Sieg des Kreuzes Dezember 2015

 

Wozu uns die Weihnachtsbotschaft auffordert  von Oskar Lardon

Und da die Engel von ihnen zum Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und  sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie aber das gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie  es denn zu ihnen gesagt war“ (Lukas 2,15-20).

Das Erlebnis der Hirten in jener Nacht grenzt an das Unfassbare: Engel, von blendendem Lichtglanz umflossen, erschienen ihnen und brachten ihnen die Kunde, dass der Heiland der Welt in der Stadt Davids geboren ist. Sie wussten aus der Geschichte ihres Volkes, dass Auserwählte Gottes himmlische Erscheinungen gehabt hatten. Aber so etwas war seit langer Zeit nicht mehr geschehen. Die Epochen göttlicher Offenbarungen waren immer durch das Hervortreten der unsichtbaren Welt ausgezeichnet. Aber seit Jahrhunderten hatten in Israel die Offenbarungen Gottes aufgehört. Nun aber war das Außerordentliche wieder geschehen, und diese einfachen Hirten wurden gewürdigt, es zu erleben.

Noch staunenswerter und gewaltiger als die Erscheinung war die Botschaft der Engel: Der Messias ist da! Gewiss gehörten die Hirten zu denen, die auf die Erfüllung der alten Gottesverheißungen warteten, die schon vor Jahrtausenden gegeben worden waren. Wenn aber Gott sein Verheißungswort einlöst, ist es oft auch flür Wartende und Gläubige nicht leicht, den Weg und diese Weise Gottes zu erkennen. Die Weihnachtsbotschaft der Engel war aber an die rechten Leute gekommen. An dem, wie die Hirten handelten, sind sie auch für uns ein Vorbild.

„Da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen." So soll die Weihnachtsbotschaft jeden, der sie hört, veranlassen, sich davon zu überzeugen, dass sie wahr ist. Weit und breit wird auch heute dem widersprochen, dass Jesus Christus der Heiland der Welt ist. Aber es bleibt dabei: Der einzige Retter und Heiland der Welt ist Jesus Christus! Auf dem Hirtenfeld bei Bethlehem wurde von der Menge der himmlischen Heerscharen das Programm des Evangeliums verkündet: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!"

Gott sorgt für die Durchführung dieses Programms - darüber gibt es keinen Zweifel. Die Durchsäuerung des Teigs erfordert Zeit. Gut Ding will Weile haben! Die Neuschöpfung der Welt und der Menschheit ist eine Angelegenheit, die ganze Zeitperioden in Anspruch nimmt. Es gibt nicht nur ein erstes, sondern auch ein zweites Kommen Jesu Christi. Die Bibel sagt uns, dass einmal alle Reiche der Welt unseres Gottes und seines Christus sein werden. Er wird in der Weise regieren, dass sein Wille auf Erden geschieht wie im Himmel.

Für die Hirten war es eine Glaubensprobe, das Kind im Stall und in der Krippe für den Heiland der Welt anzunehmen. Die äußeren Umstände entsprachen nicht der Würde des Messias Israels. So ist es auch heute noch eine Glaubens-probe für uns, wenn uns gesagt wird, dass wir Jesus als unseren Heiland und Retter erleben können, wenn wir sein Wort in uns aufnehmen und es dem Heiligen Geist gestatten, uns Jesus nahezubringen. Jeder, der nach Wahrheit sucht und um Licht von oben fleht, erlebt auch die persönlich Offenbarung Jesu. Er ist der, als den ihn die himmlischen Heerscharen mit Recht gefeiert haben: der Heiland der Welt! Auch heute noch gibt es ein Suchen, das zum seligen Finden führt. Wie die Hirten Jesus fanden und die Verheißungen Gottes in Erfüllung gehen sahen, so öffnet sich derHimmel auch heute noch über uns, und wir werden auf wunderbare Weise durch den Heiligen Geist mit Jesus bekanntgemacht.

"Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war." Ja: "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über!" Den Hirten war es unmöglich, für sich zu behalten, was sie erlebt hatten. Auch darin sind sie ein Vorbild für uns. Wer aus eigener, innerer Erfahrung Jesus kennt, muss ihn auch bezeugen. Wer nicht von Jesus redet, dem fehlt es am eigentlichen, inneren Leben im Sinne der Schrift. Es ist aber nicht damit getan, dass wir andere ermahnen; Jesus bezeugen, heißt, ihn lieben, so dass unser Beispiel Jesus den Menschen als ihren Retter und Heiland vor die Augen malt. Dieses Zeugnisablegen ist Vorrecht und Pflicht aller, die sich Nachfolger Jesu nennen. Es ist wichtig, dass unser Zeugnis immer in der rechten Art und Weise geschieht. Es gibt so viel "christliches" Ge-schwätz, durch das Heiliges profaniert und großer Schaden angerichtet wird. in jeder Hinsicht sollen wir darauf achthaben, wenn wir das Wort der Wahrheit bezeugen, dass wir nicht anderen predigen und selbst verwerflich werden.

Es steht von Maria geschrieben, dass "sie alle diese Worte behielt und in ihrem Herzen bewegte"; es ist aber gewiss auch bei den Hirten so gewesen, und es soll auch bei uns so sein. Mit der Weihnachtsgeschichte sind wohl alle, die diese Zeilen lesen, von Kindheit an vertraut. Mancher möchte meinen, dass es sich nicht lohnt, immer wieder zu hören und zu lesen, was man schon weiß. Das Wort Gottes ist aber so reich, dass man immer wieder neuen Gewinn daraus schöpfen kann. Die Gedanken der Schrift und die Erzählungen der Bibel sind so inhaltsreich und tief, dass unsere Vernunft und unser Glaube sie nicht auf einmal fassen können. Wie ein geschliffener Diamant zeigen uns die Angebote und Verheißungen Gottes stets neue Seiten des göttlichen Reichtums. Darum hat Luther das Wort Gottes auch mit einem Baum verglichen, von dem man bei jedem neuen Forschen auch immer wieder neue Äpfel schütteln kann. Wenn unser inwendiges Leben wachsen und gedeihen soll, brauchen wir die Stille mit Gottes Wort. Es käme aus unserem Leben und Dienst für Gott mehr heraus, wenn wir das besser beachten würden.

Von denen, die den Bericht und das Zeugnis der Hirten gehört hatten, wird uns berichtet, dass sie sich über die Rede der Hirten wunderten. Solches Wundern hält nicht lange an, es bleibt auf der Oberfläche, es dringt nicht in die Tiefe. Wer Gottes Wort "behält" und innerlich "bewegt", wie Maria es tat, sammelt einen reichen Schatz und kann in guten und in bösen Tagen davon leben. Als Maria dann erlebte, dass Jesus nicht die Aufnahme in Israel fand, die sie erhofft hatte, als er verworfen und getötet wurde und ihre Seele in die furcht-barsten Erschütterungen geriet, hatte sie die in ihrem Herz gehegten und bewegten Worte zur Verfügung. Sie gewährten ihr Halt, bis die Nacht vergangen und der Tag angebrochen war. Durch das Behalten und Bewegen des Wortes Gottes in unserem Herzen werden wir zu Überwindern; und nur Überwinder werden alles ererben, was Gott verheißen hat.

Die Hirten sind dann mit Lob und Preis gegen Gott in ihrem Herzen und auf ihren Lippen wieder umgekehrt. Äußerlich sind sie geblieben, was sie vorher waren; aber innerlich hatte es bei ihnen eine Veränderung gegeben. Vielleicht haben sie das spätere öffentliche Auftreten Jesu nicht mehr erlebt; aber sie hatten etwas von Gott empfangen, das auf ihrem weiteren Lebensweg mit ihnen ging: sie konnten Gott loben und preisen! Ein deutliches Merkmal für unsere Lebenserneuerung durch Gottes Wort und Gottes Geist ist das Lob Gottes, das nun mit ständig neuer Kraft aus dem Herzen quillt.


Gott danken und ihn loben trägt uns immer neue Segnungen ein. In Psalm 50, 23 Lesen wir: "Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes." Loben und Danken bewahrt uns auch in schweren Zeiten vor Verzagtheit. Wer sich darin übt, auf Gottes Güte zu schauen, die ihn in Christus so reich gemacht hat, der bleibt beim Danken. Es will uns oft bange werden im Blick auf die großen Nöte und Prüfungen, durch die einzelne und Völker zu gehen haben. In der Erlösungstat Jesu aber liegen die Kräfte, die alle Widerstände überwinden und über Sünde, Tod und Teufel siegen. Gott wohnt unter dem Lobe seines Volkes. Wir sollen ihn so loben lernen, dass er immer herrlicher und mächtiger in Herz und Haus und Gemeinde wohnen kann.

