Sieg des Kreuzes ab Januar 2015

Sieg des Kreuzes Juni 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes Mai 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes April 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes März 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes Februar 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes Januar 2015.pdf
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Sieg des Kreuzes Mai 2015

Mit dem Herrn vereint. Hans R. Waldvogel
Das Gesetz des Geistes. Oskar Lardon
Ehre deine Mutter. W. W. A.
Was bedeutet dies?  T. J. Jones
Der Thron der Gnade. C. H. Spurgeon

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes. Mai 2015 – Jahrgang 30/05
Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Mit dem Herrn vereint. Hans R. Waldvogel

"Wer dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm" 1. Korinther 6, 17

Welch köstliche Beschreibung und welch herrliche Erfahrung ist das: ein Geist! Damit bringt der Apostel die tiefe, innige Vereinigung zum Ausdruck, zu der uns Jesus berufen hat und in die er uns führt.

Als Jesus in seinem Sendschreiben an die Gemeinde zu Ephesus sagte: "Ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlassen hast", macht er sie auf etwas aufmerksam, das sie bis dahin noch gar nicht entdeckt, empfunden und gewusst hatten. Das Erleben der ersten Liebe ist eine gewaltige Tat Gottes. Gott legt seine Liebe in unser Herz, um uns mit dem Herrn Jesus Christus zu vereinen. Ohne diese Vereinigung mit dem Sohn Gottes kann es in unserem Leben nicht zu dieser machtvollen Offenbarung Jesu kommen, die Gott bei uns sucht und die er wirken möchte. Worin besteht das Erlebnis der ersten Liebe? Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Jesus Christus mein ganzes Herz in Besitz genommen und meine ganze Aufmerksamkeit erlangt hat. Alles um mich her und alles in mir ist auf ihn eingestellt. Ich bin ein Geist mit ihm.

Gott hat einen sicheren Weg ‑ und nur einen, um uns diese Erfahrung zu bewahren. Wenn du diesen Weg erst einmal entdeckt hast, möchtest du ihn nie wieder verlassen, sofern du Jesus wirklich liebst. Die Bibel sagt  uns: "Erbaut euch durch den Heiligen Geist und betet und erhaltet euch in der Liebe Gottes" (Judas 20‑21). Das ist der einzige Weg, auf dem wir ans Ziel gelangen: "Beten im Heiligen Geist!" Das bedeutet nicht, auswendig gelernte Gebete herzusagen. Beten im Heiligen Geist ist eine Herzenserfahrung. Wie ein gesundes Auge nicht aufhören kann, zu sehen, so kann ein gesundes Herz nicht aufhören, zu lieben. Wenn nun diese Liebe Gottes dein Herz ergriffen hat, dann hat es Feuer gefangen, dann brennt es! Es gibt ein Feuer, das in dir auf dem Altar deines Herzens brennt und das vom Heiligen Geist entzündet worden ist.

Dich in der Liebe Gottes bewahren, bedeutet, dass du ganz nahe bei Jesus bleibst. Und du tust es, wenn du im Heiligen Geist betest. Das erfordert Zeit! Dafür brauchen wir viel Zeit. Beten im Heiligen Geist ist nicht ein Beten mit unseren Lippen; es ist vielmehr ein ständiges, ununterbrochenes Achten auf den uns innewohnenden Christus. Es ist das Aufgaben unseres eigenen Weges und das Hingeben an seinen Willen.

Diesen Ausdruck "Beten im Heiligen Geist" haben wir im Judasbrief entdeckt. Judas gibt uns einen kurzen Überblick über die Geschichte der Gemeinde, über ihren Abfall und über ihren Hochmut, der sich sich in der Gemeinde breitmacht. Er spricht von Menschen, die wie "Wolken ohne Wasser, von dem Wind umgetriebene, kahle, unfruchtbare Bäume, zweimal erstorben und ausge-wurzelt, wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande aus schäumen, irre Sterne, welchen behalten ist das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit" sind. Wieso? Ist dies das Ergebnis der großartig bekanntgegebenen Evangelisa-tionen, jener religiösen Veranstaltungen, die so viel Aufhebens von sich machen? Diese Dinge berühren nicht das Herz Jesu, aber ein Herz, das ihn liebt, wird es tun.

Im Wort Gottes lesen wir, dass die Menschen, die den Herrn lieben, wie die Sonne sind, die aufgeht in ihrer Macht. Wenn die Sonne mit ihrer gewaltigen Wärmekraft aufgeht, schmelzen alle Wolken dahin. Und Gott sagt, dass jene, die ihn lieben, wie die Sonne sein werden.Warum? "Der Herr ist mein Licht und mein Hell, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft!" das ist der Lohn derer, die ihn lieben.

Wenn du ihn liebst, dann suchst du ihn, und wenn du ihn suchst, dann wirst du ihn finden. Wenn du ihn von Herzen liebst, dann ist es dein Bestreben, ihm zu gefallen. Dann hast du ein tiefes Sehnen und Verlangen nach seiner Gemeinschaft.

Das ist ein gutes Rezept: Bewahre dich in der Liebe Gottes und bete im Heiligen Geist! Kannst du noch durchkommen, ohne viel zu beten, ohne allein zu sein mit Gott? Unser Beten ist der Grund dafür, weshalb Jesus unsere Lampen brennend erhält und unsere Gefäße mit Öl füllt. Ist dir das schon klar geworden? Während du ihm Zeit gibst, während du allein mit Gott bist, während du auf ihn schaust und auf ihn wartest, wird deine Kraft von Tag zu Tag erneuert. Dann wird der Vater im Himmel dich besuchen, und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Und welch herrlicher Lohn wird das sein! In Epheser 3 wird uns gesagt, dass wir mit allerlei Gottesfülle erfüllt werden, wenn wir von der Liebe Gottes durchdrungen sind und die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft.

Es ist ein großer Unterschied zwischen den Seelen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einfach Jesus zu lieben, und zwischen denen, die nichts davon wissen. Dieses Liebesverhältnis mit Jesus verwandelt dein Herz. Er stärkt dich mit Macht durch seinen Geist am inwendigen Menschen, und Jesus kommt zu dir, um durch den Glauben in deinem Herzen zu wohnen.

Wenn du andererseits unachtsam mit deinem Gebetsleben umgehst, wirst du feststellen, wie schnell du deinen Heiland davon treibst. Jesus merkt es sofort. wenn die geringste Unachtsamkeit in deinem Herzen ist. Er muss sich dann einfach zurückziehen, weil wir keinen Raum für ihn haben.

Lasst uns diesen Liebenden in unser Herz aufnehmen! Welch segensreiche Erfahrung ist es, im Heiligen Geist zu beten! Das wird dir nicht gelingen, solange der Heilige Geist nicht von dir Besitz ergriffen hat. Wenn er aber gekommen ist und dich gesalbt hat, dann hat er dich für ein Gebetsleben und für ein Liebesverhältnis mit Jesus gesalbt. Wie wunderbar wird dann Jesus diese Seelen bewahren, die in dieser innigen Vereinigung mit ihm leben!
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Was ist Nächstenliebe?

Stille, wenn deine Worte verletzen würden.

Geduld, wenn dein Nächster dich meidet.

Taubheit, wenn die Fehler anderer dir zugetragen werden.

Rücksichtnahme, auf die Leiden der anderen.

Pünktlichkeit, wenn ein ernster Dienst ruft.

Mut, wenn ein Unglück dich trifft.
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Das Gesetz des Geistes   Oskar Lardon

„Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich1 frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“. (Römer 8, 1-2 Elbf).

Am fünfzigsten Tag nach dem Fest der Erstlingsgabe wurde nach Gottes Anordnung in Israel das Fest der Erstlingsbrote gefeiert. In diesen Schattenbildern ist uns das Wahrhaftige vorgebildet. Die Erstlingsgarbe, die aus dem Weizenkorn gewonnen wurde, das in die Erde fiel und starb, ist Christus, der durch seine Auferstehung der "Erstling geworden ist unter denen, die entschlafen sind" (1. Korinther 15, 20). Die Erstlingsbrote, die fünfzig Tage später dem Herrn dargebracht wurden, weisen auf die Erstlingsgemeinde hin, die durch den Heiligen Geist zusammengeschlossen und geformt wurde.

Es wird von Schriftkundigen behauptet, dass das Pfingstfest in Israel an den Tagen gefeiert wurde, an denen Gott seinem Volk nach dem Auszug aus Ägypten das Gesetz am Sinai gegeben hatte. Der Zusammenhang zwischen Sinai und Pfingsten ist sehr klar. Vom Sinai lesen wir, dass "ein Ton, wie von einer sehr starken Posaune" zu hören war, als "der Herr im Feuer herabfuhr auf den Berg", und dass "der ganze Berg sehr bebte". Zu Pfingsten erlebten die Jünger, dass "ein Brausen vom Himmel kam, wie von einem gewaltigen Wind, und das ganze Haus erfüllte, in dem sie saßen", und dass über den Jüngern "Feuerzungen sichtbar wurden".

Schon der Prophet Jeremia verkündete: "Das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben" (Jeremia 31, 33). Auch der Prophet Hesekiel hat in Kapitel 16, 26‑27 davon geredet: "Ich will das steinerne Herz wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben, und will meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun".

Am Pfingsttag wurden alle diese Verheißungen erfüllt. Da gab Gott dieses neue Gesetz des Geistes ‑ nicht mit Buchstaben auf steinernen Tafeln geschrieben, sondern mit dein Geist des lebendigen Gottes in fleischernen Tafeln des Herzens geprägt. So entstand die neutestamentliche Gemeinde, die durch einen Geist zu einem Leibe getauft wurde. Haben wir dieses neue Gesetz des Geistes empfangen, dann haben wir Pfingsten erlebt! Unser zeitliches und ewiges Seligsein hängt davon ab, ob wir unter diesem Gesetz des Geistes stehen und ob wir dieses Gesetz des Geistes in uns zur Geltung kommen lassen.

"Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu", sagt Paulus, "hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes!" Das ist die herrliche Wirkung, die das Gesetz des Geistes ausübt: Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes! Im 7. Kapitel des Römerbriefes hat der Apostel ausführlich über die schrecklichen Wirkungen des Gesetzes der Sünde und des Todes gesprochen: "Ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz in meinem Gemüt widerstreitet und mich in der Sünde Gesetz gefangen nimmt". Es muss ein anderes Gesetz zur Herrschaft kommen, durch welches das Gesetz der Sünde und des Todes aufgehoben wird. "0 wo ist die starke Rechte, voll von heil'ger Gotteskraft, die aus einem Sündenknechte einen neuen Menschen schafft?"

"Frei gemacht!", so bezeugt Paulus. Welch herrliches Wort! Wir dürfen nichts von seinem kostbaren Inhalt verschütten! Der Schuldbrief ist zerrissen, die Strafe ist geschenkt, die Sünden sind alle, alle vergeben, auch wenn es so viele waren wie Sand am Meer! "Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missetat nicht zurechnet!" Ob wir schon so mit David jauchzten können? Haben wir Gewissheit durch den Heiligen Geist, dass uns unsere Sünden vergeben sind und dass wir nun keine Strafe mehr dafür zu fürchten haben? Ganz gewiss, es gehört zum Gesetz des Geistes, uns darüber völlige Gewissheit zu schenken! Wir dürfen nicht ruhen, bis wir diese Wirkung des Geistes an uns erfahren haben.

Aber das Gesetz des Geistes wirkt noch mehr Es will nicht nur die Schuld der Sünde aufheben, sondern uns auch von dem Gesetz der Sünde und des Todes befreien. Das hat der Apostel erfahren, und darum rühmt er: "Es hat mich frei gemacht!" Von dem Zwang zur Sünde, dem sich der natürliche Mensch nicht entziehen kann, von der Unvermeidbarkeit des Sündigen will uns das Gesetz des Geistes freimachen. Wir müssen nicht mehr unter der Sünde versklavt bleiben und klagen: "Das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Wir müssen nicht mehr "mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde dienen", sondern wir dürfen zu denen gehören, von denen Paulus sagt: "Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, so anders Gottes Geist in euch wohnt" (Römer 8, 9). Nicht mehr sündigen zu müssen, beständig, Sieg zu haben über alle Versuchungen zur Sünde, allezeit den Willen Gottes zu tun vermögen nach dem uns geschenkten Licht, vor ihm zu wandeln in Heiligkeit und Gerechtigkeit, frei von Sorge und Furcht ‑ das alles wirkt das Gesetz des Geistes in uns. Das waren für Paulus keine leeren Worte; er kann vielmehr alle, die ihn kennen, zu Zeugen aufrufen: "Des seid ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich wir bei euch, die ihr gläubig wart, gewesen sind" (1. Thessalonicher 2, 10). Auch heute kennen wir viele, die einst Gebundene des Alkohols und der Drogen waren, die aber durch die Kraft des Geistes frei geworden sind und nun dem Herrn Jesus nachfolgen und ihm dienen. Menschen, die früher in Unreinheit und Unzucht lebten, haben die verwandelnde Macht Gottes erfahren; ihr Leben ist jetzt rein und weißer als der Schnee.

Viele, die von ihrem heftigen Temperament völlig beherrscht und dabei todunglücklich waren, führen jetzt ein Leben der Ausgeglichenheit, der Geduld, der Sanftmut und der Liebe. Andere mussten lügen, fluchen und zweideutige Scherzreden fühlen, sobald sie den Mund auftaten. Jetzt ist ihre Rede lieblich, wahrhaftig und mit dem Salz eines guten Bekenntnisses gewürzt. Früher rühmten sie sich, dass sie andere zu übervorteilen und Schätze für die so kurze Lebenszeit zu sammeln verstanden. Jetzt teilen sie, was sie haben, mit anderen und erstatten vierfach wieder, wo sie jemand betrogen haben. Früher klagten sie, dass sie immer wieder in gewisse Sünden zurückfielen. Jetzt sind sie stark und haben den Bösewicht überwunden. Das ist die Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes. Das ist die Gerechtigkeit, die uns nicht nur zugerechnet, sondern die Gerechtigkeit, die, vom Gesetz erfordert, nun in uns erfüllt wird. Das wirkt das Gesetz des Geistes.

Vielleicht fragen wir wie Nikodemus: "Wie mag solches zugehen?" Der Apostel sagt: "Was dem Gesetz unmöglich war, . . . das tat Gott!“. Jesus, der Sohn Gottes, rief sterbend am Kreuz auf Golgatha: "Es ist vollbracht!" Die Stricke der Sünde und des Todes, die uns gefangen hielten, sind zerrissen. Das ist das alte, einfache und doch so mächtige Evangelium, an das der Apostel uns hier erinnert: "Das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches, der Sünde und richtete sie hin an seinem eigenen Leibe und opferte sich am Kreuz." Die Sünde der Welt hat die Gerechtigkeit Gottes herausgefordert, aber eine Gerechtigkeit, der es nicht um Rache, sondern um Rettung und Wiederherstellung der Gerechtigkeit geht. In diesem Opfer ist auch unsere Schuld und Sünde hinweggetan. Das hat das Gesetz des Geistes gewirkt. Das ist die "neue Kraft", die das fertigbringt, was wir nicht schaffen konnten. "Jesu Liebe kann erretten, seine Hand ist stark und treu. Er zerbricht der Sünde Ketten und macht alles, alles neu!"

"So ist nun nichts Verdammliches mehr an denen, die in Christo Jesu sind!" Wir suchen das alles nicht mehr in uns, sondern in ihm! Unsere Bemühungen, unsere Gefühle und die eigene Frömmigkeit haben uns weder Leben noch Freiheit gebracht. Im Anschauen des Gekreuzigten und Auferstandenen sind wir völlig bankrott geworden. Uns hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, die Gott in uns wirkt. Nur so wird es sich immer neu erfüllen, was der Apostel sagt: "Auf dass die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist!"

Sage auch du: Herr Jesus, ich vertraue deinem Wort, und darum überlasse ich mich dir, damit das Gesetz des Geistes in mir wirken und mich in dein Bild gestalten kann ‑ von einer Klarheit zur anderen "als vom Herrn, der der Geist ist".
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Ehre deine Mutter  W. W. A.

Der Muttertag gibt uns eine besondere Gelegenheit, die Ermahnung der Bibel zu erfüllen: "Ehre deine Mutter!" Wie weit haben wir uns doch von der Wahrheit entfernt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!" Der Angriff, der unserer Zivilisation am meisten schadet, ist gegen die Familie gerichtet. Es ist traurig, dass heute vielfach von den Müttern das christliche Vorbild nicht übertragen wird wie in der Vergangenheit. Sobald ein Volk seine gottesfürchtigen Mütter verliert, ist es verloren. "Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter. Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Halse" (Sprüche 1, 8‑9).

Warum ist im Blick auf Gedeih und Verderb eines Volkes die mütterliche Aufgabe so wichtig? Deshalb, weil der Einfluss der Mutter die göttliche Atmosphäre, die das Haus zu einem Heiligtum macht, bestimmt. Die Familie ist die erste und grundlegendste Einrichtung der Erde. Sie wurde im Garten Eden von Gott ins Leben gerufen, und die Mutter ist das Herz dieser Einrichtung Gottes.

Buchstäblich Millionen von Menschen haben schon mit Begeisterung dieses gefühlsbetonte Lied gesungen:

Als ich ein kleines Kind noch war, ich weiß es noch so gut,
wie oft hab' ich mein Mütterlein betrübt im Übermut.
Doch nun sie jetzt im Himmel ist, vermiss ich sie so sehr.
0 Heiland, sag ihr, dass ich Dein nun wär'!

Sie hat für mich gefleht, und durch ihr treu' Gebet,
o sag ihr, Heiland, bin ich ewig Dein,
ich werde droben sein mich mit ihr ewig freu'n.
0 Heiland, sag der Mutter: ich bin Dein!

Dieses Lied hat starke Männer zum Weinen gebracht. Sie sind zu Jesus durchgedrungen, wenn sie an ihre Kindheit und an den Einfluss, den ihre Mutter auf ihr Leben hatte, gedacht haben. Die Kraft der mütterlichen Gebete und der Einfluss des mütterlichen Lebens trugen ihre Frucht, als diese Menschen erkannten, dass sie Jesus Christus als ihren Heiland brauchen.

Die Erinnerung an unsere Mutter ruft uns manchmal kleine Dinge aus dem Alltagsleben ins Gedächtnis zurück. Wohl uns, wenn uns diese Erinnerung ins Reich Gottes bringt! Und wohl den Müttern, deren Kinder bekennen können: "Ich verdanke es meiner Mutter, dass ich den Weg nach Golgatha, den Weg zu Jesus, gefunden habe!"

Mancher mag sich an die Lieder der Mutter erinnern. Vielleicht hat sie im Chor der Gemeinde mitgesungen, und ihre Lieder haben das Kinderherz erquickt. Vielleicht kehren auch die Lieder die die Eltern mit den Kindern im Wohnzimmer gesungen haben, ins Gedächtnis zurück. Andere werden an die Gebete ihrer Mutter erinnert. Es ist erstaunlich, wie viel "Große" dieser Weit ihre Größe und ihren Einfluss den Gebeten ihrer Mutter verdanken.

