herrn. Die Bibel ist uns zwar durch Menschen übermittelt, aber sie hat Gott, den Heiligen Geist, zum Urheber und will von uns geglaubt und erlebt werden. Wir glauben die Bibel Wort für Wort. Sie ist für uns geschrieben, und sie will auch das Wort Gottes an dich sein.

Viele haben es erlebt, dass Gott aus seinem Wort persönlich zu ihnen redete. Gottes Wort wurde ihnen lebendig wie kein anderes Buch. Unmissverständlich und unentrinnbar dringt die Stimme Gottes, der uns besser kennt, als wir uns kennen wollen, in unser Herz und Gewissen und bringt uns die Gnade zur Buße. Und ebenso klar und unbestreitbar, allen Einwendungen des eigenen Gewissens und Verstandes zum Trotz, bringt uns das Wort Gottes die Gnade der Vergebung aller unserer Sünden. Es muss ein Augenblick kommen, in dem Gott selbst in seinem Wort mit uns redet, mit uns abrechnet und uns dann annimmt. Das Wort Gottes bringt uns eine innere Erleuchtung, so dass wir Dinge erkennen, die uns vorher verborgen waren. Wir empfangen eine Überzeugung, eine große Zuversicht. die ganz unabhängig von unseren Gefühlen und auch von Menschenmeinungen auf dem beruht, was Gott in Jesus Christus für uns getan hat.


Das Wort, das Zeugnis Gottes an sein Volk durch seine Knechte, war das Mittel, dessen Gott sich bediente, um seine Gemeinde auf Erden zu schaffen und aufzuerbauen. Wer zu dieser Gemeinde gehört, stammt aus dem Wort; er hat dem Wort geglaubt und durch das Wort Gottes Anstoß und Kraft zum Leben empfangen. "Als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergäng-lichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibt!" Jesus sagt: "Wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute."

"Suchet in der Schrift‑ denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darin, und sie ist es, die von mir zeuget!" Wir sollen suchen und forschen, suchen nach Leben und Wahrheit, suchen nach dem lebendigen Gott, suchen nach dem Heiland, der rettet und heilt, suchen nach dem Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit führt und die Kraft Gottes in unserem Leben offenbar macht. Und: "Wer da sucht, der soll finden!" Ob wir mit ganzem Ernst suchen, können wir daran erkennen, ob wir finden, was wir suchen. Wir sollen Gottes Wort lesen und hören als solche, die sich anschicken, Gott zu begegnen. Es ist wichtig, dass wir der erkannten Wahrheit in dem von oben empfangenen Licht augenblicklich und völlig gehorchen, ohne dabei zu fragen, ob es uns oder anderen gefällt oder nicht.

Es ist notwendig, dass wir das Empfangene treu anwenden: "Wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe." Jesus will seine Freunde daran erkennen, dass sie "sein Wort halten", dass "seine Worte in ihnen bleiben" und dass sie "tun, was ihnen geboten hat". Wo diese Grundhaltung vorhanden ist, da führt das Wort uns in alle Wahrheit. Jesus sagt: "Mein Wort ist die Wahrheit!" Menschen, in deren Zeugnis und Leben sich Gottes Kraft offenbaren konnte, waren immer Menschen, die diese Stellung zum Worte Gottes hatten.

Das Wort Gottes beleuchtet alle Führungen in unserem Leben und beantwortet alle unsere Fragen. Die dunklen Stellen in der Schrift kommen von den dunklen Stellen im Herzen und Gewissen. Gottes Wort stellt alle unsere Beziehungen ins rechte Licht und bleibt uns keine notwendige Auskunft schuldig. Unsere Stellung zur Welt, zu anderen Kindern Gottes, zu Eltern und Kindern, zum Essen und Trinken, zur Kleidung, zum Besitz und zu unseren Geschäftsverbindungen ist im Worte Gottes vorgezeichnet. Je mehr wir im Glauben und Gehorsam uns unter das Wort Gottes beugen und unser Leben nach ihm ausrichten, desto mehr Raum bekommt Gott.

So wird das Wort Gottes zum Träger der Gnadenkräfte zu unserer völligen Erlösung. Geist, Seele und Leib werden dem Dienst der Eitelkeit entzogen und in das Wesen und Leben Gottes hinein gestaltet. Das ist Gottes Plan mit uns. Jesus sagt: "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen!"

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Das Leben eines Christen besteht aus persönlichen Fürwörtern.
Es ist eine Sache, zu sagen: "Christus ist ein Retter",
aber eine ganz andere, zu sagen: « Er ist mein Retter".

Martin Luther
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Gebetsloses beten. E. M. Bounds

Dein gebetslosen Beten fehlt die Grundlage wahren Betens. Ihm fehlt der Ernst, ihm fehlt der Glaube. Es ist nicht auf ein echtes Herzensanliegen gegründet. Die Gebetslast ist der Wagen, und der Glaube sind die Räder. Gebetsloses Beten kennt keine Last, weil es keine Notwendigkeit verspürt, es kennt kein Brennen, weil es keine Vision und keine Kraft und Glut des Glaubens besitzt. Ihm fehlt das Anhalten am Gebet, der dringliche Schrei: "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" Ihm fehlt die völlige Selbstaufgabe, die sich in dem verzweifelten, zähen, verzehrenden Eintreten verliert: "Nun vergib ihnen ihre Sünde, wo nicht, so tilge mich auch aus deinem Buch." Und: "Gib mir Schottland oder ich sterbe!" Gebetsloses Beten wagt nichts, weil es nichts zu wagen hat. Es kommt mit leeren Händen, aber so leer wie sie sind, so träge sind sie auch. Sie haben noch nicht die Lektion gelernt, mit den leeren Händen das Kreuz zu umklammern; diese Lektion hat für sie keinen Sinn und keinen Reiz. Dem gebetslosen Beten fehlt das Herz des Gebets. Dieser Mangel beraubt das Gebet seiner Wirklichkeit und macht es zu einem leeren, unnützen Gefäß. In unserem Beten muss unser Herz, unsere Seele und unser ganzes Leben liegen. Der Himmel muss die Macht unseres Rufens verspüren und von der bitteren Not bestürmt werden. Eine große Not, die uns hart drückt und von der wir nur durch unser Schreien zu Gott frei werden können ‑ so muss unser Beten sein.