 

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Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Titus 2, 11
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Der Bericht der Engel von Hans R. Waldvogel

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren . . " (Lukas 2,15). Wir wissen, was die Hirten getan haben, nachdem die Engel von ihnen gen Himmel gefahren waren; aber ich frage mich, was wohl die Engel zu berichten hatten, als sie in den Himmel zurückkehrten! Es gab dort noch mehr Engel; und sie alle warteten voller Spannung auf den Bericht, den ihnen die Engel über das große Ereignis auf Erden geben würden. "Was habt ihr erlebt?" fragten sie die heimkehrenden Engel. "Es ist uns nicht gelungen, in der Stadt des Königs die Menschen wach zu bekommen, noch nicht einmal mit unseren Posaunen! Deshalb mussten wir hinausgehen aufs Feld, wo die Hirten ihre Herde hüteten. Sie waren wach, und sie haben uns gehört."

Da wird gewiss große Trauer im Himmel gewesen sein, als die Engel erzählten, dass alle Menschen auf Erden, bis auf die Hirten, die Geburt Jesu verschlafen haben. Die Engel hatten eine Botschaft, eine herrliche Botschaft; aber es gab kaum einen, der auf diese Botschaft gehört hätte. Die große Masse hatte kein Interesse dafür. "Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf" Der ganze Zeitraum des Alten Testaments war eine Vorbereitung für das Kommen des Königs vom Himmel. Gottes Absicht war, die Herzen zuzubereiten, um ihn aufnehmen zu können. Als er nun kam, hatte er “keine Gestalt noch Schöne, die uns gefallen hätte? Wer hätte ihn auch in einer Krippe im Stall gesucht!

Was mögen wohl die Engel über diese Begegnung berichtet haben? Wir wissen, dass die Engel ausgesandt werden, um denen zu dienen, die die Seligkeit ererben sollen. Wir können sicher sein, dass in unseren Versammlungen immer eine Schar von Engeln anwesend ist. Manchmal kannst du sie beinahe sehen, wie sie durch den Gang gehen und die Leute beobachten, ob sie schlafen oder ob sie den Herrn preisen. Sie hören auch dein Zeugnis. Und dann gehen sie in den Himmel zurück und berichten, was sie in der Versammlung erlebt haben. "Wie geht es den Gläubigen in Ridgewood, in Hamburg, in Stuttgart, in Zürich? Wir wissen, dass bei ihnen Seelen gerettet werden und dass sie den Herrn preisen. Wie aber war es heute, am Weihnachtsabend? Hat das junge Mädchen, das nie seinen Mund auftut, heute ein Zeugnis zur Ehre Jesu gesagt?" "O nein", sagte ein Engel, "sie hat ständig auf die Uhr geschaut und mit ihrer Kette gespielt."

Was mögen wohl die Engel über uns zu berichten haben? Und was noch wichtiger ist: Was denkt Gott von uns? Was denkt Jesus von uns? Vielleicht können manche von uns bezeugen: "Jesus ist mir im vergangenen Jahr größer geworden." Ich weiß, dass dies geschieht, wenn du in der Gnade wächst, wenn du Jesus ähnlicher wirst, wenn du mehr mit dem Heiligen Geist erfüllt bist, wenn du voller Sehnsucht auf die Wiederkunft Jesu wartest und wenn du alles daran setzt, um bereit zu sein. Wenn Weihnachten naht, muss ich immer an die Zeit denken, als ich noch im Goldwarengeschäft arbeitete. Von Anfang November bis Weihnachten war ich "lebendig begraben". Ich hatte Tag und Nacht zu tun. Alle Weihnachtsgeschenke mussten bis zum Fest fertig sein. Die Kunden forderten es. Das ist die Welt!