Mancher würde etwas dafür geben, wenn er die Uhr des Universums zurückdrehen und die segensreichen Stunden der Vergangenheit noch einmal durchleben könnte. Wie billig wäre dann unsere heutige Zeit! Viele der Dinge, an die wir uns schon so sehr gewöhnt haben, würden in uns ihren Abscheu erwecken, wenn wir zu den Tagen der Gottesfurcht, der Reinheit und der Einfalt zurückkehren könnten!

Wenn an diesem Muttertag all die lieblichen Erinnerungen in dein Bewusstsein zurückkehren und dein ganzes Sein mit ihrem Duft erfüllen, willst du dann nicht ja zu Jesus sagen? Das Wort deiner Übergabe bekommt Flügel und bahnt sich den Weg bis hin vor Gottes Thron. "0 Heiland, sag der Mutter: Ich bin Dein!"  W.W.A.

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Er bleibt bei dir, der ewig Treue!
Wie köstlich ist dies Wort!
Er bleibt bei dir auch heut auf's Neue
als starker Fels und Hort.
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Was bedeutet dies? T. J. Jones

Die Wahrheit über Pfingsten hat schon viele Fragen aufgeworfen und unter den Menschen, denen das Werk des Heiligen Geistes unbekannt ist, manche Verwirrung verursacht. Auch die Leute zu Jerusalem konnten die erste Ausgießung des Heiligen Geistes nicht verstehen. Jene frommen Menschen sahen sich einer eigenartigen, neuen Bewegung gegenübergestellt, die bei den verachteten Galiläern ihren Anfang genommen hat, und fragten voller Bestürzung: "Was bedeutet dieses?" Sie befanden sich inmitten befremdender Auftritte und Klänge. Einhundertundzwanzig Menschen waren da, die in einer Sprache redeten, die sie nicht gelernt hatten. Sie wurden von einer mächtigen Salbung Gottes bewegt und priesen ihn in neuen Zungen. Auch für sie war dieses Erleben neu. "Was bedeutet dies?"

Auch heute wird diese Frage gestellt. Bibelkundige und fromme Menschen sind von diesen Dingen bestürzt. Sie sehen die Wirkung des ausgegossenen Geistes ‑ außergewöhnliche Offenbarungen und gewaltige Erlebnisse; aber für ihre Bedeutung haben sie keine Erklärung.

Wir danken Gott, dass wir wissen, was dies ist; denn Petrus sagt es uns. Er gab den Anwesenden die Antwort aus der Schrift, indem er auf die prophetische Verheißung hinwies. Obwohl er zu den "ungelehrten" Leuten gehörte, hatte er dennoch die Antwort. Zuerst sagte er ihnen, was es nicht ist. Es war keine Trunkenheit, es war kein schwärmerisches Geplapper, und es war auch nicht die Kraft des Beelzebub. Es war noch nicht einmal sprachliche Fähigkeit, denn sie haben nicht in Zungen gepredigt. Die Predigt des Petrus erfolgte in seiner Muttersprache. Das, was sie hörten, war der Lobpreis Gottes in kurzen, vielsagenden Sätzen einer fremden Sprache.

Nachdem Petrus gesagt hatte, was es nicht ist, erklärte er, was es ist. Es ist die Ausgießung des Heiligen Geistes, wie es der Prophet Joel vorausgesagt hat. Es ist die Verheißung des Vaters, die Taufe in den Heiligen Geist. Torrey sagte: "Es ist eine Wirkung des Heiligen Geistes, die dem Werk der Wiedergeburt folgt." Wir möchten noch aus dem Wort Gottes hinzufügen, dass sich diese Wirkung "durch das Reden in Zungen, wie der Geist es auszusprechen gibt", kundtut.

Für wen ist nun dieser Segen? Er ist für "alles Fleisch". Die Bibel will damit sagen: für "jeden", Söhne und Töchter, Knechte und Mägde ‑ sie alle können den Heiligen Geist empfangen.

Wann soll das geschehen? Der verheißene Segen ist für die letzten Tage bestimmt, für die Tage, die dem großen und schrecklichen Tag des Herrn vorangehen. Bevor sich die Sonne in Finsternis verkehrt und der Mond in Blut, müssen wir diese unvergleichliche Heimsuchung des Geistes Gottes erlebt haben. Gesichte, Träume, Weissagungen, Wunder und inspiriertes Reden sind Ergebnisse des Kommens des Heiligen Geistes.

Wer sendet ihn, und woher kommt er? Der auferstandene, erhöhte Jesus hat den Heiligen Geist gesandt. Er, der zur Rechten Gottes erhöht ist, "hat ausgegossen das, was ihr sehet und höret". Der Prophet, der diese Ausgießung vorausgesagt hat, ist tot. Aber Jesus lebt! Der Heilige Geist kommt von dem auferstandenen Erlöser.

Es ist etwas Wunderbares, Pfingsten erlebt zu haben. Es ist etwas, das man sehen., hören und fühlen kann‑ Etliche spotten, viele zweifeln, andere zögern; es gibt Beobachter und Kritiker; aber es ist weit besser, ein Beteiligter zu sein! Wenn dies heute das ist, was es gestern war, dann wollen wir es haben.

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Sehnst du dich nach Geistesfülle, jener Kraft der ersten Zeit,
die der Herr verheißen hat? Zweifle nie an Gottes Wort,
vertrau Ihm kindlich allezeit, wie's die Jünger einst getan.

Nimm nur mit dir die Gefäße, Rein'gung gibt's in Jesu Blut,
komm, ja komm, so tust du wohl.
'Vor dein Throne beug dich nieder, denn der Herr
ist treu und gut. Er macht dich des Geistes voll

Gottes Gnadenströme fließen von der Höhe rein und klar.
Sie durchdringen Herz und Sinn.
Jesus gibt den Geist so gerne, wie es einst verheißen war;
wende dich zu ihm nur hin.

Er wird dich erfüllen, dass du überfließest,
Jesus ruft dich: Komm zu Mir,
Geistesfülle schenk' ich dir.

Er will dich erfüllen, dass du überfließest,
mit des Heilgen Geistes Kraft.
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Der Thron der Gnade.   C. H. Spurgeon

"Lasst uns mit Zuversicht hinzutreten
zum Thron der Gnade." (Hebräer 4, 16)

Im Gebet betreten wir nicht den Raum, wo Gott Almosen an die Armen austeilt. Wir gehen auch nicht durch die Hintertür ins Haus der Gnade hinein, um Essensreste zu empfangen, obwohl das schon mehr ist, als wir verdienen. Die Brotkrumen zu essen, die vom Tisch des Meisters fallen, ist mehr, als wir beanspruchen dürfen. Doch wenn wir beten, stehen wir auf dem glitzernden Boden der großen Empfangshalle im Palast des Königs ‑ einem ganz besonderen Ort. Im Gebet stehen wir dort, wo sich die Engel mit verhülltem Angesicht vor Gott beugen. Ja sogar dort, wo die Cherubim und Seraphim anbeten, vor demselben Thron, zu dem unsere Gebete aufsteigen. Und dorthin sollen wir mit belanglosen Bitten und kleinem Glauben treten? Nein, es steht einem König nicht gut an, Kupfermünzen zu verschenken. Er teilt Goldstücke aus. Er wirft uns nicht Brotkrumen und Fleischbröckchen hin, wie es ein armer Mann tun muss, sondern veranstaltet "ein Mahl von . . . markigen fetten Speisen, geläuterten alten Weinen" (Jesaja 25, 6).

Als man einen Soldaten Alexanders des Großen belohnen wollte und ihn fragte, was er sich wünschte, bat er nicht etwa bescheiden um etwas, das seinen Verdiensten entsprochen hätte. Er stellte statt dessen eine so ungehörige Forderung, dass der königliche Schatzmeister sich weigerte, die Summe auszuzahlen und bei Alexander nachfragte, der eine wahrhaft königliche Antwort gab: "Er weiß, wie groß Alexander ist, und hat so gebeten, wie man einen König bittet. Er soll bekommen, was er fordert." Dass wir nur nicht annehmen, Gottes Gedanken seien wie unsere Gedanken und seine Wege wie unsere Wege. Bring nicht deine unbedeutenden Bitten und kleinen Wünsche vor Gott, um ihn dann zu bitte, dich zu erhören. Denke vielmehr daran: So hoch der Himmel über der Erde ist, sind seine Wege über deinen Wegen und seine Gedanken über deinen Gedanken. Bitte ihn daher um Gaben, die zu Gott passen, bitte ihn um große Dinge, denn du stehst vor einem großen Thron.

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Sieg des Kreuzes April 2015

Die Auferstehung Jesu. Jerry Bridges

Der einzige Ruf. Hans R. Waldvogel

Was bedeutet die Himmelfahrt Jesu? Oskar Lardon

Feiertagsfreude.  Gerhard Oertel

Ohne dass unser Herz brennt. Hudson Taylor


Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
April 2015                          Jahrgang 30/04

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Die Auferstehung Jesu.  Jerry Bridges

Es gibt eine untrennbare Verbindung zwischen den vier großen Ereignissen im Leben Jesu: seiner Geburt, seiner Kreuzigung, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt. Ich bin davon überzeugt, dass all diese Ereignisse zusammengehören, sollte eines von ihnen sich als unwahr herausstellen, so würde dies alle anderen Ereignisse ebenso ausmerzen. Denn jedes von ihnen hat seine spezielle Bedeutung in Gottes großem Heilsplan. Welche Bedeutung die Auferstehung Jesu für uns hat, das möchte ich anhand von vier Punkten verdeutlichen:

1.) Zuerst ist sie eine Bestätigung dafür, dass Christus wirklich Gottes ewiger Sohn ist. Paulus schrieb, dass er "erwiesen ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten" (Römer 1, 4). Weil Jesus Gottes ewiger Sohn ist, war es ausgeschlossen dass er im Grab bleiben würde. Denn Christus war sowohl vollkommener Gott als auch vollkommener Mensch. Und wie es für seine göttliche Natur unmöglich war zu sterben ‑ denn Gott kann nicht sterben ‑, so war es für seine menschliche Natur unmöglich tot zu bleiben, weil beide Naturen untrennbar vereint sind. So sagt Petrus an Pfingsten: "Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass er von ihm festgehalten würde“ (Apostelgeschichte 2,24). Indem Gott ihn also von den Toten auf-erweckte, gab er uns zweifellos zu erkennen, dass dieser Jesus, der durch das ungerechte Urteil der Menschen hingerichtet wurde, tatsächlich Gottes ewiger Sohn ist.

2.) Sicherheit gibt uns Gott durch die Auferstehung Jesu die Sicherheit, dass jeder, der an ihn glaubt, vor Gott gerechtfertigt ist und das ewige Leben hat. Denn wäre "Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden" (1. Korinther 15,17). Wei‑in Christus nicht auferweckt worden wäre, dann wäre dies ein Zeichen dafür, dass Gottes Zorn noch nicht zufriedengestellt ist und wir noch immer vor Gott schuldig sind.. Nun ist es aber eine Tatsache, dass Christus "um unserer Übertretungen willen dahin gegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist" (Römer 4,25). Allerdings war es nicht die Auferstehung, die unsere Rechtfertigung bewerkstelligte ‑ dies geschah durch sein sündloses Leben und seinen stellvertretenden Tod ‑ aber sie machte unsere Rechtfertigung vor Gott fest. Gott, der Vater, weckte Jesus von den Toten auf (vgl. Römer 8:11), und durch diese Tat bestätigte er, dass das Sühnopfer Jesu vor ihm Gültigkeit besitzt. Die Schuld für unsere Sünde wurde durch Jesu Tod vollkommen bezahlt. Und die Auferstehung war die Bekräftigung dafür, dass Gott "den Schuldbrief getilgt hat, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und ihn weggetan und an das Kreuz geheftet hat" (Kolosser 2, 14)

3.) Drittens gibt uns die Auferstehung Jesu die Zuversicht, dass wir einem lebendigen Retter dienen, der uns Tag und Nacht vor Gott vertritt und sich um uns sorgt (vgl. Hebräer 7:25). Diese Tatsache erweckte eine solche Freude in dem Apostel Paulus, dass er schrieb: "Wer will verurteilen?

Christus ist es doch der gestorben ist, ja mehr noch. der auch auferweckt ist,  der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt (Römer 8, 34). Der Eine, der für uns starb, lebt nun, um uns vor Gott zu vertreten. Wenn du als Christ durch Schwierigkeiten  und Nöte gehst oder mit Sünden zu kämpfen hast, dann denke daran, dass Jesus gerade in diesem Moment an Gottes Thron sieht, um für dich einzutreten.

4.) Viertens ist die Auferstehung Jesu die Garantie für unsere zukünftige Auferstehung. In seinem großen Abschnitt über die Auferstehung in 1.Kor.15 schreibt Paulus: "Doch es verhält sich ja  ganz anders: Christus ist von den Toten auferstanden! Er ist der Erste, den Gott auferweckt hat, und seine Auferstehung gibt uns die Gewähr, dass auch die, die im Glauben an ihn gestorben sind, auferstehen werden. Der Tod kam durch einen Menschen in die Welt, entsprechend kommt es nun auch durch einen Menschen zur Auferstehung der Toten. Genauso, wie wir alle sterben müssen, weil wir von Adam abstammen, werden wir alle lebendig gemacht werden, weil wir zu Christus gehören. Aber das geschieht nach der von Gott festgelegten Ordnung. Zuerst ist Christus auferstanden. Als nächstes werden, wenn er wiederkommt, die auferstehen die zu ihm gehören" (Verse 20‑23).

Wir können also nicht nur zurückblicken und sagen "Der Herr ist wahrhaftig auferstanden", sondern dürfen auch vorausschauen und wissen: "Der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen ... Daraufhin werden zuerst die Menschen auferstehen, die im Glauben an Christus gestorben sind. Danach werden wir ‑ die Gläubigen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sind ‑ mit ihnen zusammen in den Wolken emporgehoben, dem Herrn entgegen, und dann werden wir alle für immer bei ihm sein" (1. Thessalonicher 4,16‑17).

"Amen. Ja, komm, Herr Jesus" (Offenbarung 22,20).
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Der einzige Ruf.   Hans R. Waldvogel

Gott wirkt heute Dinge auf Erden, die unsere Aufmerksamkeit und in vielen Ländern auch die Aufmerksamkeit der Presse auf sich ziehen. Es gibt aber etwas, das wir leicht übersehen, wenn wir nicht achtsam genug sind es ist die Offenbarung der Gegenwart Jesu.

Als Gott die Pfingstbewegung ins Leben rief, beabsichtigte er, den Weg für die Offenbarung der Gegenwart Jesu zu ebnen, damit Jesus von seinem Volk als König aufgenommen wird. Das ist etwas ganz anderes als das, was die Leute sehen und anerkennen. Wenn Jesus Christus seine Gegenwart offenbart, dai‑in bedeutet dies, dass Seelen in ein Leben des Gehorsams durchgebrochen sind. Hier sind Menschen, die einfach Jesus haben wollen.

Das ist es, was die Pfingstbewegung brachte ‑ Menschen, die sich nach Jesus sehnten. Am Anfang wussten sie nichts von Kräften und Gaben und Offenbarungen, aber sie hatten gemerkt, dass ihnen Jesus fehlt und dass sie ihn brauchen. Ich kann mich noch gut entsinnen, dass ich manche beten hörte: "0 Jesus, wir singen von dir, wir hören von dir; aber wo bist du?" Als Jesus dann kam und sich ihnen offenbarte, führte er diese Seelen in eine Erfahrung, in eine innere Erfahrung, die sie verwandelte. Diese innere Verwandlung wurde auch in ihrem äußeren Verhalten sichtbar. Jetzt waren diese Menschen an der Stelle, an der sie ihn wirklich kannten.

Jesus Christus sagt: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es. der mich liebt, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ Du kannst Gott nicht täuschen. Er wird sich nur den Menschen offenbaren, die allein ihn haben möchten, die allein ihn suchen, die seine Gebote halten, die durch-beten, die durch-glauben, die durch-lieben, bis Jesus sie ganz und gar ausfüllt.

Für uns gibt es nur einen Ruf ‑ Jesus Christus zu besitzen. Wenn du erst einmal seine Gegenwart und sein Innewohnen geschmeckt hast, kann nichts anderes mehr seine Anziehungskraft auf dich ausüben, nichts anderes wird dich befriedigen. Im Himmel und auf Erden und unter der Erde gibt es nichts außer Jesus, was das Sehnen des menschlichen Herzens stillen kann. Selig sind die Menschen, die Hunger und Durst nach ihm haben, nach ihm allein! Jesus ist ein eifersüchtiger Bräutigam der Seele. Er führt seine Braut durch die verschiedensten Prüfungen und Versuchungen. Er möchte sehen, ob sie in der Stunde der Läuterung "Jesus" sagt und nicht "ich", "Jesus" und nicht "Menschen", "Jesus" und nicht "Dinge"! Wer in dieser Verfassung lebt, der hat ihn wirklich!

Es kommt etwas über die ganze Welt, das heute noch nicht völlig in Erscheinung tritt ‑ es ist Jesus Christus, der sich in den seinen offenbart. Jesus kommt, um sich in seinen Heiligen zu verherrlichen. Heute offenbart sich Jesus schon durch Kräfte und Gaben und durch mannigfaltige Kundgebungen des Heiligen Geistes. Trotzdem hat er uns geboten, zu beten: "Dein Reich komme! Amen, ja komm, Herr Jesus!" Jesus möchte ein Volk vorfinden, das bereit ist, ihn zu empfangen, das mit ihm erfüllt und das mit ihm eins ist, ein Volk, das mit nichts weniger zufrieden ist als mit dem Erwachen in seinem Bilde. Und genau das ist es, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten sollten.

Tue ich alles, was in meiner Kraft steht? ich alles, um Jesus besser kennen zulernen? "0 Jesus, ich möchte dich erkennen!" Ist das der Schrei meines Herzens? Oder bin ich träge. gleichgültig und blind, wenn sein Ruf mir begegnet? Wir sagen zwar, wir suchen den König unseres Herzens. Wenn er dann aber kommt, sind wir nicht zu Hause! Wie sehr sehnt er sich doch, in unserem Leben zu erscheinen, sich in unserem Leben zu offenbaren!

Kennst du auf dieser Erde etwas, das lieblicher, mächtiger und herrlicher ist als eine Versammlung ‑ seien es nun zwei oder drei oder zwei‑ oder dreitausend,  in der sich Jesus spürbar offenbart? Er wandelt in ihrer Mitte. Jedes Herz wird zu ihm, in seine Gegenwart,  in seine Anbetung gezogen. Jeder ist für ihn  offen, und jedes Verlangen wird in ihm gestillt. Wenn er dich auch nicht für etwas Großes gebraucht, so hast du dennoch einen großen Heiland, einen großen Bräutigam, einen großen und herrlichen König. Und wenn du ihn hast, dann hast du alles!

Die Bibel sagt: "Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet." 0 das ist es, wonach ich streben sollte ‑ den Herrn zu haben, Jesus zu haben! Lass all die anderen Dinge! Kümmere dich nicht darum! Mögen sich andere ihrer Kräfte und Gaben rühmen. Mein Ruhm ist der Herr! Ich will meine Lust am Herrn haben. Ich habe ihn allezeit vor Augen. Er ist zu meiner Rechten. Nur so kann ich festbleiben.