Gebetsloses Beten ist unaufrichtig. Unser Herz ist nicht ehrlich. Wir nennen mit Worten etwas, das unser Herz gar nicht berührt. Unsere Gebete sind formelle Äußerungen, die nicht aus der Tiefe unseres Herzens kommen. Wir hörten von einem Prediger, der manchmal in der Gebetsstunde aufstand, zu einem der Anwesenden ging und ihn fragte: "Wofür hast du gebetet" Wenn Gott dich jetzt festhalten und schütteln und auffordern würde, ihm zu sagen, wofür du gebetet hast, dann müsstest du verstummen, weil dein Gebet schon auf deinen Lippen erstorben ist." So ist es immer,  dem gebetslosen Beten fehlen die Erinnerung und das Herz.

Gebetsloses Beten ist viel härter als eine schwere Arbeit oder große Mühe. Es trennt das Beten vom Leben. Es redet zwar gegen die Welt, aber Herz und Leben laufen mit der Welt. Es betet um Demut, aber nährt den Hochmut. Es betet um Selbstverleugnung und übt Nachsicht mit dem Fleisch. Es gibt nichts, das wahres Beten an gnädigen Erhörungen übertreffen könnte. Aber es ist besser, nicht zu beten, als gebetslose Gebete zu sprechen, denn das ist Sünde! Und die schlimmste aller Sünden ist die Sünde auf unseren Knien.

Die Gebetsgewohnheit ist eine gute Gewohnheit. Wenn wir aber nur um der Gewohnheit willen beten, dann ist es eine schlechte Gewohnheit. Diese Art des Betens entspricht nicht der Bestimmung Gottes', sie wird auch nicht durch seine Kraft erzeugt. Es ist nicht nur eine Verschwendung, eine Verdrehung oder eine Täuschung, es ist auch eine fruchtbare Quelle für den Unglauben. Auf gebetslosem Beten ruht kein Segen. Gott wird nicht erreicht, und dein Menschen wird nicht geholfen. Es ist besser, nicht zu beten, als von vornherein mit keiner Erhörung zu rechnen. Dies ist besser für den Beter und besser für die anderen. Die Menschen hören von erstaunlichen Ergebnissen, die durch Beten zustande kommen ‑ das unvergleichbar Gute, das in Gottes Wort dem Gebet verheißen ist. Die kritischen Weltkinder und die ängstlichen Kleingläubigen merken den großen Unterschied, der zwischen den verheißenen Erhörungen und der sichtbaren Wirklichkeit liegt, und zweifeln an der Wahrheit und dem Wert dessen, was großartig verheißen ist und doch nicht empfangen wird. Dies dient keinesfalls zur Ehre Gottes und des christlichen Glaubens, sondern stärkt nur den Zweifel und Unglauben.

Welch gewaltige Macht ist im Gegensatz dazu doch das gebetsvolle Beten! Wirkliches Beten hilft Gott und Menschen. Gottes Reich wird gefördert. Große Dinge geschehen. Das Gebet kann alles das tun, was Gott kann. Es ist nur traurig, dass wir dies nicht so glauben, wie wir sollten, und es nicht auf eine Probe ankommen lassen.

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Glückseligkeit.  John Wesley

Jeder Christ ist glücklich, und der Mensch, der nicht glücklich ist, ist kein Christ. Wenn das Glaubensleben uns glücklich macht, dann müsste jeder, der im Glauben steht, glücklich sein. Das liegt im Wesen der Sache; denn wenn Glaubensleben und Glückseligkeit dasselbe sind, ist es unmöglich, dass ein Mensch das eine ohne das andere besitzen kann. Er kann nicht im Glaubensleben stehen und unglücklich sein. Beides gehört zusammen. Andererseits ist es genauso wahr, dass der Mensch, der nicht glücklich ist, auch kein Christ sein kann, denn wenn er ein wirklicher Christ wäre, müsste er einfach glücklich sein.

Eine Ausnahme möchte ich allerdings nicht unerwähnt lassen. litt Interesse derer, die durch heftige Prüfungen, große Trübsale und schwere Krankheiten gehen, möchte ich darauf hinweisen. Die Wolken, die dann die Seele überschatten, verdecken in einem gewissen Maße die Glückseligkeit. Das ist besonders dort der Fall, wo dem Satan gestattet wird, seine feurigen Pfeile abzuschießen. Aber wenn Jesus wirklich von diesen Herzen Besitz ergriffen hat, werden sie nicht ständig in diesem Zustand verweilen. Plötzlich durchbricht die Sonne Gottes mit ihren warmen Strahlen die dunklen Wolken und leuchtet heller und klarer denn je zuvor.

Abgesehen von  diesem Ausnahmezustand sollten wir stets beachten und fest dabei bleiben: Wer nicht glücklich ist glücklich in Jesus; ist kein Christ. 

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