Geliebte, Jesus kommt wieder; und er kommt, um seine Erwählten, seine Braut, solche, die wirklich auf ihn gewartet und die sich bereitet haben, heimzuholen. Und ich weiß, was mit dir geschehen ist, wenn du heute Jesus besser kennst als vor einem Jahr. Du hast treu gebetet. Du hast auf den Herrn gewartet. Du hast keine Gelegenheit versäumt, um Jesus zu nahen, ungeachtet dessen, was die anderen taten. Andere haben ihre Zeit auf ihre Art zugebracht. Sie haben ihre Zeit vergeudet. Was vom Fleisch geboren ist, interessiert sich eben für die Dinge des Fleisches!

Ich danke Gott, dass der Sohn Gottes die Herrschaft hat. Er herrscht siegreich über meinen Willen und über meine Empfindungen. Das kam aber nicht auf einmal. Es kam, weil ich seine Stimme vernommen hatte. Ich ging zu Gott, wenn er in einer Versammlung zu mir geredet hat. Ich ließ es nicht anstehen. Ich ging auch nicht in die Eisdiele, um es hinunterzuspülen, sondern ich ging in mein Gebetskämmerlein. Ich vergrub mein Gesicht im Kopfkissen und schrie zu Gott. Manchmal habe ich auch am nächsten Tag gefastet, weil Gottes Reden so ernst war. Und ich sage dir: Es hat sich bezahlt gemacht!

Wir kennen Jesus nicht nach dem Fleisch. Er kommt auch nicht, um in unserem Herzen eine Krippe zu beanspruchen. Er kommt, um unser Herz zu seinem Thron und unseren Leib zu seinem Tempel zu machen. Wir sind nur für einen Zweck geschaffen: um ihm zu leben, um mit ihm erfüllt und mit dem Sohn Gottes vereint zu sein. Wir sollen ihm einen Thron bereiten, damit er zu uns kommen und in uns herrschen kam. Dann lässt er seinen Segen durch uns strömen, und er wird durch uns herrschen. Ich sage dir: Es lohnt sich, zu beten! "Wie viele ihn aber aufnahmen. . .“ Wer sollte dich hindern, ihn aufzunehmen, wenn er sich dir geben will?

Das ist das ewige Leben, dass sie an den glauben, den Gott gesandt hat. Herr, hast du ihn für mich gesandt? Ganz gewiss! Keiner darf mich aufhalten, ihn zu suchen, ihn aufzunehmen. Die Bibel sagt: "Uns ist ein Kind geboren." Wie glücklich sind wir, wenn ein Kindlein in eine Familie geboren wird! Das ist unser Baby! Und schon bald beherrscht es seine ganze Umgebung. Aber hier kommen die Engel und sagen: „Euch ist ein Kindlein, ein Heiland, geboren." Das sagen sie zu jedem persönlich. Das ist es, was ich brauche. Ich brauche einen persönlichen Heiland. Da gibt es nur Einen! Wenn du gerettet bist, dann bist du es deshalb, weil du ihn nicht abgewiesen, sondern aufgenommen hast. Es war dir klar geworden, dass du ewig verloren gehst, wenn du nicht dein Herz und Leben aufmachst, um ihn einzulassen. Das ist die Gabe Gottes, die er "für uns alle dahin gegeben" hat.

Wer aber sollte dich aufhalten, ihn heute zu haben, ihn morgen zu haben und mit ihm erfüllt zu sein, wenn du ihn wirklich haben möchtest? Wir reden viel von Gaben. Hier ist eine Weihnachtsgabe, die ständig gibt. Es ist unser Heiland. Es ist unser Erlöser, der uns errettet hat. Es ist der Christus, der mit dem Heiligen Geist tauft und der uns verhilft, nicht im Fleisch, sondern im Geist zu leben. Er ist der verheißene Herr. Jesus, ich weiß nicht, wie ich mein Leben gestalten soll, und ich kann dir auch nicht sagen, wie du es machen sollst. Das musst du schon selber wissen. Hier bin ich! Lass mich dein Reich sein; und sei du mein König!