In dieser Weise redete Jesus von seinem Vater. Das war sein Ruf Er war willig, sich selbst zu entleeren. Obgleich er in göttlicher Gestalt lebte, hielt er es nicht für eine Beraubung, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst. Er entleerte sich selbst. Es war sein einziges Verlangen, den Vater zu verherrlichen, auch wenn es für ihn die Kreuzigung bedeutete. Hier hat Jesus Christus den größten Kampf über die Selbstsucht und über die fleischliche Gesinnung des menschlichen Wesens gewonnen.

Beachte ein mal den Gegensatz, der zwischen dem ersten Adam und dem zweiten Adam besteht! Der erste Adam wollte sich in die Stellung erheben, in der er Gott gleich sei und in der er die Erkenntnis und die Kraft Gottes hätte. Indem er das tat, wurde er dem Teufel gleich. Der zweite Adam, der Gott gleich war, nutzte diese Stellung nicht aus, sondern nahm Knechtsgestalt an und stellte sich auf die gleiche Stufe des Menschen. Er erniedrigte sich selbst. Und was war die Folge? Gott hat ihn hoch erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.

Wir haben nicht alle dieselbe Leistungsfähigkeit oder denselben Dienst, wir haben nicht alle dasselbe Licht oder dieselben Gaben‑, aber wir alle haben den einen Ruf: für Jesus zu leben, ihn zu besitzen, mit ihm erfüllt zu sein. Und nichts kann mich von dieser Erkenntnis des Sohnes Gottes abbringen wenn ich ihn liebe, seine Gebote halte und ihm nachfolge von ganzem Herzen. Mein ganzes Streben sollte auf diese eine Sache gerichtet sein: 0 Jesus, ich möchte dich erkennen und die Kraft deiner Auferstehung! Welch großes Wunder ist es, wenn Jesus ein Herz findet, das ihn in dieser Weise sucht! Dann dauert es nicht lange, und er wird sich diesem Herzen offenbaren. Tief drinnen in deiner Seele vernimmst du dann diese stille, zarte Stimme, diese wunderbare Salbung, diese liebliche Gegenwart des Sohnes Gottes, und sie wird stets bei dir sein, während du für ihn wirkst. Wo du auch sein magst, diese liebliche, sanfte Berührung seiner Gegenwart wird dich umgeben.

Das Ist es, was die Versammlung im Heiligen Geist schafft! Hier sind Menschen, denen es zur Gewohnheit geworden ist, in der Gegenwart des Herrn zu leben, weil sie sich nach Jesus statt nach "guten" Versammlungen ausstrecken. Das ist es, was wir in diesen segensreichen Tagen erkennen müssen. Während wir von großem Lärm und von vielen Stimmen umgeben sind, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. vernehmen wir jene stille, zarte Stimme, die Stimme unseres Heilands, die zu uns sagt:  du mich? Willst du mich haben?“

Es gibt keinen größeren Ruf als diesen, und dieser Ruf ist gewiss schon oft mit großer Bestimmtheit in unser Herz gedrungen. Was haben wir damit gemacht? Wir werden von Gott und von dem Teufel beobachtet. Sie wollen sehen, wie wir uns diesem Ruf, Jesus zu haben und ihn zu erkennen, gegenüber verhalten. Der Feind macht Überstunden, um die Menschen von der Erkenntnis Jesu abzuhalten. Wenn wir mit dieser Wahrheit, Jesus zu erkennen, unachtsam umgehen, kommt Finsternis und Verwirrung in unsere Seele, und wir werden uns für andere Dinge interessieren.

Der Ruf Gottes ist an uns ergangen, uns zu verleugnen, uns zu hassen, Jesus zu lieben, ihn zu begehren, ihn zu suchen von ganzem Herzen. Wenn Gott diesen Ruf in unsere Seele gelegt hat, dann müssen wir ihn pflegen, dann müssen wir uns vergewissern, dass er in uns zunimmt. Wenn ich Jesus suche, dann naht er sich mir. Dieser Geist des Suchens wird dann meine Natur, und ich bekomme ein tieferes, größeres Sehnen nach dem Herrn. Die Stimme der Braut lässt sich hören: "Wo ist der, den meine Seele liebt? Ihr Töchter Jerusalems, ich beschwöre euch bei den Reben und flinden auf dem Felde, dass ihr mir sagt, wo der ist, den meine Seele liebt!" Deine ganze Aufmerksamkeit ist unverbrüchlich auf ihn gerichtet. Es gibt dann einfach nichts anderes mehr, das dich befriedigen könnte.

Es muss für unsere Seele die Zeit anbrechen, in der Jesus unser alles in allem wird. Dann ist jedes andere Interesse und jede andere Neigung hinweg gefegt, und unser einziges Verlangen ist ‑ Jesus! Dann frage ich nicht mehr danach, was er mit mir macht. Ich frage nicht, ob er mich in eine Stellung göttlicher Kraft erheben wird oder nicht. Das Wichtigste ist, dass ich ihn habe und dass er die tiefsten Tiefen meines Wesens ausfüllt. Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du der einzig Gott bist, und Jesus den du gesandt hast, erkennen.

Welch ein herrlicher Ruf! Mag er in unserem Herzen Widerhall finden! Lasst uns Gott bitten, dieses Licht in unserer Seele wiederherzustellen. Lasst uns einfältig werden! Vielleicht wird dich Gott gering und verborgen halten. 0 herrlicher, wunderbarer Ruf!

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Jesus lebet, Jesus siegt! Halleluja! Amen!
Satan wütend stets bekriegt Gottes heil'gen Samen.
Volk des Herrn, o sei getrost, wenn der Feind
auch sehr erbost! Jesus lebet, Jesus siegt. Halleluja!  Amen!

Er verlor noch keine Schlacht und wird nie verlieren,
denn mit unbegrenzter Macht kann Er Kriege führen.
Unter Seinem Kreuzpanier ist der beste Platz allhier!
Jesus lebet, Jesus siegt. Halleluja! Amen!

Streiter Christi, frisch voran ohne Furcht und Zagen!
Längst gebrochen ist die Bahn,
drum darfst du es wagen. Gottes Gnade reicht für dich,
und du siehst ganz sicherlich:
Jesus lebet, Jesus siegt. Halleluja! Amen
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Was bedeutet die Himmelfahrt Jesu für uns? Oskar Lardon

Du bist In die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen, du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf dass Gott, der Herr, daselbst wohne." Ein alttestamentliches Gotteswort, das uns die Bedeutung der Himmelfahrt Jesu erklärt. Viele Menschen wissen nicht, wie lebendig die Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament der Bibel ist: Das Alte verheißt das Neue, und das Neue erfüllt das Alte. Wie ist es zu verstehen, dass viele kommende Ereignisse, die sich erst im Neuen Testament erfüllen konnten, schon im Alten Testament vorausgesagt werden? Das ist nur möglich, weil die Bibel Gottes Buch ist und weil derselbe Heilige Geist Weissagung und Erfüllung wirkte und die Menschen der Bibel inspirierte, das zu schreiben, was Gott ihnen eingab.

Was bedeutet die Himmelfahrt Jesu für uns? Sie war der Abschluss des gesegneten Erdenlebens Jesu und der Anfang seines neuen Lebens in Herrlichkeit und Klarheit. "Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen." Damit erinnert der Psalmist an das gesamte Erlösungswerk, das Jesus mit seinem Leben und mit seinem Leiden am Kreuz vollbracht hat. Er hat das Gefängnis gefangen weggeführt. Wie leicht lesen wir so etwas, und wie leicht sprechen wir es aus! Doch welches heiße Ringen stand dahinter, bis Jesus die Macht des Fürsten der Finsternis brach, der die ganze Menschheit wie in einem Gefängnis gefangen gehalten und unter die Macht der Sünde gezwungen hatte. Welches Elend hat der Teufel in der Welt angerichtet! Die Menschen sind durch die Macht der Sünde gebunden und einsam geworden. Viele möchten die Sündenketten abschütteln und können es doch nicht. Sie nehmen sich vor, bestimmte Dinge nicht wieder zu tun, und müssen sich dann seufzend eingestehen, dass sie es doch nicht schaffen. Wir alle stehen unter dem Gesetz der Sünde – und der Tod ist der Sünde Sold.

Dieser Macht des Teufels, der Sünde und des Todes ist Jesus entgegengetreten. Er hat den Kampf aufgenommen. Es war ein schwerer Kampf in Gethsemane, als Jesus für uns zur Sünde gemacht wurde und als das Lamm Gottes sich mit unserer Sünde belud. Unsere Sünde lag auf ihm, als hätte er sie selbst getan. Auf Gethsemane folgte Golgatha; auf den Entschluss, den Willen Gottes zu tun, folgte die Tat, sein Blut und sein Leben in stellvertretender, aufopfernder Liebe für uns zu geben, bis er rufen konnte: "Es ist vollbracht!" Auf Golgatha folgte Ostern als Beweis, dass der Vater das Opfer des Sohnes angenommen hatte und die Erlösung gültig war. So hat Jesus dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Himmelfahrt kehrte der Sohn Gottes in die himmlische Heimat zurück, die er verlassen hatte, um das Werk der Erlösung zu vollbringen. Das Gefängnis ist gefangen. Das Reich des Fürsten dieser Welt ist zerbrochen.

Aber es gibt doch trotzdem noch das alte und große Sündenelend in dieser Welt mit seinen schweren und vielen Folgen! Ja, das gibt es noch! Aber für alle, die auf die vollbrachte Erlösung Jesu im Glauben eingehen, haben Teufel, Sünde und Tod ihre Macht verloren. Die an die Erlösung Glaubenden stehen nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde. Wohl können auch sie noch sündigen;  sie müssen nicht mehr sündigen. Die Gnade reicht aus, sie zu bewahren, wenn sie sich bewahren lassen. Oft haben sie auch noch Anteil an dem Leid und Weh dieser Zeit, aber sie werden dadurch nicht von Gott getrennt. Sie bekennen mit Paulus: "Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Aber in dem allen überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat."

Die Himmelfahrt Jesu ist der Abschluss seines gesegneten Erdenlebens. Der Auftrag des Vaters ist ausgeführt. Das Opfer ist vollbracht. Der Sohn Gottes kehrt heim. Die Engel sind bewegt, als sie die Wunden sehen, die er mitbringt, und sie erkennen, wie schwer der Kampf war, den er gekämpft, wie tief das Leiden war, das er durch litten hat. Die Bibel sagt, dass der Vater ihn zur Rechten der Kraft Gottes setzte, um die Zügel des Weltenregiments in seine durchgegrabenen Hände zu legen. Sein Erdenleben war nur Vorbereitung und Vorarbeit für das, was jetzt kommen sollte. "Er hat Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf dass Gott, der Herr, daselbst wohne."

Was sind das für Gaben, die Jesus für die Menschen empfangen hat? Das sind die Gaben, die aus dem Erlösungswerk Jesu uns geschenkt werden. Eine Gabe ist die Vergebung unserer Sünden, die wir alle im Blick auf die Vergangenheit unseres Lebens brauchen. Eine andere Gabe ist die Kraft aus der Höhe, der Heilige  Geist, ohne den wir ein Gott wohlgefälliges Leben nicht führen können. Jesus teilt nun als der zum Himmel aufgefahrene Herr diese Gaben aus. Für uns ist es wichtig, dass wir hinzutreten um diese Gaben zu empfangen.

Viele meinen, sie hätten die Vergebung der Sünde nicht nötig, sie seien immer  anständig gewesen und niemand könne ihnen etwas Manche erklären sogar, dass sie auf diese angebotene Vergebung der Sünden verzichten. Wenn wir aber keine Vergebung empfangen, dann steht es sehr schlimm um uns, denn die Sünde raubt uns den Frieden der Seele und schüttet in jede Freude einen bitteren Tropfen. Im  Blick auf die lange Ewigkeit, die vor uns liegt, heißt es: „Es wird nicht hineingehen irgendein Gemeines und das da Gräuel tut und Lüge, sondern die geschrieben sind im Lebensbuch des Lammes.“ Ohne Vergebung der Sünde gibt es keinen Eingang in die Herrlichkeit Gottes! Lassen wir uns das gesagt sein! Alle, die im Glauben zu Jesus kamen und ihm ihre Sünden bekannten, haben Vergebung empfangen und sind darüber so froh geworden, dass sie bezeugen können: "So wahr Gottes Sonne am Himmel noch pranget, so wahr hab' ich Sünder Vergebung erlanget!"

Aber wir brauchen auch die andere Gabe, den Heiligen Geist. Es ist ja nicht möglich für uns, ein Leben zu führen, an dem Gott Freude haben kann, durch das der Herr Jesus verherrlicht wird, ohne dass wir die Kraft aus der Höhe empfangen. Wenn wir aber den Heiligen Geist empfangen, dann können wir das tun, was wir in eigener Kraft niemals zustandebringen So wurden aus den Jüngern Jesu durch den Empfang des Heiligen Geistes am Pfingsttage völlig verwandelte Menschen. Was wir heute in unseren Familien, in unserem Berufsleben und in unserem Dienst für Jesus nötiger brauchen denn je, ist die Erfahrung der Kraft aus der Höhe, der Empfang des Heiligen Geistes. Jesus bietet uns die Gabe an, und er gibt seinen Heiligen Geist jedem der ihn darum bittet. In Lukas 11, 13 ) lesen wir: "Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten."

Jesus hat Gaben empfangen, auch für die Abtrünnigen! Es gibt Menschen, die einmal zu Jesus gekommen sind und bei ihm Frieden, Vergebung und Freude gefunden haben. Aber dann ist in ihrem Leben etwas geschehen. Zwischen Gott und sie ist etwas getreten, das ihnen den Frieden raubte. Jetzt sind sie bei allem Rennen und Jagen nach dem, was sie Glück nennen, innerlich einsam und leer. Oft mein en sie. dass es für sie kein Zurück mehr zu Jesus gibt und dass sie die Vergebung nicht mehr erlangen können. Aber gerade auch für sie hat der erhöhte Jesus etwas erworben, denn der Psalmist sagt: "Er hat Gaben empfangen für die Abtrünnigen, auf dass Gott, der Herr, daselbst wohne."

Haben wir Jesus aus irgendeinem Grunde verloren, dann gehören wir zu den Abtrünnigen. Er möchte ihnen allen erneut die Gabe der Vergebung schenken. Er möchte alles auslöschen, was zwischen ihn und sie getreten ist. Er möchte ihnen die Kraft aus der Höhe schenken, damit ihr Leben neu wird. Oft haben wir den Fehler gemacht, dass wir nicht ernstlich genug um die Kraft aus der Höhe gebetet haben. Das wollen wir daraus lernen, dass wir keinen Tag ohne die Kraft und Hilfe des Heiligen Geistes leben wollen. Wir werden durchkom-men, wenn wir uns Tag für Tag unter die Zuflüsse des Heiligen Geistes stellen.

Dann erfüllt sich auch an uns das herrliche Verheißungswort: "dass Gott, der Herr, daselbst wohne." In unserem Herzen will Gott seinen Thron aufrichten. Von da aus will er unser Leben regieren. Das wird dann ein seliges Leben sein Segnend fuhr Jesus auf zum Himmel Segnend ist ei‑ Im Himmel, um seine Gaben auszuteilen. Stellen wir uns unter seine aufgehobenen Segenshände, heute und allezeit, damit er uns die Gaben mitteilen kann, die er für uns empfangen hat. Dann wird es auch unsere Erfahrung und unser Zeugnis sein: "Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen, du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf dass Gott, der Herr, daselbst wohne".
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Feiertagsfreude. Gerhard Oertel

"Die christlichen Feiertage sind bei vielen Christen ihres Gehalts entleert worden, weil die meisten kein persönliches Verhältnis mehr zu den damit verbundenen Ereignissen haben. Was bedeuten uns diese Feiertage?

Karfreitag: Wie können wir diesen Tag in biblischem Sinne verstehen und feiern und uns über die Erlösung Gottes freuen, wenn wir sie nicht erlebt haben? Viele wollen nicht aus dem Gewirr ihrer Werkgerechtigkeit, ihres religiösen Humanismus, ihrer "alleinseligmachenden" Kirchen, ihrer frommen Verstecke, ihrer Namen, Bekenntnisse, Liturgien und Traditionen heraustreten. Dieselben Menschen, die diesen Tag feiern, wollen nicht von ihren Sünden und Lastern lassen. Das ist Selbstbetrug und Heuchelei!

Ostern: Auferstehungsfest! Wer kann sich über Ostern freuen, wenn er dem auferstandenen Jesus Christus ausweicht? Wenn es um einen gekreuzigten Jesus geht, dann feiert man gern mit! Aber ein auferstandener Herr wirkt auf viele beklemmend, weil sie keinen Herrn über sich haben möchten. Deshalb denken sie lieber an Ostereier und Osterhasen!

Himmelfahrt: Die Menschen können sich nicht über diesen Tag freuen, weil sie nicht an die Existenz des Himmels glauben. Sie wollen gar nicht In den Himmel, weil sie Angst haben, mit ihrer Sünde und Gleichgültigkeit einen gerechten Gott zu begegnen. Wer nichts von einem auferstandenen Herrn wissen will, für den wird auch der Himmelfahrtstag überflüssig. So hat man diesen Tag zu dem "Vatertag" verwandelt.

Pfingsten: Wer will sich über Pfingsten freuen, wenn er vor dem Heiligen Geist mehr Angst hat als vor der Sünde und dem Teufel? Aber erst der Heilige Geist befähigt uns zu einem erfüllten Christenleben! Leider wird heute wie zu allen Zeiten immer wieder versucht, ihn in seiner Wirksamkeit auf gottesdienstliche Handlungen zu begrenzen. So wurden viele Kirchen ihres göttlichen Lebens beraubt. Statt eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist erleben viele nur eine Fahrt ins "Blaue" oder ins "Grüne".

Diese Feste werden für uns erst dann zur persönlichen Felertagsfreude, wenn wir unser Leben Jesus Christus als unserem Herrn und Erlöser anvertrauen. Er ist der Mittelpunkt der Feste. Er ist für uns gestorben und auferstanden. Er ist in den Himmel eingegangen und hat uns den Heiligen Geist gesandt, der uns in alle Wahrheit leitet.
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Wer meint, er habe Jesus als seinen Erlöser aufgenommen
und bleibt in allem der Gleiche, der hat sich getäuscht.
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Ohne das unser Herz brennt.   Hudson Taylor

"Jesu Mitarbeiter"

Die waren uns so ähnlich. Sie waren langsam im Lernen, kleingläubig leicht erschrocken und entmutigt, aber sie waren nahe bei Jesus. Sie waren im Bereich seiner Stimme, bereit, seinem Ruf zu folgen und zu hören, was er zu sagen hatte. Und unser Herr schalt sie nicht und verachtete sie nicht, verzichtete auch nicht auf ihren Dienst. Er leitete sie mit Liebe und ließ sie helfen; er zeigte sich so eins mit ihnen, dass er nichts tun wollte ohne sie.