Geliebte, lasst uns an diesem Weihnachtsfest recht praktisch sein. Das kommt nicht von selbst. Das kommt auch nicht durch den Weihnachtsbaum, durch das Lametta oder durch den Nikolaus. Das kommt nur, wenn wir ernstlich und ehrlich mit Gott Umgang haben. Nur so wird er uns begegnen. Wenn Jesus weiß, dass unsere Tür offen ist, kommt er herein.
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Bereitet dem Herrn den Weg  von Thomas Lardon

Auch in diesem Jahr zeichnet sich die Vorweihnachtszeit durch ein hohes Maß an Mehrarbeit aus. Geschenke werden gekauft, Weihnachtsbäume geschmückt und Enten gebraten. Jeder gibt sich viel Mühe, ein schönes Fest zu gestalten. Weihnachten soll richtig gefeiert werden!

Gerade in dieser arbeitsreichenZeit erhebt das Wort Gottes einen Anspruch, der uns, wenn auch in der Stille, zur weiteren Aktivität ruft. "Bereitet dem Herrn den Weg!" hören wir die Stimme des Propheten Jesaja. Er will uns deutlich daran erinnern, dass das Weihnachtsfest auch in unserem Herzen vorbereitet, erarbeitet werden muss. Wir sollen aufräumen, loslassen und den Weg freimachen für den Gottessohn, der in uns Wohnung machen will. Aufräumen ist eine Arbeit, die System verlangt. Natürlich kann man die vielen unnützen Dinge, die sich im Laufe der Zeit in unserem Herzen angesammelt haben, einfach abstauben und dann behutsam und sorgfältig zugedeckt wieder auf ihren alten Platz zurücklegen. Aber das ist nicht die Ordnung, die dem Herrn wohlgefällt. Er braucht Platz – den ganzen Raum unserer Seele -, und er braucht einen geebneten und gesäuberten Weg.

Der Prophet Jesaja macht uns diesen unbedingt notwendigen "Weihnachtsputz" leicht. Er zeig! vier Punkte auf, die erledigt werden müssen, wenn eine wunderbare Verheißung in Erfüllung gehen soll. Lesen wir zunächst aufmerksam den Text: " . . wie geschrieben steht im Buche Jesaja, des Propheten, der da sagt: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Pfade! Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden. Was krumm ist, soll gerade, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen!" (Lukas 3:4-6).

Jedes Tal soll ausgefüllt werden. Das ist die grundlegende Arbeit, die uns Jesaja hier vorschreibt. Was sind das für Täler, die den Weg unpassierbar machen, die sich wie ein gähnender Abgrund vor dem Wanderer auftun und die durch keinen Steg zu überbrücken sind? Es sind die Täler der bösen Gewohnheiten, der harten Worte, der Lieblosigkeit und der Leidenschaften, in denen sich das Wasser der Sünde zu stinkenden Schlammlöchern sammelt. Es sind die Täler, die wir schon längst hätten zuschütten sollen, in die wir andere hineingezogen haben und die uns schon oft zum Verhängnis geworden sind. Am Anfang unseres Glaubensweges haben wir manchmal mit ihnen geliebäugelt, und nun sind sie es, die uns von der Höhe der "Königskindschaft" in die Tiefen der Gebundenheit hinab führen.

Unser Auftrag ist klar: Rasch an die Arbeit! Schaufel und Spaten stehen bereit. Lasst uns zuschütten, was den Gottessohn zur Umkehr bewegen könnte! Noch ist es nicht zu spät, wenn es Weihnachten in unserem Herzen werden soll.

Jeder Berg und Hügel soll abgetragen werden. Wieder stellt sich die Frage: Was sind das für Berge und Hügel, die der "heilsamen Gnade Gottes" (Titus 2,11), im Wege stehen? Die Antwort ist dort zu finden, wo der Mensch am leichtesten zu verwunden ist: im Stolz. Hochmut, Eitelkeit und Egozentrik türmen sich wie Berge zwischen Gott und dem Menschen auf. Wir kennen das Wort aus dem ersten Petrusbrief: "Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade." Demut ist hier der "bergabtragende" Begriff. Selbsterniedrigung - nicht Duckmäuserei, Aufgeben der Selbstgerechtigkeit - nicht Unmündigkeit, das sind die Bedingungen, die dem Gottessohn den Weg ebnen.