Kann es wahr sein, dass derselbe Jesus, der jetzt zur Rechten des Vaters sitzt, so wunderbar eins mit uns und mit unseren Schwestern und Brüdern hier ist, dass er nichts tun will ohne uns? Dass er, der wahre Weinstock, keine Frucht tragen will außer durch uns, seine Reben? Meine Brüder, können wir bei diesem Gedanken verweilen, ohne dass unser Herz in uns brennt'? Gnadenreicher Erlöser, ist deine wunderbare Liebe und deine wunderbare Macht noch dieselbe, dass du durch so arme, unwürdige Werkzeuge wie uns arbeiten willst? Dann darf für alle sprechen und sagen: Wir übergeben uns dir aufs Neue, dass dein Geist uns erfülle und uns lehre. Gebrauche du uns um jeden Preis zur Rettung dieses großen Volkes!

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Golgatha ist für uns der Ausweg geworden,
die offene Türe zu einem
Auferstehungsleben in Kraft und Sieg!

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Sieg des Kreuzes März 2015

Wo die meisten versagen ........................... 01
Hans R. Waldvogel

Ist Gott wirklich Liebe? ....……………..…… 05
Oskar Lardon

Ein sündiges Herz verwirft Gott …....…….. 08
John R. Rice

Unsere Abendmahls-Hoffnung ....……..… 10
M. C. Tenney

Ich habe gesündigt ………………..……… 13
Bernd Ewert

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
März 2015     Jahrgang 30/03

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Wo die meisten versagen. Hans R. Waldvogel

Dem Volk Israel musste der Herr sagen: "Sie erkannten meine Wege nicht" (Hebräer 3, 10). Was ist Gottes Weg? Was ist es, das ich tun muss, um dem Vater zu Gefallen? Ich muss in Jesus leben. Jesus Christus ist der Weg, und dieser Hochweg der Herrlichkeit ist der einzige Weg, auf dem ich Gemeinschaft mit Jesus haben kann. Mein Verlangen nach Gemeinschaft mit ihm kann jedoch nicht mit seinem großen Verlangen nach Gemeinschaft mit mir verglichen werden. Es liegt in der Natur Gottes, sich mir mitzuteilen. Sein tiefes Sehnen und Verlangen, unser Leben zu sein, muss von uns so begeht werden, dass es unser eigenes Leben verdrängt.

Viele Leute reden zwar über diese Dinge, aber sie sind der Meinung, dass sie irgendwo in der fernen Zukunft zu finden sind. Sie vergessen, dass Jesus heute der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Heute ist er mein, und entweder nehme ich ihn  auf oder ich weise ihn ab. Wenn ich den Herrn Jesus Christus aufnehme, dann verleugne ich mich selbst. Das ist das gekreuzigte Leben. Mein Leben ist dann Jesus, und mein Ich hat keine Existenzberechtigung mehr, es ist abgetan und an das Kreuz geheftet. Wir sollten unser Herz prüfen und uns fragen: "Tue ich alles, was ich erkannt habe? Setze ich alles daran, um Jesus besser kennenzulernen?" Ist es dir schon bewusst geworden, was Gott für dich getan hat? Er hat das große Tor in die Ewigkeit geöffnet. "Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum erkennen" (Joh. 17,3). Es ist ein geistlicher Ruf in ein geistliches Leben, in eine geistliche Existenz. Gott möchte, dass wir ausgehen aus dieser Welt, ausgehen aus uns selbst, um an himmlischen Stätten zu leben und Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes zu haben.

Gott möchte so gern den Ruf nach Jesus in unser Herz pflanzen - allezeit! "Jesus, ich will dich haben! Jesus, ich muss dich haben! Ich kenne dich noch nicht halb so gut wie ich sollte. Jesus, ich brauch dich!" Wenn unser Herz aufwacht und nach Jesus ruft, nach Gemeinschaft mit ihm, dann können wir ganz sicher sein, dass dieser Ruf von unserem himmlischen Vater gewirkt worden ist. Und wenn Gott einen solchen Ruf in uns gelegt hat, dann müssen wir pflegen. Während ich nach Jesus rufe, während ich ihn suche, nimmt das Verlangen nach ihm in mir zu.

Was hätte mit der ganzen Welt geschehen können, wenn die Gemeinde Jesu wirklich in die Erkenntnis des Sohnes Gottes eingegangen wäre und wenn sie ihn und die Kraft seiner Auferstehung gesucht hätte? Dennoch hat Gott seine Geliebten, einzelne, die über die ganze Welt zerstreut sind, die Jesus Christus kennen und die ihn bewusst erwählt haben. Würdest du ihr Leben beobachten, dann könntest du feststellen, dass sie, wie es in einem Lied heißt, sich hinweg schleichen zu Jesus. Er allein ist ihre Anziehungskraft, und diese Anziehungs-kraft ist so groß, dass die ganze Welt mit ihrem Reiz ihre Anziehungskraft verloren hat. Sie möchten wirklich Jesus haben. Wenn Gott diesen Ruf in dein Herz gelegt hat: "Jesus, ich möchte dich haben", wenn du ihn wirklich haben möchtest, dann findest du ihn auch. Er umgibt dich von allen Seiten und legt seine Hand auf dich.

Wie sanft offenbart er uns seine Gegenwart! Wie wirbt er um unser Herz! Wenn nun deine Seele auf dieses sanfte Ziehen, auf dieses zarte hinweg schleichen zu Jesus eingeht, wird es dir nach und nach zur Gewohnheit. Während du arbeitest oder während du auf der Straße gehst - wo du auch bist, überall ist diese ziehende Kraft des Sohnes Gottes, der du dich dann willig überlässt. So gewinnt er mehr und mehr die Herrschaft über deinen Sinn, dein Herz und deinen Leib. Das ist das Geheimnis das Gott in diesen letzten Tagen offenbaren möchte.

Eines der größten Geheimnisse dieser Tage ist die Tatsache, dass Gott seine Gegenwart in unserem Leib offenbart. Was bedeutet das? Er hat unseren Leib zu seinem Eigentum erkauft. Ich bin nicht mehr mein eigen. Mein ganzer Leib muss ihm hingegeben sein. Die Tatsache, dass wir seine Gegenwart in unserem Leib verspüren, beweist dies. Jesus möchte in diesem Leib leben; der lebens-spendende Geist sucht einen Leib, in dem er wohnen kann. Warum ist es uns nicht möglich, ununterbrochen ein Leben zu führen, das mit Christo in Gott verborgen ist? Weil die Erde noch ihre Anziehungskraft auf uns ausübt! Weil wir ihn nicht völlig als unseren Herrscher aufgenommen haben!

Wenn er in einem Menschen regiert, dann übernimmt er die Verantwortung über alle irdischen Belange, die zum Leben gehören. Es Ist etwas Wunder-bares, wenn Jesus Christus in unserer Gedankenwelt wirklich der Erste und der Letzte ist, wenn alles, was zu unserem irdischen Leben gehört, in der Abhängigkeit zu ihm steht. Was auch kommen mag, wie groß die Probleme auch sein mögen, stets sollte diese freudige innere Hinkehr zu Jesus vorhanden sein, und zwar in dem Bewusstsein, dass er mit allem zurecht-kommt. Je verzwickter uns die Probleme erscheinen, desto williger sollten wir sie ihm überlassen. Das ist der Weg, von dem Gott erwartet, dass wir ihn leben. Er will das ausführen, was uns bewegt, wenn wir uns ganz an Jesus halten.

Wie ist es in deinem Leben? Sinkst du zu seinen nieder, wie du es zu Beginn deines Glaubenslebens getan hast? Sehnt sich heute dein Herz noch so nach Jesus wie damals? Ist dein Gebet so lieblich und so demütig wie am Anfang? Es sollte jetzt noch intensiver sein! Es sollte heute heiliger, kraftvoller und freudiger sein! Deine Gemeinschaft mit Jesus sollte jedes Gebiet deines täglichen Lebens durchdringen. Jesus sollte der Herr sein - und nicht mehr du!

Hier beginnt nun der Kampf mit dem Fleisch, der Welt und dem Teufel. Wie fahren doch diese Feinde ihre ganze angreifende Artillerie gegen diesen verborgenen Ort der Heiligen des Herrn auf! Wie kämpfen sie gegen die Stadt Gottes! Wenn du diese Stadt Gottes im Atlas suchst, wirst du sie nicht finden - genauso wenig wie irgendwo am Himmel. Du findest sie aber in deinem Herzen, in deinem Leben, wenn Gott dort wohnt und regiert. Du wirst einen Teil dieser Stadt in deinem Leib finden, wenn die Gegenwart des Sohnes Gottes ihn erleuchtet. Welches Wunder, welches Geheimnis wird denen offenbart, die allezeit seine Gegenwart suchen! Gott ermutigt uns, in diese Gemeinschaft einzudringen, damit wir unsere Aufmerksamkeit und Anhänglichkeit von den Dingen dieser Erde reißen und sie Jesus übergeben.

Ein guter Weg, dies zu tun, ist eine sehr praktische Möglichkeit: Vergewissere dich, dass du systematisch Gemeinschaft mit Gott pflegst und ein Gebetsleben führst. Besonders für junge Christen ist es gut, nach der Uhr zu beten. Für junge Christen, die täglich viele Stunden arbeiten müssen, ist nichts wertvoller, als ein oder zwei Stunden oder solange, wie du kannst, mit Jesus zu verbringen. Mach es regelmäßig! Sei pünktlich! Wenn Gott sieht, dass du ihm auf diese Weise nachfolgst, wirst du bald merken, dass Gott dir folgt, um dir zu
begegnen.

Wer nicht pünktlich und regelmäßig und treu in seinem Gebetsleben ist, muss bald feststellen, dass er innerlich verdorrt. Es  geht ihm wie den Menschen, die nicht ihren Zehnten geben, die nicht mit ihren Zehnten und Opfern ehrlich gegen Gott sind. Wenn du sie fragst, ob sie ihren Zehnten geben, dann sagen sie: "0 ich gebe weit mehr als das!" Wenn sie sich aber die Mühe machen und nachrechnen, dann werden sie feststellen, dass es gar nicht stimmt.

Durch Treue und Regelmäßigkeit schaffst du dir eine heilige Gebetsgewohnheit. Der Ruf nach Gott wird in dir stärker. Wenn du dich ehrlich bemühst, den Herrn zu suchen, dann wirst du sehen, dass Gott zu dir kommt. "Nahet euch zu Gott, dann naht er sich zu euch!" Hier scheint nun der Ort zu sein, wo die meisten Menschen versagen: Sie sind nicht treu in der Hingabe ihrer Zeit an Gott! Dann kommt die Welt und raubt dir die beste Zeit des Tages. Aber die beste Zeit des Tages sollte Gott gehören, nicht wahr? Jeder, der treu in der Ausübung des Gebets und in der Gemeinschaft mit Gott ist, wird merken, dass er nach und nach zunimmt. Gott wird ihn in der Wahrnehmung seiner Gegenwart unterweisen und ihm seine Gegenwart offenbaren. Das ist es, wofür Jesus uns die Geistestaufe gibt. Sie bringt uns Gott, damit er bewusst in uns wohnt. Unsere Gemeinschaft  wird zu einer ständigen Verbindung mit dem Heiligen Israels. Dann leben wir In einem Llebesverhältnis mit Jesus.

0 Herr, lass uns aufwachen! Rüttle unser Herz auf, so dass wir nicht nur von der Liebe Jesu singen, sondern dass wir sie von ganzem Herzen suchen, um in dieses Liebesverhältnis mit Jesus, in diese Gemeinschaft der Liebe Gottes einzudringen. Wie sollten wir sonst erwarten können, bereit zu sein, wenn er kommt? In ihm zu leben ist das Geheimnis der Entrückung.

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Sei stille dem Herrn und warte auf ihn. - Psalm 37, 7
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               Ist Gott wirklich die Liebe?  Oskar Lardon

Zu den Hauptwahrheiten des Christentums gehört die Verkündigung des Kreuzes. Gott hat zu einem Zeugnis für alle, die nicht mehr an die Liebe Gottes glauben können, das Kreuz aufgerichtet. Wir meinen jenes Kreuz, das vor zweitausend Jahren auf Golgatha stand und an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, hingerichtet wurde. Ob wir schon über die Bedeutung dieses Kreuzes nachgedacht haben?

Auch in diesen Wochen werden viele trotz mancher Feierlichkeiten am Kreuz Jesu Christi vorübergehen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was dort geschehen ist. Hier und da beginnt schon eine neue Zeit, in der man wieder mehr von dem Kreuz Jesu und seiner Erlösung spricht und schreibt als in früheren Tagen. Oft steht die Erlösung, die Jesus am Kreuz von Golgatha vollbracht hat, sogar im Mittelpunkt vieler Gespräche und Erörterungen.


Nicht alle lehnen das Kreuz ab. Es ist eigentlich schon immer so gewesen und nichts Neues, dass die einen im Kreuz Jesu ein Ärgernis oder eine Torheit sehen, während die anderen die Kraft des Kreuzes erfahren.

Weil viele Menschen das Kreuz Jesu nicht erkennen, darum gibt es auch so viele, die nicht an die Liebe Gottes glauben können. Es ist eine brennende Gegenwartsfrage, die überall tausendfach gestellt wird: Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er dann das viele Elend in der Welt geschehen'? Wenn er der Gott der Liebe ist, wie kann er dann das Grauen der Kriege und die entsetzliche Not im Kleinen und Großen zulassen?

Von der Beantwortung der Frage nach der Liebe Gottes hängt für unser persönliches Leben sehr viel ab. Solange wir noch an der Liebe und Gerechtigkeit Gottes zweifeln, der uns doch geschaffen hat und unser Leben in seinen Händen hält, haben wir keinen Grund unter unseren Füßen, nichts, worauf wir uns stützen und verlassen können. Wer an Gott und seiner Liebe zweifelt, wird schließlich an allem zweifeln - und ein von lauter Zweifeln erfülltes Leben wird zwangsläufig in Verzweiflung enden. Dass es so ist, erleben wir täglich, davon berichten uns die vielen Nachrichtenquellen. Junge, blühende Menschen, in der Vollkraft ihres Lebens, sprechen von Verzweiflung und werfen ihr Leben weg. Wo soll man den Grund für solches Handeln suchen? Die Antwort lautet: Wir verzweifeln weil wir nicht an die Liebe Gottes glauben!

Wenn wir wirklich eine Antwort auf die brennende Frage nach der Liebe Gottes suchen, dann müssen wir lernen, vor dem Geschehen an dem Kreuz auf Golgatha stille zu werden. Dort nämlich beantwortet Gott selbst die große Frage nach seiner Liebe. Jesu Kreuz, des Sohnes Gottes Kreuz, ist für alle Zeiten, Völker und Meinungen die lebendige Antwort Gottes auf die Frage nach seiner Liebe und Gerechtigkeit.

Viele von uns sind lange Jahre an dem Kreuz Jesu vorübergegangen, und das, was dort geschah, hat uns nicht das Geringste bedeutet. Wir sahen das Karfreitags-Geschehen als ein historisches Ereignis. Für viele Namenchristen bedeutet die Person Jesu Christi überhaupt nichts. Dann aber kam jene entscheidungsreiche Stunde, in der Gott uns die Augen öffnete und wir das Kreuz Jesu in einem neuen Licht sahen und erkannten, dass Karfreitag, Golgatha und das Sterben Jesu uns ganz persönlich angehen. Gott fing an, durch das Kreuz Jesu mit uns zu reden. Was hat er uns denn zu sagen?

Das Kreuz lässt uns zuerst erkennen, wie unsere Sünde in den Augen Gottes ist., nämlich so groß dass wir den Kreuzestod verdient haben, den Jesus stellvertretend auf sich nahm. Im Licht des Kreuzes wurde uns klar, wie es um uns steht und dass wir unser Leben verwirkt haben. Nach außen hin war vielleicht alles in Ordnung, niemand konnte uns etwas nachsagen. Müsste da nicht auch Gott mit uns zufrieden sein?

Schlagartig wurde das alles ganz anders. Gott rückte unser Leben, unsere Vergangenheit in sein Licht, als wir vor dem Kreuz Jesu stille wurden und erkannten: So befleckt, so sündig, so verwirkt ist unser Leben, dass Jesus zur Tilgung dieser Schuld ans Kreuz gehen musste. Gott betrachtet unsere eigenen Wege als Rebellion, als Verweigerung des ihm gebührenden Gehorsams. Statt zu fragen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?", fragten wir: "Was will ich tun?" Nicht sein, sondern unser Wille war maßgebend. Deshalb war unser bisheriges Leben so verfehlt. Es war nichts anderes wert, als an das Kreuz genagelt zu werden. Das Urteil Gottes über unser Leben lautete: Ans Kreuz! Aber dann erkannten wir auch, dass Jesus, unser Stellvertreter und Bürge vor Gott, für uns in den Riss getreten ist und die Strafe auf sich genommen hat. Dass wir leben, verdanken wir allein Jesus, dem Gekreuzigten!

Vor dem Kreuz Jesu erkannten wir auch, wie unumstößlich wahrhaftig die Heiligkeit Gottes ist. Im allgemeinen haben wir Menschen der Gegenwart, oft auch solche, die sich Christen nennen, keinen Begriff mehr von der Heiligkeit Gottes, sonst würden wir solche Gottes Wahrheiten nicht so mit Füßen treten, wie es tatsächlich geschieht. Die Vergebung der Sünden wird wie selbstverständlich hingenommen - so als ob Gott nur zum Vergeben da wäre!Wir stoßen oft auf die Auffassung: Wenn ich mich bemühe, anständig zu leben, dann muss mir Gott doch vergeben! Er muss? Nein, im Gegenteil-. Er kann nicht! Abgesehen von dem Kreuz Jesu kann Gott gar nicht vergeben, weil seine Heiligkeit und Gerechtigkeit dagegen stehen.

Das war der Sinn des Opferdienstes im Alten Bund: Das tägliche Blutvergießen der Opfertiere sollte die Menschen daran erinnern, dass sie durch ihre Sünden von Gott geschieden und getrennt sind. In Hebräer 9:22 lesen wir: "Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung.“ Aber der Böcke und Lämmer Blut reichte nicht aus. Jesus allein konnte jenes unbefleckte, heilige und untadelige Leben Gott darbringen. Der Sohn Gottes wurde Mensch, um zur Tilgung der Menschheitssünde sein Blut hinzugeben. Sein Blut ist das rechte Sühnopfer. Das hat er für dich und mich getan. Das heilige Blut des Sohnes ist geflossen. Die Sünden sind getilgt. Die Strafe liegt auf ihm. Wir sind gerettet. In Jesaja 53 lesen wir: "Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilt."

Das Kreuz Jesu zeigt uns also sehr deutlich, wie unendlich groß die Liebe Gottes ist! Ja, es ist wahr, was wir in Johannes 3:16 lesen: "Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahin gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Auf den Schultern des Gekreuzigten lag die Sünde der ganzen Welt. Gott war gezwungen, einen Augenblick sein Angesicht vor dem geliebten Sohn zu verbergen. Jesus hatte nicht nur die Herrlichkeit verlassen, um zu uns zu kommen und an unserer Armut teilzuhaben, er war auch gekommen, um den schmerzvollsten Tod für uns, zu unserer Errettung, zu sterben.

Es war die schwerste Stunde für den Vater unseres Herrn Jesu Christi, als der Sohn rief. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Wie gern hätte er ihm in der Qual des Kreuzes in besonderer Weise durch seine Nähe Erquickung geschenkt, wie er es auf dem Erdenweg des Sohnes so oft getan hatte! Aber er musste sich gegen ihn stellen und sich von ihm zurückziehen. So groß ist die Liebe Gottes zu uns. Er gab den Sohn seiner Liebe dahin – ans Kreuz und in die Gottesferne. Er hat Jesus unter das Gericht Gottes gestellt, damit unsere Erlösung dadurch vollbracht werden konnte. So sehen wir am Kreuz bestätigt, dass Gott die Liebe ist.


Das Kreuz Jesu zeigt uns auch, dass er in seiner Auferstehung Sieger über Satan und alle Macht der Finsternis geworden ist. Bei der Kreuzigung Jesu ging es nicht nur darum, dass der Gerechtigkeit Gottes Genüge getan, sondern dass der Feind in der unsichtbaren Welt überwunden wurde. Wie herrlich Jesus gesiegt hat, sehen wir am Ostermorgen. Die glorreiche Auferstehung des Siegers ist der Triumph des Kreuzes. Satan erlebte durch das Kreuz eine entscheidende Niederlage. Die Handschrift wurde zerrissen, die wieder uns zeugte, Kolosser 2, 14. Satan hat nun keinen Rechtstitel mehr in der Hand; er muss die Gebundenen freigeben!

Das Kreuz von Golgatha fordert unsere Entscheidung, nämlich die Umstellung unseres Lebens. Wem Gott für diese Kreuzes Tatsache die Augen öffnet, dem wird sofort klar: Ich kann nicht mehr wie bisher weiterleben! Gott hat zu mir durch Jesu Kreuz geredet und erwartet nun von mir eine Antwort. Das Kreuz war zu allen Zeiten das Zeichen, an dem sich die Geister geschieden haben. Die Feststellung des Paulus trifft auch heute noch zu, dass das Wort vom Kreuz eine Torheit für diejenigen ist, die in ihr Verderben rennen, denjenigen aber, die sich retten lassen, ist es eine Gotteskraft.

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Unser Heiland Jesus Christus hat dem Tode
die Macht genommen und das Leben und
ein unvergängliches Wesen ans Licht
gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1,10

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Ein sündiges Herz verwirft Christus. John R. Rice

Viele mögen ihren Mitmenschen gerecht erscheinen. Aber es gibt einen Weg, der die Schlechtigkeit des menschlichen Herzens unweigerlich offenbart - wenn ein Mensch mit Jesus Christus in Berührung kommt. Wenn jemand dem Herrn Jesus Christus gegen-übertritt, diesem allein Weisen, diesem Allmächtigen, dann wird seine Sünde offenbar.

In den Tagen des Dienstes unseres Heilands waren viele der Meinung, dass jene selbstgerechten Pharisäer gute Menschen wären. Sie beteten, sie gaben den Zehnten, sie führten ein gutes moralisches Leben, und sie beteiligten sich rege an den gottesdienstlichen Zusammenkünften. Als sie aber dem heiligen Jesus von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden, hassten sie ihn. Sie logen über ihn, sie verworfen ihn, sie ermordeten ihn. Können wir diese Menschen jetzt noch als unschuldig, rein und heilig betrachten?

Und so behauptet heute manch einer, moralisch und gut zu sein. Man sagt von ihm: "Er ist so lieb zu seiner Familie. Er steht zu seinem Wort. Er ist ein guter Mitmensch. Er ist ein ehrlicher Geschäftsmann. Er ist ein eifriges Vereinsmitglied." Wenn aber dieser sogenannte moralische Mensch auf Jesus Christus stößt, dann kehrt er ihm den Rücken. Statt ihn zu lieben und ihm zu vertrauen, wird er ihn hassen. Statt ihn aufzunehmen und ihm zu folgen, wird er ihn verwerfen. Auf diese Weise wird die Bosheit seines Herzens offenbar.

Vor einigen Jahren hatten wir in Texas eine Evangelisation. Eines Morgens kamen 200 oder mehr Menschen zusammen und bekannten ihre Sünden. Zwei Stunden lang bekannten Männer und Frauen ihr Trinken, ihr Fluchen, ihre weltlichen Lüste, ihren Neid und die Vernachlässigung ihrer Pflichten. Inmitten dieser Versammlung stand ein Mann auf und sagte: "Ich bin all der Sünden schuldig, die heute erwähnt worden sind - Ich habe getrunken, geflucht und in bösen Dingen gelebt, aber das Schlimmste, das ich bis heute getan habe, ist:

Ich habe Jesus verworfen. Ich habe mich ihm nicht geweiht, ihn nicht geliebt und ihm nicht gedient. Das ist meine größte Sünde."

Er hatte recht, sehr recht. Nur ein schmutziges Herz, das voller Sünde und Sündenliebe ist, kann den Menschen von Jesus Christus fern halten. Wenn du nicht zu Jesus gekommen bist, als du zum ersten Mal von seiner Liebe und Gnade gehört hast, dann bist du ein Sünder mit einem schwarzen Herzen. Dann bist du kein Christ. Du liebst die Sünde, du erwählst die Sünde, und du wendest absichtlich und freiwillig dein böses Herz vom Lichte Gottes ab – hinweg von der Wahrheit, hinweil von der Gerechtigkeit - und wandelst in der Bosheit und Finsternis der Sünde! Nichts in der Welt kann schlimmer sein, als Jesus zu verwerfen!

Das ist nicht die Meinung eines Menschen, sondern es ist das klare Wort, das Jesus uns lehrt: "Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht-, denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der hasst das Licht und kommt nicht an das Licht, auf dass seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, dass seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott getan."

 

Alle die Jesus vertrauen. haben die Vergebung ihrer Sünden und das ewige Leben erlangt; aber alle, die nicht an ihn glauben haben schon hier ihr Verdammungsurteil Finsternis der Sünde und bleiben freiwillig darin, weil sie nicht bereit sind, ihre Sünden aufzugeben. Jeder, der wirklich das Rechte tun und die Wahrheit lieben möchte, wird Jesus nachfolgen, sobald er zum ersten Mal vernimmt, dass Jesus gestorben ist, um die Sünder zu retten.

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0 Jesu Christ, dein teures Blut, das ist
mein Schmuck und schönstes Gut;
das ist mein Schild wenn alles bricht,
das macht mich froh, ich zage nicht.

Und wenn erscheint dein großer Tag,
was ist's, dass ich mich freuen mag?
Dein Blut macht mich gerecht und rein
von Sünd' und Schuld von Angst und Pein.

Wenn ich von Tod und Grab ersteh',
Befreit von allem Erdenweh,
soll dies mein Lied sein ewiglich,
dass du, o Jesu, starbst für mich.
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Unsere Abendmahlshoffnung. M. C. Tenney

Wenn sich die Christen zum Abendmahl versammeln, konzentrieren sich ihre Gedanken auf zwei Punkte. Beide kommen in den Worten Jesu zum Ausdruck, die er aussprach, als er das Abendmahl einsetzte. Der erste Punkt ist das Gedächtnis an seinen Tod, den er für die Sünder erlitten hat und durch den das Fundament unserer Erlösung gelegt wurde: "Solches tut zu meinem Gedächtnis" (1.Korinther 11,25). Der zweite Punkt ist die Hoffnung unseres Heils, die noch ihrer endgültigen Vollendung entgegensieht, denn er gebietet seinen Nachfolgern, diese Verordnung zu halten, "bis dass er kommt" (Vers 26). In diesem zweiten Gedanken liegt der Blick nach vorn, der unsere Abendmahlshoffnung bildet.

Es ist die Hoffnung der endgültigen Erlösung. Im Grunde genommen ist unser Heil vollkommen, und zwar in dem Sinn, dass der Gläubige die Gewissheit besitzt, vom Tode zum Leben durchgedrungen zu sein und in Christus seinen zeitlichen und ewigen Zufluchtsort zu haben. Aber in dem Sinn, dass dieses Heil hier und jetzt wahrgenommen wird, ist es noch nicht vollendet. Die leibliche Wirkung der Sünde ist noch nicht beseitigt, denn der Leib des Gläubigen ist noch der Alterung, der Krankheit und dem Tod unterworfen. Erst wenn Jesus wiederkommt, wird er "unseren nichtigen Leib verklären, dass er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der Wirkung mit der er kann auch alle Dinge sich untertänig machen" (Philipper 3, 21).

Unsere Abendmahls Hoffnung beinhaltet auch die Aussicht einer weiteren Offen-barung. Paulus zeigt in Römer 8, dass Gottes Absicht noch nicht vollendet ist, weil Gottes Söhne noch nicht offenbart sind. Die volle Wirkung unserer Erlösung kann erst dann gesehen werden, wenn Gott die offenbar macht, die sein sind, und wenn er sie an den Platz stellt, an den sie gehören. "Wir sind nun Gottes Kinder, und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, dass wir ihm gleich sein werden" (1. Johannes 3,2).

Es gibt dann sowohl für uns als auch durch uns eine weitere Offenbarung. Der Herr sagte seinen Jüngern, dass er ihnen noch vieles zu sagen habe, für das sie aber noch nicht bereit waren. Er verhieß ihnen, dass der Heilige Geist ihnen viele Wahrheiten, die sie noch nicht verstehen konnten, erklären würde. Seine Wiederkunft wird das Geheimnis Gottes zum Abschluss bringen; und unsere Verwandlung wird uns befähigen, die Wunder Gottes besser als .*jetzt zu verstehen.

Ein dritter Ausblick dieser Verheißung ist die Hoffnung auf einen gerechten Lohn. Als Paulus das Ende seines arbeitsreichen Lebens vor Augen hatte, schaute er dem Tag entgegen, an dem die Rechnung durch Christus beglichen wird. "Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten, hinfort ist nur beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben" (2. Tlmotheus 4, 7-8). Jedes verborgene Opfer, jede aufrichtige Bemühung, jedes für Jesus gesprochene Wort findet dann seine Anerkennung, wenn wir vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden.

Unsere Abendmahls Hoffnung verheißt auch eine endgültige Vereinigung. Es gibt wohl kaum eine Familie, in der nicht ein leerer Stuhl ist. Unerbitterlich trennt der Tod die besten Freunde. Als die Christen zu Thessalonich über das Eingreifen des Todes in ihre Reihen beunruhigt waren. wurden sie durch die Botschaft getröstet, dass die Toten in Christo auferstehen und die Lebenden verwandelt würden "und werden also bei dem Herrn sein allezeit"  (1. Thessalonich 4,13-18).

Das Köstlichste von allem ist jedoch, dass wir Jesus sehen worden und vollkommen mit ihm vereint sind. Hier kommt es noch vor, dass unser Versagen die Gemeinschaft mit ihm hemmt und dass unser Sorgen unseren Blick auf ihn verdunkelt. Wenn aber Jesus wiederkommt, darin wird unser Ahnen zur Wirklichkeit und unser Glauben zum Schauen. In der Vorfreude auf diesen Tag gedenken wir seines Todes, "bis dass er kommt". 

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Wenn Wissen unser größtes Bedürfnis wäre,
hätte Gott uns ein Universalgenie geschickt.

-Wenn Technik unser größtes Bedürfnis wäre,
hätte Gott uns einen Wissenschaftler geschickt.

Wenn Geld unser größtes Bedürfnis wäre,
hätte Gott uns einen Ökonomen geschickt.

Wenn Unterhaltung unser größtes Bedürfnis wäre,
hätte Gott uns einen Unterhaltungskünstler geschickt.

Da aber Vergebung unser größtes Bedürfnis ist,
hat Gott uns einen Retter geschickt.
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Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert.
Bernd Ewert

"Dann ging einer von den Zwölfen, Judas Iskariot mit Namen, den Hohenpriestern: ich werde ihn euch überliefern? ...dreißig Silberlinge,' Von da an suchte er Gelegenheit ihn zu überliefern ....  ... Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre. . ..Ich hin es doch nicht, Rabbi?... Du hast es gesagt. ...sei gegrüßt, Rabbi... und küsste ihn.... Freund, wozu bist du gekommen!'... und machte sich davon und ging hin und erhängte sich."

Wenn man so in kurzen, abgerissenen Sätzen die letzten Tage des Lebens von Judas liest, ist man lief erschüttert. In seiner größten Seelenqual läuft er zu den so genannten Männern Gottes. Sie sind Hohepriester und Älteste Israels mit einem göttlichen Hirtenauftrag. Sicher wussten sie auf Grund ihrer Bibelkenntnis, was ihre Aufgabe war: Das Schwache stärken, das Kranke heilen, das Gebrochene verbinden, das Versprengte zurückbringen, das Verlorene suchen. Aber Politik und Orthodoxie hatten sie eiskalt werden lassen. Der Dieb und der Mammon hatten Judas in ihre Arme getrieben und sie nutzten diese Gelegenheit schändlich aus. Selbst das siebenfache "Wehe" des Herrn Jesu und seine offene Auseinandersetzung mit den frommen Führern hatten den Klerus nicht zur Umkehr und Buße bewegen können. Alles, was Jesus von der Liebe und dem Erbarmen Gottes zeigte, egal welche Wunder und Machttaten sie sahen, schrieben sie dem Teufel zu und verhärteten ihre Herzen gegen den Heiligen Geist.

Bei Judas war es anders gewesen. Er folgte für etwa drei Jahre Jesus nach. Jeden 'Tag hörte er Jesu Lehren, sah seine Wunder, predigte und tat selbst Wunder unter der Autorität Jesu. Der Dieb in ihm brachte ihn endlich zu Fall. Wie kann doch Sünde, die man festhält, solche verheerenden Folgen haben. Als ihn die Reue übermannte und er von Herzen Buße tun wollte - "Ich habe schuldloses Blut überliefert" - blickte er in die eiskalten Augen der Hirten Israels.

"Was geht das uns an? Sieh du zu!" Als die Augen Jesu sich mit denen des Petrus nach der Verleugnung kreuzten, müssen sie so viel Gnade, Vergebung und Liebe ausgestrahlt haben, dass Petrus bitterlich anfing zu weinen und wieder zurecht kam.

Mein lieber Leser, wenn heute ein verzweifelter Mensch mit dir spricht, lass aus deinem Herzen und aus deinen Augen die Gnade, Vergebung und Liebe Jesu strahlen. Der Herr wird ihn erretten.

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Wenn Gott unsere Schwierigkeiten nicht hinweg nimmt,
so wird er uns Kraft geben, sie zu tragen.

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Sieg des Kreuzes Februar 2015

Die „Medizin" der Freude ........................................... 01
Hans R. Waldvogel

Wasser des Lebens, du segnender Quell ....…......… 05
Oskar Lardon

Es ist hier kein Unterschied ………………………….. 08
John R. Rice

Jesus stillt unser Sehnen ..……………….…………… 10
Benito Herrero

Ich vergesse was dahinten ist …………..……….…… 12
Wolfgang Lorenz


Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
Februar 2015     Jahrgang 30/02

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Die "Medizin" der Freude. Hans R. Waldvogel

Was ist die Ursache, dass sich die Gegenwart Christi in diesen Tagen so mächtig offenbart? Der Gehorsam! Das Volk Gottes ist in ein Leben des Gehorsams eingegangen, und Gott gibt den Heiligen Geist denen, die ihm gehorchen.

"Höre und sieh und neige deine Ohren", (Psalm 45, 11). Wie segensreich ist es, wenn wir anfangen, den Geboten des Herrn zu gehorchen! Wir haben sie als unwichtig zur Seite geschoben - zum Beispiel das Gebot: "Freuet euch in dem Herrn allewege!" Dennoch ist dies der Wille Gottes in Christo Jesu für alle seine Kinder, (1.Thessalonicher 5, 16-18). Die Menschen ersinnen sich alle möglichen Wege, um dem Herrn zu gefallen. Sie legen viel lieber ihre Krawatten ab, sie tragen Haken und Ösen oder tun andere äußerliche, selbsterdachte Dinge, als einem einfachen Gebot des Herrn zu gehorchen. Gott möchte, dass wir glücklich sind. Er sagt: "Die Tage des Trauerns sind vorüber." Er gibt uns das "Öl der Freude für den Geist der Schwermut". "Erhebet eure Häupter, und der König der Herrlichkeit wird zu euch kommen." Das sind echte Angebote, die uns Jesus macht.

Wie oft warst du nicht schon ungehorsam! Du warst gereizt. Du warst über irgend etwas ungehalten oder entmutigt. Hast du darüber Buße getan? Wenn du auf diese Art ungehorsam bist, dann gilbst du dem Fleisch Raum und gestattest dem Feind, in dein Herz zu kommen.. Und wenn du das tust, dann dauert es nicht lange, und er hat dich ganz!

Ein fröhliches Herz ist wie gute Medizin. Salomo, der klügste aller Menschen, machte diese Feststellung, aber auch gute Ärzte wissen um den Zusammenhang zwischen Freude und guter Gesundheit. Wer Gottes Gebote hat und hält, erlebt einen Besuch vom Himmel. Salomo sagt, dass dieses Wort "gesund sein wird ihrem ganzen Leibe", (Sprüche 4, 20-22). Es gibt vielleicht kein besseres Gebot, das deinem Leibe Heilung bringt, als dieses: "Freuet euch in dem Herrn allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!"

Weißt du, dass die wahre Weisheit darin besteht, die Gebote des Herrn zu halten? Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn. Meinst du, dass dieses Wort allen, auch dir, gilt? Wenn ich Gott fürchte, dann werde ich nicht den Teufel ehren, indem ich seinen Lügen glaube. Das ist es aber, was ich tue, wenn ich den Sorgen, der Unzufriedenheit, der Verdrossenheit, der Kritik und anderen dunklen Dingen erlaube, in mein Herz zu kommen. Es ist nicht meine Aufgabe, sie in mein Herz einzulassen, weil mein Herz das Reich des größten, glänzendsten und herrlichsten Königs, des Herrn Jesus Christus, ist.

Was für ein wunderbares Reich ist das! Ein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude! Diese Freude ist nicht wie die Freude dieser Welt, die sich durch ihren Gebrauch abnutzt, diese Freude ist die Freude im Heiligen Geist. Er will, dass ich ihn herrschen lasse. Es ist meine Aufgabe, ihn zu erwählen. Es ist meine Aufgabe, die Glieder meines Leibes Gott als Diener der Gerechtigkeit hinzugeben. Wei-in ich das tue und wenn er herrscht, nimmt er meinen ganzen Leib in Besitz. Was macht er damit? Er macht ihn zu seinem Tempel - erfüllt mit dem Licht seiner Gegenwart.

Was meint er, wenn er in demselben Brief, der so viel von der Freude des Herrn spricht, sagt: "Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel"? (Pilipper 2, 14) Wenn ich ein Diener Gottes, des Höchsten- bin, gibt es nichts, das in meinem Dienst, in meiner Arbeit, in meinem Kampf und in meinem Leiden von meinem Gott erwartet wird und nicht zu seiner Ehre gereicht. Ich soll alles durch den Glauben des Sohnes Gottes verrichten-, und er befähigt mich, es ohne Murren und ohne Zweifel zu tun.