Das deutlichste Beispiel, das uns die Schriftfür die Gefahr des Hochmuts gibt, finden wir in dem Verhalten des betenden Pharisäers im Tempel: "Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie andere Leute!" Welch ein Berg steht hier vor dem Throne Gottes, unüberwindbar durch die Verkennung der Reiterliebe des Allmächtigen! Auch heute noch hört Gott auf das Gebet der Demut, das aus einem hilfsbedürftigen Herzen kommt: "Gott, sei mir Sünder gnädig!“

Was krumm ist, soll gerade werden. Der Weg des Herrn ist ein gerader Weg, wenn er auch manchmal durch Not und Trübsal führt. Aber an der Hand Gottes könnten wir am schnellsten ans Ziel gebracht werden, wenn wir uns nicht immer auf Krümmungen und Schleichwege einlassen würden. Wie oft sind wir Gott schon aus der Schule gelaufen in der Meinung, wir schaffen es selbst schneller und besser! Wenn wir uns dann nach vielen Umwegen erschöpft und enttäuscht wieder in die Hand Gottes legen, nehmen wir uns fest vor: Nie wieder einen eigenen Weg!

Wer kennt nicht die Schleichwege der Lüge und Heuchelei, die so bequem und unauffällig scheinen? Oder die Schlangenwege der Unehrlichkeit und Unredlichkeit, die so viel Gewinn versprechen und sich doch nur als bitterer Tropfen erweisen? "Falsche Mäuler sind dem Herrn ein Gräuel", lesen wir in den Sprüchen. Ein hartes Wort, das uns zur Umkehr ruft! Gott ist der Gott der Wahrhaftigkeit, der keine Lüge duldet. Sollten wir da nicht unser Leben transparent machen, durchsichtig für Gott und Menschen? Klare Linien, gerade Wege - dann kann es in uns Weihnachten werden!

Wer uneben ist, soll ebener Weg werden. Das vierte, das uns der Prophet Jesaja hier zuruft, scheint uns vielleicht das Einfachste zu sein: ausgleichen, nachgeben, ebnen. Aber Unebenheiten beseitigen heißt auch Steine wegräumen. Da sind die großen, die unseren Mitmenschen zum Anstoß werden oder sie sogar zu Fall bringen: Unser zur Schau getragene Reichtum - das zweite Auto, der dicke Pelz- oder unsere Freiheiten, die bei anderen vielleicht Gebundenheit auslösen. Es brauchen aber auch nur die kleinen Steine zu sein, die das Reisen beschwerlich machen: die überflüssigen Worte oder der kritische, lieblose Blick.

Der Rat des Wegbereiters des Herrn ist eindeutig: Es liegt in unserer Hand, uns und anderen den Lebensweg gangbar zu machen. An die Arbeit! Es schadet nichts, wenn wir bei diesem Aufräumen ins Schwitzen kommen; es geht um eine Sache, die unbedingt getan werden muss. Weihnachten steht vor der Tür! Das Wegbereiten in unserem Herzen ist eine Terminarbeit für Gott!

"Und der Lohn?" werden wir jetzt vielleicht fragen. Gott hat einen sehr hohen Lohn für uns bereit, der den Wert der Arbeit weit übersteigt. Aber erinnern wir uns noch einmal an die Grundbedingung: Es gibt keine Vorauszahlung! Unser Anteil an dem Werk muss erst vollständig erfüllt sein. Nicht nur etwas harken und einige Blumen an den Wegrand pflanzen; nein,aufräumen, ausfüllen, abtragen, gerade machen und ebnen!

Dann wird sich die Verheißung bei jedem einzelnen erfüllen, die Gott der ganzen Welt anbietet: "Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen!" Wir werden mit eigenen Augen sehen, wie der Herr unser Leben in den Griff bekommt; wir werden uns wundern, welche Fülle das Leben mit dem Mensch gewordenen Sohn Gottes bietet. Dann wird es bei uns wirklich Weihnachten werden.


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Aus Davids Samen  von Daniel Del Vecchio

Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch den Willen Gottes entstanden ist. Die Schöpfung wurde durch das Wort Gottes und durch die Kraft seines Geistes ins Dasein gerufen. Durch ihn, der das Wort ist, bestehen alle Dinge. Das Werk seiner Hände offenbart seine Allmacht. Das Universum mit seinen endlosen Sternsystemen redet von seiner unermesslichen Macht und Größe. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, und das Firmament verkündet seiner Hände Werk.