Es würde uns überraschen, festzustellen, wie oft das Murren, das wir in unser Herz einlassen, die Ursache für unsere Niederlage ist. Besonders in der Reichsgottesarbeit darf ich nicht wagen, mich diesem Werk des Teufels hinzugeben, weil dann der Feind Raum in meinem Leben und Dienst hat. Nein! Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, auf dass ihr seid ohne Tadel und Kinder Gottes, unsträflich mitten unter dem verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt.

Du kannst nicht für Jesus leuchten, solange er nicht in deinem Herzen leuchtet und solange er nicht dein ganzes Wesen mit seinem Licht durchflutet. Hast du schon entdeckt, dass dein Leib ein Werkzeug des Heiligen Geistes ist? Wenn du im Heiligen Geist Zeugnis ablegst oder betest oder predigst, nimmt Gott jedes Glied deines Leibes in Besitz. Das Leben Gottes strömt durch alle deine Glieder. Mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, bedeutet, diesen Leib Jesus zu überlassen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist, sich ständig zu freuen. Wenn du deine Augen einfältig auf deinen Meister richtest, bewahrt er deinen Leib im Licht, (Matthäus 6, 22).

Nachdem mich der Herr im Heiligen Geist getauft und ich schon ein wenig über das Freuen im Herrn gelernt hatte, sagte er zu mir: "Dein Leib ist voller Licht." Ich wusste es, weil er vorher voller Finsternis war. Ich sah, dass die Werke des Fleisches ihre Wohnung in meinem Leib gehabt hatten. Du kannst nicht Geist, Seele und Leib voneinander trennen. Dieser Leib ist genauso erlöst wie dein Geist und deine Seele.

Während er noch der Leib der Niedrigkeit ist, wirkt Gott in diesem Leib einen neuen Leib. eine Hütte, nicht von Händen gemacht. Dieser Leib ist wie ein Schmelztiegel, in dem der neue Leib gebildet wird. Wenn du gegen diesen Leib sündigst und der Finsternis der Herrschaft einräumst, dann verunreinigst du den Tempel Gottes. Gottes Wort sagt: "Wer den Tempel Gottes verunreinigt, soll vernichtet werden." Und immer, wenn ich den finsteren Dingen erlaube, sich in den Tempel einzuschleichen, verunreinige ich ihn. Das darf ich nicht! Deshalb ist es für dich und für mich so wichtig, uns allezeit im Herrn zu freuen.

Höre, was Jesus sagt: "Solches rede ich zu euch, auf dass meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde." Welch herrliche Berufung: Seine Freude wohnt in mir! Die Freude des Herrn Jesu Christi kann nichts durch eine List oder Tücke des Teufels getrübt werden. Nur unser Unglaube und unsere Hingabe an das Fleisch können sie verdunkeln. Wie oft haben wir das schon getan! Wie oft lassen wir die Mundwinkel hängen, wenn etwas nicht nach unserem Willen geht! Du weißt, dass immer dann, wenn du dies tust, etwas mit deinem Herzen und mit deiner Hingabe an Jesus nicht in Ordnung ist. Die Freude des Herrn wird sich auf deinem Angesicht abzeichnen. Sie lässt unseren ganzen Leib leuchten. Aber nicht nur das - die Gegenwart Jesu ist in dich gepflanzt Das geschieht mit den Menschen, die sich allezeit im Herrn freuen. Das Freuen ist mit dem Leben in der Gegenwart Gottes so eng verbunden, dass man diese beiden Eigenschaften nicht trennen kann. Wenn wir in der Gegenwart Gottes Leben, werden wir seine Verheißung erfahren: "In deiner Gegenwart ist Freude die Fülle!“ Wie nötig hat doch unsere Welt freudige Boten des Herrn, Gefäße des Lichts - herrliche Gefäße! Wenn es aber dem Teufel gelingt, unseren Leib zu besudeln, dann geschieht etwas - der Tod kommt hinein. Welch gute Medizin ist da die Freude! Es wäre gar nicht nötig, so viel für die Heilung  zu beten, es wäre gar nicht nötig, uns so viel Gedanken um unseren Leib zu machen, wenn die Freude des Herrn unsere Stärke wäre. Schon viele Leute wurden geheilt, während sie den Herrn priesen.

"Wache auf, der du schläfst!" Wofür aufwachen? Für das Wunder der Gegenwart Jesu. Bist du dafür schon erwacht? Es bedarf des Heiligen Geistes, dich aufzuwecken. Wachet auf zur Gerechtigkeit! "Werdet doch einmal recht nüchtern und sündiget nicht!" Wenn du merkst, dass du in einen dunklen Schatten der Schwermut sinkst, dann denke daran, dass du dich dem Teufel hingibst, der dein Verderben sucht. Lass es nicht zu! Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten! Einst waren wir tot in Übertretung und Sünde, aber Gott hat uns durch seine Barmherzigkeit lebendig gemacht und mit Jesus in himmlische Örter versetzt. Aber höre: das bedeutet Kampf! Ich bin Gott dankbar, dass er mich, als er mich in die Pfingstgemeinde brachte, mit Menschen zusammenführte, die sich im Herrn freuten. Ich spielte meine Trübsalsflöte und war bei den untersten Tönen angelangt. Ich passte nicht in den Rahmen, bis ich lernte, mich im Heiligen Geist zu freuen. Als ich dann meine Hände erhob und Gott pries, geschah etwas Wunderbares. Die Herrlichkeit Gottes strömte in meine Seele. Christus leuchtete in mir. Der Teufel floh. Seitdem ist mein ganzes Leben verwandelt. Als Paulus und Silas sangen und Gott lobten, kam ein Erdbeben- die Ketten fielen ab, und die Gefangenen wurden frei. Und wenn wir lernen, zur Mitternacht den Lobpreis zu singen, wenn wir uns dem Geist Gottes und der Freude des Herrn ergeben, dann kommt ein Erdbeben, das uns von allen Ketten befreit.

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               Wasser des Lebens, du segnender Quell.  Oskar Lardon

Lang hab' ich mich gesträubt, endlich gab ich nach, wenn der alte Mensch zerstäubt, wird der neue wach. Und solang du dies nicht hast, dieses: Stirb und Werde!, bist du nur ein trüber Gast auf der armen Erde!" Das ist die unerlässliche Bedingung für das ewige Leben - für alle ohne Ausnahme dieselbe enge Pforte und doch so einzigartig für jeden, der durch Jesus zu neuem Leben erweckt wird! Nikodemus erlebte es anders als diese samaritische Frau. Voller Liebe und Geduld bemüht sich Jesus, sie aus ihrer Unwissenheit zur Erkenntnis, aus ihrer Nacht ans Licht und aus dem Tod ins Leben zu führen. Während manche, denen Jesus helfen konnte, schon ein gewisses Suchen und Verlangen nach Wahrheit und Licht mit sich herumtrugen, musste er bei dieser Frau erst das Verlangen nach dem lebendigen Wasser wecken, das in's ewige Leben fließt. (Johannes 4,5-26)

Das Gespräch Jesu mit der Samariterin zeigt deutlich, dass der Mensch zwei Leben lebt: ein Leben an der Oberfläche, vor den anderen Menschen, je nach den Umständen mit lachender oder weinender Maske, und ein Leben in der Tiefe mit Wunden, Blut, Weinen, Seufzen, Pein und Sterben, das wir ängstlich zu verbergen suchen. Wenn Jesus mit diesem zweiten Leben in der Tiefe unserer Seele in Berührung kommt, dann geschieht das große und wunderbare "Stirb und Werde".

Es war am Jakobsbrunnen. Jesus ruhte, während seine Jünger im nahen Sichar Speise kauften. Da kam die Samariterin. Zwischen ihr und Jesus kommt es zu einem Gespräch, das uns bis heute aufbewahrt ist. Ohne Volks- und Standesunterschiede zu beachten, bittet er sie um einen Trunk Wasser. Sie ist erstaunt, denn noch nie hat ein Jude mit ihr gesprochen, geschweige denn, aus dem unreinen Krug einer Samariterin getrunken, und sie antwortet: "Du bittest mich: Gib mir zu trinken!, so du doch ein Jude bist und ich ein samaritisches Weib." Jesus antwortete nur: "Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der mit dir redet, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser."

Lebendiges Wasser? Die Frau horcht auf. Weit und breit ist kein fließendes Wasser. Wo will er es hernehmen? Er hat ja nicht einmal einen Krug, dass er hier Wasser schöpfen könnte! Will er von diesem Brunnen verächtlich reden, den Jakob, der Vater, gegraben und aus dem er getrunken hat? Willst du mehr sein als unser Vater Jakob? Da antwortet ihr Jesus: "Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten, wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wir ewiglich nicht dürsten; denn das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zum Brunnen, der in das ewige Leben quillt."

Die Frau versteht Jesus nun noch weniger. Aber die verlockenden Aussichten machen ihr das Herz warm: nicht mehr dürsten, nicht mehr schöpfen müssen, im eigenen Haus eine fließende Quelle zu haben, aus einem verborgenen Wunderquell trinken, Wasser zu haben, das den Durst auf ewig stillt! Und sie ruft: "Herr, gib mir dieses Wasser, dass mich nicht dürste, dass ich nicht immer wieder kommen muss, um zu schöpfen!" Verstanden hat sie Jesus nicht, aber Vertrauen zu ihm ist in ihr erwachet! Das ist der Anfang der Offenbarung des Heils Gottes-. Erbarmen bei ihm, Vertrauen bei uns! Aber noch bewegt sich das Gespräch an der Oberfläche, noch ist der Weg in die Tiefe des Lebens versperrt.

Wenn die Samariterin die Worte Jesu nicht verstanden hat, wie sollen wir sie verstehen? Jesus spricht von den Wassern, durch die wir versuchen, den Durst unserer Seele zu stillen, und die es doch nicht vermögen- aber er spricht auch von dem lebendigen Wasser, das nur er geben kann. Den Durst der Seele kennen wir alle. Oft ist dieses unbestimmte Etwas schwer zu beschreiben, es ist wie ein Verlangen nach Glück, nach vollkommener Zufriedenheit. Unersättlich ist unser Wünschen, der Durst wird nicht gestillt. Jesus sagt: "Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten!"

"Wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen?" ruft Jesus einmal aus. "Es ist den Kindern gleich, die auf dem Markt spielen." Bis heute ist das so geblieben. Viele haben keinen anderen Wunsch und kennen kein anderes Verlangen als nach Spielzeug, Eitelkeit, Unterhaltung und Genuss. Mit dem Eigensinn der Kinder ruhen sie nicht, bis sie es haben, um dann wieder neue Wünsche zu äußern. Was für ein Haschen nach Wind! Redet man aber vom "lebendigen Wasser" zu ihnen, dann verstehen sie das nicht.

Es gibt aber auch Menschen, die aufgewacht sind, die an der Jagd nach Gewinn und Genuss nicht mehr teilnehmen. Sie dürsten nach lebendigem Wasser. Dieses Suchen wird in unserer bewegten Zeit wieder größer, weil alles, was wir begehren und haben, schwankt und schwindet, weil nichts mehr feststeht. Noch immer gilt Jesu Wort: "Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird nimmer mehr dürsten!" Viele hören dies und möchten haben, was Jesus verspricht, aber sie erfahren es nicht. Warum nicht? Es liegen so viele Hindernisse im Wege. Wenn wir dafür aufwachen, dann ist der Augenblick gekommen, in dem Jesus den Schleier zurückschlägt. die Oberfläche unseres Lebens durchbricht und mit uns ernst die Dinge redet, die in der Tiefe verborgen liegen und den Durchbruch zur Freude und zum Sieg verhindern.

"Gehe hin und rufe deinen Mann!" Mit diesem Wort gibt Jesus dem Gespräch eine Wendung und greift tief in das intimste und privateste Leben dieser Frau ein. Halb trotzig, halb gebrochen entgegnet sie: "Ich habe keinen Mann." Jesus fasst nach, gräbt tiefer und sagt: "Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann." Da stammelt die Samariterin: "Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist!" Ja, ein Prophet, der sie durchschaut und weiß, wo der Wurm sitzt und woher der verzehrende Durst, das innere Feuer, kommt.

Es ist ein Stück Frauennot und Frauenelend, in das wir hineinschauen. "Fünf Männer hast du gehabt, und der letzte ist auch nicht dein Mann!" Welche Erfahrungen und Erlebnisse! Wie viel heißes Begehren und Wünschen! Wie viele Enttäuschungen und begrabene Hoffnungen! Wer weiß, was alles dazwischenlag! Tod, Untreue, Flucht, Scheidung, Witwenleid und neue Leidenschaft - eine Kette von Schuld! Von Stufe zu Stufe ist sie gesunken, bis sie zuletzt untertauchte. Die Wünsche ihres Herzens sind gestorben, die Kraft des Lebens verdorben - was noch übrig bleibt, ist Leidenschaft und bittere Pein.

Das ist das Leben, das die Samaritern im Verborgenen, in der Tiefe, lebt - als Willenlose, arme Gebundene. Vor Jesus wird der Tod, den sie im Herzen trägt, offenbar. Aber jetzt kann er ihr helfen, jetzt kann er in die Finsternis hineinsprechen: "Es werde Licht!" Jetzt redet die Samariterin von Gott, und sie fragt nach dem Ort, wo man ihn finden kann. Jesus spricht zu ihr vom Vater, der solche Anbeter will, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, der nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er sich bekehre und lebe, der niemand zurückstößt, auch wenn ihn die Menschen nicht mehr in ihrer Gesellschaft haben wollen.

Nicht Jakobs Brunnen, nicht die Höhe des Ebal oder Garlzim und auch nicht Jerusalems vergoldeter Tempel sind die Stätte, wo man Gott findet und anbetet, sondern der Geist und die Wahrheit. Da sprach die Frau: "Herr, ich habe davon gehört, dass der Messias kommen wird, der uns dann alles erklären soll." Jesus spricht zu ihr: "Ich bin's, der mit dir redet!" Ja, er ist es, der Frieden bringt und das Herz stille macht. Die Samariterin glaubte den Worten Jesu. Das Ende dieser wunderbaren Geschichte zeigt uns, wie diese Frau aus dem lebendigen Brunnen trank, ihren Durst stillte und auch anderen dieses Wasser des Lebens weiterreichte.

Die abgestandenen Wasser in den trüben Tümpeln der Lust stillen unseren Durst nicht. Auch die viel gepriesenen Hellquellen der Wissenschaft und Kunst können es nicht. Wir brauchen das Wasser des Lebens. Ehe es in unser Leben fließen kann, müssen die Hindernisse beseitigt werden. Solange wir uns an der Oberfläche bewegen, kann uns Jesus nicht helfen. Wo wir ihn aber mit seinem Licht in die Tiefen eindringen lassen, werden die Wunden geheilt. Er kann Sünden vergeben und von Leidenschaften befreien. Jesus macht dann auch aus unserem Leben etwas zur Freude und zum Segen für andere.

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Gott schaut nicht so sehr auf das, was wir ihm geben,
sondern mehr auf das, was wir zurück behalten.
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Es ist kein Unterschied. John R. Rice

Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner." So sprach der Pharisäer, als er in den Tempel ging, um zu beten. Und so spricht heute die ganze Welt! "Ich bin nicht wie die anderen Menschen!" Wir alle haben von uns die Meinung, besser als andere Menschen, anders als sie zu sein. Aber Gottes Wort schlägt zurück und sagt: "Es ist hier kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten"

Kein Unterschied! Es ist kein Unterschied zwischen dem besten moralischen Menschen und dem schwersten Verbrecher. Kein Unterschied zwischen der feinen Dame und dem Straßenmädchen! Kein Unterschied zwischen dem Adeligen und dem Bettler! Kein Unterschied zwischen dem Emporkömmling und dem Versager! Alle haben gesündigt. Ja, Gottes Wort sagt sogar, dass es keinen Unterschied zwischen dem Gemeindeglied und dem Atheisten gibt. Alle sind Sünder. In vielen anderen Dingen mag ein Unterschied bestehen. Es gibt Reiche und Arme, Unwissende und Gebildete, Angenehme und Abstoßende, aber alle haben gesündigt! So sind auch die Geretteten und die Verlorenen einfach nur gerettete Sünder oder verlorene Sünder, begnadigte Sünder oder verdammte Sünder. Lieber Leser" es ist kein Unterschied zwischen dir und Judas Ischariot. Erging in die Hölle, und auch du hast die Hölle verdient und wirst hineinkommen, wenn du nicht die Reinigung und Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus annimmst!

Warum reden wir so viel von der Sünde? Die biblische Lehre über die Sünde ist eine grundlegende Wahrheit. Wir müssen darüber reden, damit die anderen großen Lehren der Bibel verstanden werden können. Wir müssen auch darauf hinweisen, dass es viele religiöse Organisationen und Kulte gibt, die die Tatsache der Sünde leugnen. Das Vorhandensein der Sünde ist aber wissenschaftlich erwiesen. Sünde ist eine allgegenwärtige, grausame, schwer auf uns lastende, höllische Tatsache. Wer sie leugnet, ist äußerst töricht. Deshalb brauchen wir uns nicht zu wundem, wenn die Bibel sagt: "Die Narren spotten über die Sünde" (Sprüche 14, 9).

Die Antwort, die uns das Evangelium von Jesus Christus gibt, ist sehr einfach: "Christus ist gestorben für unsere Sünden nach der Schrift" (1.Korinther 15, 1). Oder an einer anderen Stelle heißt es: "Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen" (1.Timotheus 1, 15). Es gibt kein Christentum ohne das Zugeständnis, dass alle gesündigt haben. Wer nicht willig ist, die Tatsache der Sünde anzuerkennen, lehnt das Erlösungsblut Jesu ab, weil er kein Bedürfnis dafür sieht. Wer die Realität der Sünde leugnet, glaubt auch nicht an die Hölle und an das Gericht.

Warum musste dann Jesus sterben, wenn die Menschen keine Sünder sind? Warum versuchen wir, Sünder zu retten, wenn es keine Sünder gibt? Vielleicht fühlt sich mancher als "kleiner" Sünder, der sich selbst bessern und erlösen kann. Aber weshalb musste dann Jesus diese schrecklichen Leiden auf Golgatha auf sich nehmen? Der Tod Christi wäre ein grober Fehler und ein schreckliches, sinnloses Verbrechen gewesen, wäre der Mensch kein verdammungswürdiger Sünder, der einer grausamen Hölle entgegen geht, wie es die Bibel lehrt.

Die biblische Lehre über die Sünde ist der einzige Schutz gegen falsche Religionen. Nur das Blut Christi kann die Sündenfrage lösen. Selbstgerechtigkeit, Logenmitgliedschaft, religiöse Zeremonien, menschliche Tricks oder  Täuschungsmanöver werden niemals das Herz befriedigen, das die Wahrheit über den verzweifelt bösen Zustand des Menschen erkannt hat, nämlich die Tatsache: "Es ist hier kein Unterschied - alle haben gesündigt."

Es gibt Prediger, die nur über die Liebe Gottes und das Vertrauen zu Jesus Christus predigen. Und das sind wunderbare Themen! Aber die Bibel, die uns sagt: "Gott ist Liebe", sagt auch "Gott ist ein verzehrend Feuer" (Hebräer 12:29). Das Alte Testament spricht oft davon, dass Gott über das gottlose Wesen seines Volkes zornig war. In der Bibel steht ,genau so viel über die Hölle wie über den Himmel. Und wenn wir nicht über die Hölle predigen, sehen die Sünder keine Veranlassung, den Himmel zu suchen. Wenn wir nicht über die Sünde predigen und die Menschen in ihrem Gewissen davon überführen, werden sie niemals Buße tun und Jesus als ihren Erlöser annehmen.

Große Erweckungen vom Himmel waren stets von tiefer Sündenerkenntnis begleitet. Wer nicht um die Schuld seiner Sünde weiß, kann sie auch nicht bekennen und einen neuen Weg mit Jesus einschlagen. 

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Es ist sehr wohl möglich, dass wir zunächst große Erfolge haben,
wenn wir der Versuchung erliegen, ohne Gott zu handeln
aber der Versucher führt nicht nur von Gott weg,
sondern hernach in den Abgrund.

Prof. Dr. H. Thielicke
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Jesus stillt unser Sehnen. Benito Herrero

In einem kleinen Ort in Nordspanien bin ich geboren. Im Alter von 15 Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen, um unabhängig zu sein. Ich ging nach Madrid, wo ich einige Jahre als Kellner arbeitete. Dann ging ich nach Südspanien und war dort in verschiedenen Hotels tätig.

In dieser Zeit war mein Leben eine einzige Katastrophe. Obwohl ich gutes Geld verdiente, eine eigene Wohnung besaß und Freundinnen hatte, war ich nicht glücklich. Mit meinem Leben ging es immer tiefer hinab. Ich lebte in groben Sünden und berauschte mich mit starken Mitteln.

Ich besaß alles, was ich mir nur wünschte, und war doch innerlich arm und leer. In Stunden der Einsamkeit fragte ich mich: "Was ist es, das mir fehlt? Was ist es, das mein Sehnen stillen kann?" Immer stärker fühlte ich meine Unzufriedenheit, und ich war mir des Lebens überdrüssig. All die bösen Dinge, die ich getan hatte, beunruhigten mich, und es kam mir der Gedanke, dass Gott mir unmöglich vergeben könnte.

Nachdem ich drei Jahre in Südspanien war, wurde ich zum Militärdienst eingezogen. Dort hatte ich viel Zeit, über mein Leben und meine Zukunft nachzudenken. Je mehr ich darüber nachdachte, desto unsicherer erschien mir alles. Etwas in mir ließ mich erkennen, dass eine innere Kraft nötig sei, stark genug, um die Schwierigkeiten des Lebens zu überwinden.

Nach drei Wochen bekam ich von einem ehemaligen Arbeitskameraden, der gläubig war eine Bibel und christliche Literatur. Mit großem Hunger und Interesse fing ich zu lesen an und vertiefte mich in die Wahrheit über Jesus Christus. Ich erkannte, dass es eine Kraft gibt, die Kraft des Heiligen Geistes, die mir helfen könnte.

Drei Monate später bekam ich eine Woche Urlaub und konnte jetzt diesen Kameraden und seine Gemeinde besuchen. Dort verspürte ich die Kraft des Geistes Gottes und fing gleich zu weinen an, ohne zu wissen warum. Nach der Predigt fragte der Redner, ob jemand da sei, der Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland annehmen möchte. In diesem Augenblick kam mir der Gedanke. "Gott kann mir diese vielen Dinge nicht vergeben." Während ich dies dachte, sagte der Prediger: "Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von aller Sünde Ich erhob mich von meinem Platz und ging weinend nach vorn, um mein Leben Jesus auszuliefern. Ich erlebte die Vergebung meiner Sünden und fühlte mich wie ein Vogel, der dem Netz entkommen war.

Ja, eine große Bürde war von meiner Seele gewichen! Ich kam mir vor wie ein neuer Mensch. Die Wahrheit der Bibel bestätigte sich: "Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!" Christus war in mein Herz eingezogen und hat mir die neue Geburt, die Geburt in die Familie Gottes, geschenkt. Nur Christus konnte mein Sehnen stillen.

Mit einer neuen Freude und großen Begeisterung, ging ich zum Militär zurück. Ich fing sofort an, meinen Kameraden zu bezeugen, was der Herr in meinem Leben getan hat. Wie erstaunt war ich, als sie mich mit "Tor", "Fanatiker" und einer Reihe ähnlicher Namen bezeichneten! Die Bibel gab mir Trost. Sie erklärt, dass der natürliche Mensch nicht die Dinge des Geistes verstehen kann, sie sind ihm eine Torheit. Der Apostel Paulus fügt hinzu: "Das Wort vorn Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden.“ In der Zwischenzeit habe ich darin wieder die Gemeinde besucht und Jesus hat mich mit dem Heiligen Geist getauft. Es ist wahr, was Jesus gesagt hat: "Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein." Diese Erfahrung hat mir noch mehr Freude und Kraft verliehen, als ich vorher schon hatte.

Als mein Militärdienst beendet war, musste ich mich nach einer anderen Arbeit umschauen, denn ich wollte nicht mehr in meinen alten Beruf und in mein altes Leben zurückkehren. Nachdem ich eine Zeitlang auf dem Bau gearbeitet hatte, weihte ich mich ganz dem Studium des Wortes Gottes. Es ist mir ein tiefes Verlangen, verlorene Seelen das kostbare Licht der Wahrheit zu bringen. Jesus sagt: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Jetzt bin ich glücklich. Das Sehnen und Verlangen meines Lebens ist gestillt. Nur Jesus kann uns volle Genüge und die Gewissheit des ewigen Lebens schenken. 
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Beten heißt mit Jesus reden wie ein Freund spricht mit dem Freund,
in die Nähe Gottes treten, der am Zwiegespräch sich freut.

Beten heißt auf Jesus hören, lauschen auf den Meister still,
Ohr und Herz zu ihm hin kehren und vernehmen, was er will.

Beten heißt am Worte hangen und auf die 'Verheißung seh'n,
täglich Antwort froh empfangen über Bitten und versteh’n.
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Ich vergesse, was und strecke mich aus nach dem
was da vorne ist und jage mach dem vorgesteckten Ziel.
Philipper 3:13-14

Einer, der etwas davon versteht, hat mir gesagt: "Wenn du beim Pflügen eine gerade Furche ziehen willst, dann darfst du nicht nach hinten schauen, sondern musst einen festen Punkt weit vorne haben, den du ansteuerst. Wer immer zurückschaut, bekommt nie eine gerade Furche hin." So ist es auch im Glaubensleben. Paulus wusste trotz aller Gotteserfahrungen, trotz aller Offenbarungen und Gesichte, ich bin noch nicht vollkommen, ich brauche noch mehr, und danach strebe ich mit ganzer Kraft. Wo man dieses Ziel hat, werden manche Dinge zweitrangig oder wertlos, da kann man verzichten, um zu gewinnen. Ihm war nicht mehr wichtig, dass er aus einem der Stämme Israels war, ihm war nicht mehr wichtig und erwähnenswert, dass er einmal zur Gruppe von Pharlsäern gehörte, die es am genausten nahmen. Ihm war auch nicht mehr wichtig, dass er einen akademischen Girad hatte. Ihm war nur eines wichtig: Von Christus ergriffen zu sein und das himmlische Ziel zu erreichen.

Viele Christen beschäftigen sich viel zu sehr mit ihrer Vergangenheit und den Dingen, die zum alten Leben gehören. Ich habe den Eindruck, dass sie den Blick auf das Ziel verloren haben oder ihnen das Ziel zu weit weg ist. Ich wünschte, ich könnte dir, lieber Leser., mit ein paar Worten das herrliche Ziel, unsere himmlische Berufung, ganz neu und deutlich vor Augen malen, damit du alles daran setzt, um dieses Ziel zu erreichen.

Bei Kindern erlebt man es manchmal. Da spielt man zusammen und da wollen zwei Geschwister auf einmal mit demselben Spielzeug spielen und zanken sich darum. Dann kommt der Vater und sagt vielleicht zu dem Jungen: "Komm, du darfst mit mir fahren. Ich habe etwas zu erledigen, wozu ich dich brauche." Mit dem Vater zu fahren ist immer sein Wunsch und er freut sich und sagt zu seinen Geschwistern: 'Hier, ihr könnt ruhig mit meinen Spielsachen spielen."

Wenn uns die himmlische Berufung wichtiger als alles ist, dann streiten wir nicht um Ehre und Ansehen hier auf Erden, dann kämpfen wir nicht um unser Recht und häufen nicht wer weiß wie viele Schätze an. Denk, wir sind berufen, Gemeinschaft mit Jesus in der Herrlichkeit zu haben. Wir sollen einmal Jesus gleich sein. Johannes schreibt: "Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist." Lasst uns dieser Heiligung nachjagen, "denn ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen".

Wolfgang Lorenz


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Sieg des Kreuzes Januar 2015

Kaufet die Zeit aus .............................................. 01
Gottfried A. Waldvogel

Nur ein heiliges Leben kann erhörlich beten .......04
E. M. Bounds

Wenn wir vom Weg abkommen .......................... 06
James J. Packer

Der Glaube wächst durch Gottes Wort  ...............08
George Müller

Die Bibel – Gottes Wort und ganze Wahrheit ..... 10
Francis Schaeffer

Lernet das Kreuz lieben ...................................... 11
Johannes Gommel

Die Botschaft vom Sieg des Kreuzes
Januar 2015     Jahrgang 30/01

Published by RIDGEWOOD PENTECOSTAL CHURCH 8420 85" DRIVE
WOODHAVEN, NY 11421‑1219 Printed in USA
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Kaufet die Zeit aus! Gottfried A. Waldvogel

Wie wichtig ist es, die Tatsache zu erkennen, dass die Zeit Ewigkeitswert hat! Wir als Gotteskinder, die aus Gnade gerettet und Jünger Jesu geworden sind. sind auch seine Diener. In der Bibel wird uns durch Jesus befohlen, die Gelegenheit, ihm zu dienen, täglich zu nutzen. Er sagt uns, dass wie auf die gleiche Weise, in der wir ihm  dienen und für ihn leben, belohnt werden. Wie wichtig ist es, unsere Zeit so zu verbringen, dass wir an jenem Tag Lohn empfangen!

Die Bibel sagt dass dem Gläubigen der Lohn nach dem Maß seiner Treue im Dienst und seiner Hingabe an Jesus gegeben wird. An dem herrlichen Tag, wenn Jesus wiederkommt, wird die erste und wichtigste Frage sein: Sind wir bereit, in die Herrlichkeit einzugehen, wenn wir unser Kleid unbefleckt bewahrt haben? Haben wir unser Kleid gewaschen und hell gemacht und Blut des Lammes? Wandelten wir in der Erfahrung der Vergebung unserer Sünde? Haben wir es nicht zugelassen, dass Satan uns verdammen konnte?

Die Bibel spricht von Leuten, die gläubig waren, die aber die Reinigung ihrer vorigen Sünden vergessen haben. Sie haben nicht das weiße Kleid der göttlichen  Gerechtigkeit bewahrt. Sie haben nicht den Frieden gehalten, den der Heilige Geist gibt der unserem Gewissen bezeugt, dass zwischen uns und unserem Gott alles in Ordnung ist. Wenn wir aber allen Fleiß daran wenden, dem Herrn Jesus zu folgen und ihm wohlgefällig zu leben, dann wird uns auch ein überströmender Eingang in sein Reich geschenkt werden.

Wenn der Apostel davon spricht, die Gelegenheit auszukaufen, dann weist er auch auf den Lohn hin, den die Diener Jesu an jenem Tage empfangen werden. "Du sollst über zehn Städte herrschen!" "Du sollst über fünf Städte herrschen!“ Wird bei Jesus jemand vorgezogen? Nein, er belohnt uns nach der Frucht, die wir ihm bringen. Was machen wir mit unserem Pfund? Was kann Gott durch den Heiligen Geist in uns und durch uns tun? Das ist unser Pfund! Hier werden wir ermahnt, die Zeit auszukaufen, weil die Tage böse sind. "Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten."

Sind wir schon ganz wach, um Christus zu sehen? Jesus Christus ist das große Licht, die Sonne der Gerechtigkeit Wenn wir aber in unserem Bett schlafen und das Zimmer durch Vorhänge verdunkelt ist, können wir weder den Sonnenschein noch das Tageslicht sehen. Wache auf, der du schläfst! Christus will dich erleuchten. Welch ein wunderbares Erwachen ist das, welch ein wunderbares Licht tritt in unsere Seele, wenn wir zur Wahrheit Christi erwachen! Das sehen wir an der Verwandlung, die es im Leben des Apostel Paulus schuf Wie eifrig machte es ihn, Christus in seiner ganzen Fülle zu ergreifen und ihm treu zu dienen.

0 Geliebte, Ewigkeitswerte stehen auf dem Spiel! Christus, der König der Herrlichkeit, hat uns zu seinen Dienern berufen. Er hat uns berufen, für seine Interessen zu leben. Er hat uns berufen, für sein Reich Frucht zu schaffen. Hier, im Feindesland, sollen wir für Jesus leben und ihm dienen. Wir sind berufen, mit ihm zu leiden, damit wir mit ihm verherrlicht werden. Ewigkeitswerte stehen auf dem Spiel. Er halt uns den Heiligen Geist gegeben. Wir können ihm nicht dienen, solange der Heilige Geist nicht uns gedient und mit seinem Licht erleuchtet hat. Jesus ist der Heiland unserer Seele; er ist aber auch ein heiliger König. Wir sind seine Diener, und er sagt, dass er uns belohnt. Wenn wir mit ihm leiden, dann werden wir auch mit ihm herrschen. "Sehet nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt!" Achte auf jeden Schritt! Wandle vorsichtig! Wie kann ich dem Herrn Jesus dienen? Jesus, ich bin so hilflos, ich bin so schwach, ich bin so unwissend. Wie kann ich dir dienen? Du bist ein heiliger, ein herrlicher König. Ich weiß, dass du allgenügsame Gnade hast. Lass sie mir lebendig werden. Du allein kannst es tun.

Im Johannes-Evangelium, Kapitel 13 bis 16, sagt uns der Herr Jesus, dass wir ihn lieben, seine Gebote halten und in ihm und seinem Wort bleiben müssen, wenn wir Frucht bringen wollen. Wenn ich in ihm bleibe, wird er dafür sorgen, dass seine Worte in mir bleiben. Wenn ich in ihm bleibe, wenn ich Jesus hingegeben bin, wenn ich in seiner Gegenwart leben, dann wird er es nicht versäumen, zu mir zu reden. Das bedeutet, dass ich sein Wort habe, dass ich das Wort der Wahrheit schätze, es lese, höre und studiere. Dann wird mir der Heilige Geist die Erkenntnis seines Willens schenken. "Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille."

Es geht nicht darum, dass ich versuche, jemand anders zu sein. Es geht nicht darum, dass ich bestrebt bin, das zu tun. was ein anderer tut. Ich bin ein Diener des Königs. Du bist ein Diener des Königs. Der König hat mit unseren! Leben etwas vor. Der Heilige Geist will uns seinen Willen kundtun. Das ist der Weg, die Gelegenheit auszukaufen und ihm zu dienen. Dann werden wir nicht einfach für ihn wirken, sondern das tun, was er von uns getan haben möchte. Ich bin sein Knecht und tue das, was mein Herr von mir verlangt. Dafür bin ich verantwortlich.

Als mich der Gedanke bewegte. seinen Willen zu tun und seine Gebote zu halten, fragte ich: "Herr, was sind deine Geböte?" Da lenkte er meine Aufmerksamkeit auf zwei oder drei, die in den erwähnten Kapiteln des Johannes-Evangeliums stehen. Das eine ist Liebe. Ist das nicht ein einfaches Gebot? Wenn wir in seinen Geboten wandeln, wandeln wir im Geist. Und wenn wir im Geist wandeln, wandeln wir in der Liebe. Im 13. Kapitel werden wir besonders zum Lieben ermahnt: "... dass ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe." Das nächste Gebot ist Glaube. Ist dass ein Gebot? Ja! "Glaubet an Gott und glaubet an mich!" Wie oft wird uns doch dieses Gebot in der Bibel gegeben! Als Folgerung davon kam das dritte Gebot zu mir: Bete!

Jesus zeigt uns, wie wir durch das Gebet dienen sollen: denn unsere Frucht kommt von ihm. Wir können sie nur durch das Gebet in seinem Namen empfangen. Das bedeutet in erster Linie nun nicht, dass wir etwas für uns selbst haben wollen. Das auch! Aber ich soll von ihm empfangen, um weitergeben zu können. Ich empfange von ihm das, was er für mich und für andere Seelen durch sein kostbares Blut erkauft hat. Ich komme im Namen Jesus zum Vater, und während ich das Erbetene von ihm empfange, ist es mir möglich, in seinem Namen zu dienen. Wie wunderbar ist Gottes Weg!

"Es ist böse Zeit!", wird uns gesagt. Unsere Tage sind besonders böse. Jeden Tag ist Satan am Werk. Wie leicht können wir da eine günstige Gelegenheit verpassen! Die Welt dringt in unser Herz und Leben ein. Wir müssen uns mit irdischen Dingen abgeben, weil wir noch in der Weit sind. Gewiss! Aber wir können darüber stehen. Wir können m jeder Lebenslage und in jeder Aufgabe eine Gelegenheit sehen, Jesus zu dienen, für ihn zu leben und ihn zu verherrlichen. „Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut. so tut alles zu Gottes Ehre" (1. Korinther 10, 31). Das ist von der Einstellung unseres Herzens abhängig. Wir sind Jesu Diener.

Die Tage vergehen schnell; aber jeder Tag birgt goldene Gelegenheiten in sich. Du sagst: "Ach, es ist immer dasselbe — jeden Tag dasselbe. Wie kann ich da für Jesus leben?" Du kannst es; und du wirst feststellen, dass du alle deine Aufgaben freudig und glücklich verrichtest. Wenn sich dir eine Gelegenheit bietet und du mit jemand sprichst, kannst du ihm die Liebe Jesu zeigen. Jesus achtet auf die kleinen Dinge. "Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan" — auch wenn es nur das Reichen eines Bechers kalten Wassers in seinem Namen ist.

Es ist töricht, wenn wir die Zeit nicht auskaufen. Lasst uns weise sein, um den Willen des Herrn zu erkennen. Du möchtest seinen Willen tun. Du möchtest ihm dienen. Du möchtest ihm wohl gefallen. Gib dich ihm jeden Morgen neu hin und bekräftige deinen Bund mit ihm. Er wird dir seinen Willen offenbaren. Er wird dir nicht immer mit einem Bibelvers antworten; aber der Heilige Geist wird dich führen. So kannst du nach den Geboten Jesu und nach den Grundsätzen des Wortes Gottes leben.