Dieses Wort war es nun, das Fleisch wurde. Jesus Christus ist der sichtbare Ausdruck des unsichtbaren Gottes. Die Natur bezeugt Gottes Weisheit, Macht und Vollkommenheit; doch sein Wesen, seine Persönlichkeit, offenbart er in seinem Sohn. Kein Mensch hat Gott je gesehen; aber der Eingeborene des Vaters hat uns alles erklärt, so dass wir Menschen es begreifen können. Das Wort Gottes besteht nicht nur aus Gedanken, die einst mit Tinte auf ein Pergament geschrieben wurden; das Wort Gottes ist lebendig! Jesus sagt: "Meine Worte sind Geist und sind Leben!"

Das Wort Gottes ist der geistliche Same, der geistliches Leben wirkt. Jesus ist nicht gekommen, um eine neue Religion zu bringen; er ist der Anfänger eines neuen Lebens - des ewigen Lebens (1. Johannes 5,11). Der Same dieses neuen Lebens ist das Wort Gottes. Bevor das Wort Frucht bringen kann, muss es ein aufnahmefähiges Herz finden. Der geistlich Same muss in den Geist des Menschen somit ein Teil seines Geistes werden. Dieses Einpflanzen ist das Werk des Heiligen Geistes.

Wie der natürliche Same die Erbanlagen enthält und wie die Charaktereigen-schaften der Eltern über die Kinder entscheiden, so enthält das Wort Gottes die Erbanlage der göttlichen Natur. Gott hat uns die „allergrößten Verheißungen geschenkt, damit wir der göttlichen Natur teilhaftig werden“ Diese Verheißungen sind der göttliche Same, durch den wir die Natur Christi erlangen. Wie dies geschieht, sagt uns Petrus: „Machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit." Es ist nicht nur die Billigung der Wahrheit, sondern der Gehorsam zur Wahrheit, der die Keuschheit bewirkt. Diese Keuschheit der Seele verhilft uns zu eine inbrünstigen Liebe untereinander.

Petrus geht weiter und sagt: "Als die da wiedergeboten sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibt“. Das ist das Wort, das durch das Evangelium verkündet wird. Das Wort besteht aus lauteren, geistlichen Gedanken; es ist lebendig, weil Gott lebendig ist; und es ist ewig, weil Gott ewig ist. Dieses Wort muss ein Bestandteil des Menschlichen Geistes werden. Wenn das Wort nur lm Verstand ruht, bringt es keine Frucht. Wahres Christentum ist nicht nur eine Billigung geschichtlicher Tatsachen; es ist vielmehr das innige Vertrauen zu Jesus und das Aufnehmen seines Wortes in unserem Geist Geist. "Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns'" Wie ist das möglich? Im Leben der Maria finden wir vier Schritte, die wir auch auf unser Leben anwenden können

Erstens, Maria war von Gott erwählt. In Jesaja 11,1 heißt es: "Es wird eine Rute aufgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen." Wie wir wissen, war Isai oder Jesse Davids Vater. Nun finden wir in den Evangelien zwei Geschlechtsregister: das der Maria in Lukas und das des Joseph inMatthäus. Von Abraham bis David verlaufen diese Linien nebeneinander. Während dann Matthäus über Salomo zu Jesus gelangt, gelangt Lukas über Nathan zu ihm. Nathan war der älteste Sohn Davids; aber der jüngere Sohn, Salomo, hatte den Thron erhalten. Die Linie des Nathan trifft schließlich auf Maria. Das Wort, das Lukas in Bezug auf Joseph für Sohn gebraucht, heißt nach dem Grundtext soviel wie Schwiegersohn; und Matthäus sagt nicht, dass Joseph der Vater Jesu, sondern der Mann der Maria war. So war Maria als der Same Davids von Gott erwählt. Bevor wir zu Jesus kommen können, müssen auch wir erwählt sein. Nicht wir haben ihn erwählt, sondern er hat uns erwählt.

Der zweite Schritt war das Erwachen. Das plötzliche Erscheinen des Engels hat Maria aufgeschreckt. Sein Kommen erforderte ihre ganze Aufmerksamkeit. So muss auch der Sünder erweckt werden. Er muss die Gefahr erkennen, in die er sich durch sein Sündigen begeben hat. Das Wort Gottes redet zu seinem Gewissen. Es zeigt ihm die Wirklichkeit der geistlichen Dinge und die Gefährlichkeit seines Weges, auf dem er sich befindet. Seine Aufmerksamkeit muss geweckt, sein Gewissen ergriffen und sein Verständnis erleuchtet werden. Nur dann ist es möglich, dass das Wort Gottes überzeugend und wirkungsvoll sein kann. Satan mit seinen listigen Täuschungen ist stets bemüht, den Sinn des Menschen im Finstern zu halten, und er setzt alles daran, damit die Seele nicht vom Schlaf erwacht.