Ist das nicht ein herrlicher Trost? Es tut nichts zur Sache, in welcher Position du stehst — du kannst überall für Jesus leben und wirst den vollen Lohn empfangen. Du musst kein Prediger sein. Du musst kein Missionar sein. Manche Menschen meinen, zu einem großen Werk berufen zu sein; aber sie sind nicht bereit, Jesus an dem Platz zu dienen, an dem sie gerade stehen. In ihrer Umgebung gibt es Scharen von Menschen, denen sie Jesus bezeugen können.

Lasst uns bewusst - zeitbewusst - leben. Lasst uns über allem erkennen dass die Zeit ein wertvoller Artike für ein Kind Gottes ist. Lasst uns die Zeit auskaufen, die Gelegenheit nutzen — jeden Tag.

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Nur ein heiliges Leben kann erhörlich beten!  E. M. Bounds

Den ersten Christen sagte Johannes im Blick auf das Gebet: "Was wir bitten, werden wir von ihm nehmen, denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefällig ist." Wir sollten ernstlich daran denken, welche unermesslichen Gebiete und welche unbegrenzten Gaben durch das Gebet erlangt werden können. Wie umfassend ist die Reichweite und die Empfangsmöglichkeit mächtigen Betens! Wie vielsagend ist die Ursache für unser Beten und für die Gewissheit der Erhörung!

Es ist der Gehorsam, ja mehr als Gehorsam, der im Leben der Beter das tut, was vor Gott wohlgefällig ist. Diese Menschen gehen in ihr Kämmerlein, um durch ihren willigen Gehorsam und ihre liebende Treue zu Gott in ihrem Lebenswandel stark gemacht zu werden. Sie sind nicht nur wahr und gehorsam, sondern stehen mit ihrem Denken und Leben über den erlaubten Dingen und sind bestrebt, Gott zu erfreuen. Mit großer Freimütigkeit und mit einem strahlenden Angesicht treten sie in die Gegenwart Gottes ‑ nicht einfach, um Vergebung zu erlangen, sondern als Bewährte, die sich auf seine Verheißungen stützen.

Es ist ein großer Unterschied, ob wir als Schuldner oder als Kind zu Gott kommen, ob wir der Vergebung bedürfen oder ob wir uns bewährt haben, ob wir eine Rechnung begleichen müssen oder ob wir den Kuss der Liebe empfangen, ob wir bestraft werden oder ob das Wohlgefallen Gottes auf uns ruht. Damit unser Beten wirklich kraftvoll sein kann, muss es von einem heiligen Leben getragen werden. Erst müssen wir durch unser Leben dem Namen Jesu Achtung erweisen, bevor er unseren Fürbitten Beachtung schenken kann. Das Leben des Glaubens macht das Gebet des Glaubens vollkommen.
Unser Leben gibt nicht nur unserem Beten die Färbung, es verleiht ihm auch die Gestalt. Wenn wir schlecht leben, beten wir schlecht. Unser Beten ist schwach, weil unser Leben schwach ist. Der Strom des Gebets kann nicht höher sprudeln als die Quelle unseres Lebens. Die Kraft des Kämmerleins wird durch die Kraft, die mit dem Strom unseres Lebens zusammenläuft, gebildet. Wenn unser Leben schwach ist, dringt seine Ohnmacht in die Gebetsstätten unserer Familien ein. Wir können nicht kraftvoll mit Gott reden, wenn wir nicht kraftvoll für Gott leben. Das Kämmerlein kann nicht heilig für Gott sein, wenn wir nicht heilig für Gott sind. Das Wort Gottes prägt unsere Verhaltensweise und gibt unserem Beten seinen Wert. "Dann wirst du rufen, so wird dir der Herr antworten; wenn du wirst schreien, wird er sagen: Siehe, hier bin ich! So du niemand bei dir beschweren wirst noch mit Fingern zeigen noch übel reden" (Jesaja 58. 9).

Die Menschen sollen beten, indem sie "heilige Hände ohne Zorn und Zweifel emporheben". Wir müssen ehrfurchtsvoll durch unseren Alltag gehen, wenn wir uns auf Gott berufen. Wir können nicht das Gebet von unserem Lebenswandel trennen. Oft scheitert unser ganzes Christsein an unserem Wandel. Ein schlechter Wandel macht alle guten Lehren zunichte. Das schwierigste, aber auch beredtste Zeugnis eines Glaubenslebens ist, es zu leben. Durch unseren unvollkommenen Wandel leidet unser Gebet genauso wie unser Glaube. In früheren Zeiten wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Prediger durch ihr Leben predigten ‑ oder gar nicht. So sollte von den Christen erwartet werden, dass sie durch ihr Leben beten ‑ oder gar nicht.

Am Anfang muss selbstverständlich das Gebet der Buße stehen. Aber Buße tun bedeutet" Schluss mit dem alten Leben zu machen und ein neues zu beginnen. Buße, die keine Sinnesänderung hervorbringt, ist nur Schein. Gebet, das keinen reinen Lebenswandel zur Folge hat, ist Täuschung. Wir gehen der Aufgabe und Kraft des Gebets verlustig, wenn es nicht unser Leben korrigiert. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir entweder mit dem Beten oder mit dem unheiligen Wandel aufhören. Kaltes, totes Beten kann noch bei einem ungenügenden Lebenswandel vorhanden sein‑, aber kaltes, totes Beten ist nicht das Beten, das bei Gott Beachtung findet. In dem Maße, in dem das Gebet unser Leben bessert, nimmt das Gebet an Kraft zu. Ein Leben, das in der Reinheit und Hingabe wächst, wird auch in der Ausübung des Betens vollkommen.
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Es ist sehr wohl möglich, dass wir zunächst große Erfolge haben,
wenn wir der Versuchung erliegen, ohne Gott zu handeln
aber der Versucher führt nicht nur von Gott weg,
sondern hernach in den Abgrund.

Prof. Dr. H. Thielicke
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Wenn wir vom Weg abkommen. James J. Packer

Wenn ich merke, dass ich mit meinem Auto in einen Sumpf geraten bin, müsste mir klar sein, dass ich vom Weg abgekommen bin. Aber diese Erkenntnis ist kein wirklicher Trost, wenn ich dann hilflos zuschauen muss, wie der Wagen versinkt und verschwindet. Der Schaden ist angerichtet, und damit hat es sich. Gilt dies auch für das Christenleben, wenn ein Christ sich der Tatsache bewusst wird, dass er Gottes Führung verfehlt und den falschen Weg genommen hat? Ist der Schaden unwiderruflich? Muss er nun auf seinem Lebensweg für immer auf dem falschen Kurs bleiben? Dem Herrn sei Dank: nein! Unser Gott ist ein Gott, der uns nicht bloß wiederherstellt, sondern unsere Fehler und Irrtümer sogar in seinen Plan für uns aufnimmt und Gutes daraus entstehen lässt.

Auch das gehört zum Wunder seiner gnädigen Souveränität. "Ich werde euch die Jahre zurückerstatten, welche die Heuschrecken gefressen haben.... Und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat" (Joel 2.25‑26). Der Jesus, der Petrus nach seiner Verleugnung wiederherstellte und auch danach seinen Weg mehr als einmal korrigierte (siehe Apg. 10;  Gal. 2.11‑14), ist auch heute unser Erlöser und hat sich nicht geändert. Gott wendet nicht nur den Zorn des Menschen zu seinem Lob, sondern auch die Missgeschicke der Christen.

Neulich erhielt ich einen Brief von einem Pastor, der das Gefühl hatte, er solle seine Gemeinde und Denomination verlassen, und nun ging es ihm wie Abraham, der damals auszog und nicht wusste wohin. In seinem Brief zitierte er aus einer Hymne von Charles Wesley, die von der Souveränität und Gewissheit der Führung Gottes spricht.

Führer der Heere Israels und das Geleit. All derer, die suchen das himmlische Land,
Geborgen in Deinem Schatten sind wir allezeit,

Deine schirmende Liebe hält über uns die Hand; Unsre Stärke ‑

Deine Gnade; unser Maßstab ‑ Dein Wort, Unser Ziel ‑ der herrliche, himmlische Ort.

Gottes Führung ist, wie jede seiner Segenshandlungen unter dem Gnadenbund, ein souveräner Gnadenakt. Gott will uns nicht bloß in dem Sinn führen, dass er uns den Weg weist, den wir gehen sollen. Er will uns auch in einem viel grundlegenderen Sinn führen, der garantiert, dass wir, was immer auch geschieht, ganz gleich, welche Fehler wir auch begehen, sicher nach Hause kommen sollen. Zweifellos wird es zu Ausrutschern und Irrwegen kommen, aber Gottes ewige Arme sind unter uns. Wir werden gehalten, gerettet, wieder hergestellt. Das ist Gottes Verheißung und sie zeigt etwas von seiner unfassbaren Güte.

Deshalb sollten wir im Blick auf Gottes Führung zuversichtlich auf den Gott vertrauen, der nicht zulassen wird, dass wir unser Leben ruinieren. Daher muss bei dieser Erörterung Gottes Ehre unser vorrangiges Anliegen sein und nicht unsere Sicherheit ‑ denn dafür hat er ja bereits gesorgt. Und unser Misstrauen gegenüber uns selbst darf nicht, auch wenn es uns in der Demut hält, die Freude verdunkeln, dass wir uns auf "den Herrn unseren Beschützer" verlassen können ‑ unseren treuen Bundesgott.

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Ich bin nicht das, was ich sein sollte. Ich bin nicht das, was ich sein möchte.
Ich bin nicht das, was ich einmal zu sein hoffe.


Doch ich bin nicht mehr das, was ich einmal war und durch Gottes Gnade
bin ich, was ich bin.

John Newton
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Der Glaube wächst durch Gottes Wort. George Müller

Was ist Glaube? Die einfachste Antwort wäre die, die Gottes Geist uns in Hebr. 11, 1 gibt: "Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht." Gott hat uns in seinem Wort Zusagen gemacht, auf deren Erfüllung wir voller Zuversicht hoffen. Wir sind überzeugt davon, dass Gott tatsächlich so gehandelt hat und handeln wird, wie er es verheißen hat. Dieses Vertrauen in Gottes Zuverlässigkeit und Treue ist gegründet auf das, was er uns in seinem Wort offenbart hat. Der christliche Glaube hat also in direkter Weise etwas mit Gottes Wort zu tun.

Die meisten Menschen verlassen sich auf Dinge, die in ihren Augen denkbar und wahrscheinlich sind. Doch der Glaube muss sich nicht auf Wahrscheinlich-keit berufen. Er hält auch dort stand, wo Wahrscheinlichkeit endet und wo Sinn und Wahrnehmung versagen.

Leider gibt es nicht wenige Christen, die niedergeschlagen sind und über mangelnden Glauben klagen. Meistens fallen dann Aussagen, wie "ich fühle Gott nicht mehr", oder "ich fürchte, dass Gott meine Hoffnungen nicht erfüllt". Hier liegt jedoch ein grundsätzliches Problem vor: Unser Glaube basiert nicht auf scheinbaren Dingen, sondern einzig und allein auf dem, was Gott fest zugesagt hat.

Du bist also herausgefordert, dich selbst zu hinterfragen: Verlässt du dich voll und ganz auf das, was Gott in seinem Wort versprochen hat und stehen deine Wünsche in Einklang mit Gottes Wort?

Anfechtungen dienen als Nahrung für den Glauben.

Gott verherrlicht sich unter anderem dadurch, dass er selbst den Glauben seiner Kinder wachsen lässt. Unser Glaube, der zu Beginn so klein, schwach und unbedeutend erscheint, wächst, je mehr wir ihn gebrauchen. Auf diesem Weg werden uns viele Anfechtungen begegnen ‑ und wir sollten sie dankbar aus Gottes Hand nehmen, da sie zur Bewährung und Stärkung unseres Glaubens beitragen (vgl. Jakobus 1,12). Diese Tatsache kann man heute nicht genug betonen: Schwierigkeiten, Anfechtungen und Hürden sind nötig für unseren Glauben. Viele Christen sind verzweifelt, weil ihr Glaube zu schwach ist‑, aber gleichzeitig scheuen sie sich vor Situationen, die ihren Glauben zwar unter Belastung aber auch ‑ und gerade dadurch ‑ unter Beweis stellen. Gott hat als unser Vater das Recht, uns zu erziehen, auch wenn dies bedeutet, dass wir unangenehm herausgefordert werden. Der Glaube wächst nur, indem er beansprucht wird.

Allerdings setzt Gott uns nicht willkürlich Schwierigkeiten aus. Er weiß, wie viel wir tragen können und er hat stets etwas Gutes mit seinen Kindern im Sinn. Alles, was wir aus seiner Hand empfangen, sind Gaben der Liebe, die uns dem großen Ziel ein Stück näher bringen. Wenn wir auf Gottes Allmacht und Liebe vertrauen, dann dürfen wir in jeder Lebenslage gewiss sein und sagen: "Du bist mein guter Vater. Handle so mit mir, wie du willst, denn dein Wille ist immer gut!"

Als ich begann, diese Wahrheit für mein Leben zu entdecken, gab Gott mir einen bestimmten Bibeltext in den Sinn, der mir als väterliche Verheißung eine große Stütze war. Es war der Abschnitt in Matthäus 6, 25‑34. Lies diesen Abschnitt sorgfältig durch und glaube seinem Wort. Ich habe meinen Glauben auf diese Verheißungen gelegt und habe erfahren, dass auf Gottes Zusagen Verlass ist. Das bedeutet nicht, dass mein Leben von diesem Moment an ohne Schwierigkeiten verlief. Im Gegenteil, ich hatte viele Hürden zu überwinden, doch ich habe erfahren, dass Gott meine Stärke ist und ich nur mein Vertrauen auf ihn setzen muss, damit er diese Hürden für mich überwindet. Gott bittet uns in seinem Wort nicht, dass wir unsere Sorgen auf ihn werfen, nein, er befiehlt es uns. Also "wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird dich sorgen,‑ er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!" Psalm 55,23. Es reicht nicht aus, dieser Aufforderung nur einmal zu folgen, es soll unser tägliches Handeln sein.

Befestige deine Seele in dem Herrn.

Immer wieder erhalte ich Briefe von Menschen, die Sorgen und Fragen bezüglich ihres Glaubens haben. Manche von ihnen schreiben sogar: "Ich werde niemals diesen Glauben haben, wie Sie ihn haben, Bruder Müller."' Doch das ist ein riesiger Irrtum! Mein Glaube ist nicht anders als der Glaube aller Gotteskinder. Es ist derselbe Glaube, den Petrus hatte und nach ihm alle, die durch Jesus Christus zu Gott gekommen sind. Es mag sein, dass der Glaube des einen Christen gefestigter ist als der eines anderen, weil er stärker an Gott gebunden ist; doch es ist stets derselbe Glaube.

Geliebte Geschwister, fragt euch selbst, worauf euer Vertrauen gerichtet ist und wie fest es an Gott und seine Verheißungen gebunden ist. Befestige deine Seele im Herrn. So wird dein Glaube wachsen und dein Leben wird ein Werk zu Gottes Ehre! 

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Die Bibel – Gottes Wort und ganze WahrheitFrancis Schaeffer

Wenn wir Evangelikale im sprichwörtlichen Sinne sein wollen, dann dürfen wir bezüglich unserer Sicht von der Heiligen Schrift keine Kompromisse eingehen. Es bringt nichts, wenn scheinbar immer mehr Menschen sich dem evangelikalen Glauben anschließen, gleichzeitig] edoch nicht wenige von ihnen gegenüber dem Zentrum dieses Glaubens, nämlich der Schrift, nachlässig werden. Es bringt nichts, wenn man größere Zahlen aufweisen kann, und gleichzeitig das Ganze verwässert wird. Es stimmt uns traurig, sagen zu müssen, dass es Evangelikale gibt, die die Heilige Schrift nicht mehr als Einheit sehen, und dass diese Sichtweise auch in immer mehr evangelikalen Seminaren und Einrichtungen vertreten wird. Das Problem stellt sich klar dar: Ist die Bibel völlig Wahrheit und in allem unfehlbar, auch dort, wo sie von geschichtlichen Begebenheiten und vom Kosmos spricht, oder ist sie nur in gewisser Hinsicht eine Offenbarung, nämlich dort, wo sie religiöse Themen anspricht?

Das Herzstück der neo‑orthodoxen existenziellen Theologie besagt, dass die Bibel uns eine Quelle für religiöse Erfahrungen bietet, dass sie jedoch Fehler enthält, wo es uni das geht, was verifizierbar ist ‑ das heißt im Bezug auf Geschichte und Wissenschaft. Unglücklicherweise hat diese Auffassung bereits in Kreise Einzug gehalten, die sich evangelikal nennen und die behaupten, dass nicht die gesamte Bibel eine göttliche Offenbarung ist, oder dass die Bibel nur wenig, bis gar nichts lehrt, wenn sie über den Kosmos spricht.

Martin Luther sagte: "Wenn ich mich mit der lautesten Stimme deutlich zu jeder Einzelheit der Wahrheit Gottes bekennen würde, außer zu dem einen kleinen Punkt, den die Welt und der Teufel gegenwärtig angreifen, dann würde ich mich nicht wirklich zu Christus bekennen, wie kühn mein <Bekenntnis> auch sein möge." In unseren Tagen ist dieser "kleine Punkt" die Frage nach der Unfehlbarkeit und Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift. Sich ganz zur Heiligen Schrift bekennen und an ihr festhalten oder nicht, das ist der Scheidepunkt zwischen den Evangelikalen. Wir müssen zwar liebevoll, aber dennoch deutlich sagen: Der evangelikale Glaube ist letztlich nicht konsequent evangelikal, wenn keine Trennlinie gezogen wird zwischen denen, die die Schrift als Ganzes für wahr halten, und denen, die dies nicht tun.

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Unter allen Gaben ist die Gabe des göttlichen Wortes
die allerherrlichste, wer die wegnimmt, der nimmt
die Sonne aus der Welt.

Martin Luther
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Lernet das Kreuz lieben!  Johannes Gommel

Werdet geduldig und demütig und lernet das Kreuz lieb haben! Die ersten Christen haben oft darum gebetet, wenn sie meinten, es ginge ihnen zu gut. Am liebsten wären sie schon bei denen gewesen, die vor dem Thron des Allmächtigen stehen. Wir können die Herrlichkeit des Herrn aber nur darin genießen, wenn wir zuvor den Leidenskelch mit ihm getrunken haben. Nur der kann genießen, der sich und die Welt verleugnet hat.

Es wird auch kein einziger zu jener Herrlichkeit geführt, der nicht zuvor in tiefen Leiden gewesen ist. Nur solche Menschen kann der Herr in seinem Glanz und in seiner Herrlichkeit gebrauchen. Zwar werden auch andere die ewige Seligkeit erreichen, aber sie sind noch lange nicht auf der Stufe der Heiligkeit angelangt, die sie den Anblick des Heiligen ertragen lässt.

Lasset deshalb nicht nach mit Gebet und Flehen bis ihr reines Herzens geworden seid. Und wer sich danach sehnt, frei und rein zu werden, der darf auch keinen Läuterungstiegel von sich weisen. Je näher wir zum Ziele gelangen, desto heißer wird Tiegel. 


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