Der dritte Schritt war die Verkündigung des Engels. Er überbrachte eine Botschaft von Gott. Er erläuterte der Maria Gottes Absicht mit ihrem Leben. Paulus fragt: "Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?" Gott hat die Torheit des Predigens erwählt, um die zu retten, die da glauben. Es ist das Evangelium von der Erlösung, die Botschaft Gottes, die uns verkündet und in unserem Herzen aufgenommen werden muss. Als der Maria dieses mitgeteilt wurde, war sie nicht nur erschrocken, sondern sie stellte auch die Frage: "Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß?" Das Evangelium wendet sich zuerst an den Verstand. Es kann nicht durch den Glauben aufgenommen werden, wenn sich unser Verstand verschließt. Wenn wir aber unseren Sinn dem Evangelium öffnen, dann dringt es auch in unser Herz, und wir können glauben. Dann werden wir es auch mit unserem Munde bekennen und durch unseren Wandel bezeugen.

Der vierte schritt erfordert eine willige Hingabe und einen demütigen Geist. Der Wille trifft die letzte Entscheidung. Viele Menschen können nicht, weil sie nicht wollen! Das innere Aufbegehren entspringt ihrem willen und ist eine Folge der Sünde. So steht der Wille des Menschen im Gegensatz zum willen Gottes. ohne die Zustimmung des Menschen kann Gottes Reich nicht kommen und sein Wille nicht geschehen. Maria sagte: "Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast."

Sie hat sich völlig unter das Wort des Herrn gestellt. Ihre Zukunft und ihr Wohlergehen lagen in Gottes Hand. so konnte er seine Ewigkeitsabsichten in ihrem Leben ausführen. In prophetischer Vorausschau hat Elisabeth von ihr gesagt: "seiig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn!" Die Vollendung konnte nur geschehen, weil sie willig war, sich Gott zu beugen und sein Wort im Glauben aufzunehmen.

Wohnt Jesus in dir? Ist das Wort Gottes durch den Heiligen Geist in dein Herz gepflanzt? Hast du dieses neue Leben empfangen, das nur Jesus geben kann? Hat Jesus schon in dir Gestalt gewonnen? Wurde dein schläfriger Geist durch das Aufnehmen des Leben bringenden Geistes erweckt? Paulus sagt: "Das Gesetz des Geistes hat mich lebendig gemacht.“

Wenn du immer noch durch die Herrschaft der Sünde gebunden und durch das Gesetz des Todes versklavt bist. dann ist das Gesetz des Lebens in Christo Jesu noch nicht zum Bestandteil deiner Erfahrung geworden. Wir leben entweder unter dem Gesetz der Sünde. das den Tod zur Folge hat, oder wir haben das neue Leben in uns. das Jesus durch seinen Geist wirkt.

Lebt Christus, die Hoffnung der Herrlichkeit, in dir? Hast du schon das gesegnete "Jahr des Herrn" erlebt, jenen herrlichen Tag. an dem Christus in deinem Herzen geboren wurde? Gott redet heute noch. Er redet gerade jetzt zu dir. Sein Wort ist der Same, der ausgestreut wird. Das Aufnehmen des Wortes schafft Leben, kein Leben, das einmal vergeht: denn der Same ist unvergänglich. sondern ein leben ständiger Gemeinschaft mit Christus, ständiger Gemeinschaft mit Gott, ein Leben der Fülle und des Überflusses!

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig. Nichts bleibt vor ihm verborgen. Gottes Wort ist ein Richter unserer Sinne und Gedanken. Sein Wort überführt uns von jeder verborgenen Sünde. Lass das Wort reichlich in dir wohnen. Beuge dich vor seinem Wort und sprich mit Maria: "Mir geschehe, wie du gesagt hast!"

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Sieg des Kreuzes Dezember 2015.pdf
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